Wilhelm Theodor Wegener
dänischer Generalleutnant und Hofbeamter (1724-1792)
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Wilhelm Theodor Wegener (* 8. März 1724 in Eutin; † 11. Mai 1792 in Kopenhagen, Dänemark) war ein dänischer Offizier deutscher Herkunft. Er erreichte den Dienstgrad eines Generalleutnants der dänischen Armee.
Biographie
Herkunft und frühe Karriere (bis 1784)
Wegeners Eltern waren Johann Theodor Wegener (1690–ca. 1744), Page und später Justizrat des Fürstbischofs von Lübeck aus Nienburg an der Weser und Johanne Juliane geb. Braun aus Leipzig. An der Universität Helmstedt bereitete sich Wegener auf eine juristische Laufbahn vor und begann diese als Sekretär des herzoglichen Holsteiner Landrats in Trittau. Zugleich widmete er sich auch der Mathematik, worin er auch die Offiziere der dänischen Regimenter in Holstein unterrichtete. Er erwarb sich dadurch ein hohes Ansehen und wurde 1756 als Lehrer für diese Fächer bei der Landkadettenanstalt in Kopenhagen angestellt. Weiterhin wurde er zum Leiter der Festungsbauabteilung ernannt. 1766 wurde er zum Ingenieurmajor und Oberstleutnant der Infanterie befördert, und als Christian VII.s Schwester, Prinzessin Louise, Prinz Karl von Hessen-Kassel heiratete, wurde ihm die Leitung des Hofes des jungen Fürstenpaares übertragen. Von dieser Position aus berief Johann Friedrich Struensee ihn 1771 zum Hofintendenten an den Königshof, wo er eine Reihe von Wirtschaftsreformen einführte – „mit ebenso viel Intelligenz wie Integrität“, so urteilte der Élie-Salomon-François Reverdil, der Schweizer Gelehrte und Hofmeister Christians VII. über ihn. Wegeners Verdienste führten dazu, dass er nach Struensees Sturz vorübergehend im Amt blieb. Die Partei der Königinwitwe misstraute ihm jedoch aufgrund seiner engen Beziehung zu Prinz Karl und wollte ihn unter geeigneten Umständen vom Hof entfernen. Daraufhin wurde Wegener im Rang eines Generalmajors nach Holstein entsandt, mit dem Auftrag, Generaldirektor der Landvermessung in den Herzogtümern zu werden und einen Kanal zwischen Ostsee und Nordsee zu entwerfen – ein Projekt, das den mit dem Vertrag von Zarskoje Selo neu erworbenen Gottorper Teil Holsteins enger mit dem königlichen Teil verbinden sollte. Wegeners erste Idee entsprach der später umgesetzten: eine Wasserstraße von der Kieler Förde zur Elbe. Aus technischen, wirtschaftlichen und wohl vor allem politischen Gründen zog die damalige Regierung jedoch eine Verbindung zur Eider vor, die dann auch als Eider-Kanal umgesetzt wurde. Der Plan hierfür wurde 1777 genehmigt und die Bauarbeiten bis 1784 abgeschlossen.
Erneuter Dienst am Hof
Kurz nach dem Regierungswechsel 1784, der Prinz Karl erneut zu Macht und Einfluss verholfen hatte, wurde Wegener 1785 zum Kommandanten der Landkadettenanstalt ernannt, eine Position, die er bis zu seinem Tod innehatte. 1787 erhielt er den Titel Exzellenz, 1789 den Rang eines Generalleutnants und im folgenden Jahr die Berufung zum Ritter des Dannebrogordens. Wegener stieg somit in der militärischen Hierarchie auf, doch da er nicht als Soldat ausgebildet war, diente er nie als solcher. Die zahlreichen und teils wichtigen Aufgaben, die ihm im Laufe der Jahre neben seinen eigentlichen Amtspflichten übertragen wurden, betrafen ebenfalls nicht nur das Militär. So wurde er während seiner Zeit als Hofintendant Mitglied der Baudirektion (1771) und der Theaterdirektion (1772) – wo er im Streit zwischen Adolph Gotthard Carstens und Georg Ludwig von Köller-Banner eine treue und wichtige Stütze des Ersteren war. 1773 trat er einer Kommission zur Reorganisation des Witwenfonds bei. Es lag daher nahe, dass er nach seiner Rückkehr nach Kopenhagen 1785 Mitglied der dortigen Kanalkommission wurde; 1787 wurde er Mitglied einer Kommission, die Vorschläge zur Umgestaltung der Sorø Akademi erarbeiten sollte. 1789 war er Abgeordneter im Admiralitäts- und Kommissariatskollegium; und schließlich wurde ihm 1791 der Teil der Angelegenheiten des Kriegsgerichtshofs übertragen, der Personal, Finanzen und die Aufsicht über den Palast betraf, einschließlich des Vorstands des Königlichen Orchesters und der Münz- und Medaillensammlung.
Wegener starb 1792, er ist auf dem Assistenzfriedhof in Kopenhagen begraben. Auf seinem Grabstein befindet sich ein Medaillon, das sein Relief zeigt.
Privates
Am 13. Januar 1751 heiratete Wegener Christiane Henriette Dorothea Walther († 1771), die Tochter des Amtmanns in Eutin August Georg Walther. Aus der Ehe entstammte der spätere Generalmajor in dänischen Diensten Johann Theodor Wegener (1752–1819).
Literatur
- H.W. Harbou: Wegener, Wilhelm Theodor. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 18: Ubbe–Wimpffen. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1904, S. 351–353 (dänisch, runeberg.org).
- Personalhistorisk Tidsskrift. 3. Auflage. Band II.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wegener, Wilhelm Theodor |
| KURZBESCHREIBUNG | dänischer Generalleutnant |
| GEBURTSDATUM | 8. März 1724 |
| GEBURTSORT | Eutin |
| STERBEDATUM | 11. Mai 1792 |
| STERBEORT | Kopenhagen, Dänemark |