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Wilhelm zu Stolberg-Wernigerode (Diplomat)

deutscher Diplomat From Wikipedia, the free encyclopedia

Friedrich Wilhelm Heinrich Prinz zu Stolberg-Wernigerode (* 23. Juli 1870 in Hannover; † 23. Januar 1931 in Posen) war ein deutscher Diplomat. Er war von 1919 bis 1920 deutscher Botschafter in Österreich.

Leben

Wilhelm zu Stolberg-Wernigerode wurde als dritter Sohn von Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode (1837–1896) und Prinzessin Anna Elisabeth Reuß zu Köstritz (1837–1907) geboren. Die Grafschaft Wernigerode war seit ihrer Mediatisierung ein Teil Preußens. Sein Vater war Großgrundbesitzer, Industrieller, hoher preußischer Beamter und Politiker. Wilhelm trug seit seiner Geburt den Titel eines Grafen mit der Anrede Erlaucht und ab 1890, als sein Vater von Kaiser Wilhelm II. in den Fürstenstand erhoben wurde, den Titel eines Prinzen mit der Anrede Durchlaucht. Am 10. Januar 1910 heiratete er auf Schloss Schönberg Prinzessin Elisabeth (genannt Edda) von Erbach-Schönberg (1883–1966), Tochter von Fürst Gustav Ernst zu Erbach-Schönberg (1840–1908) und Prinzessin Marie Karoline von Battenberg (1852–1923). Aus dieser Ehe gingen der Sohn Ludwig-Christian (1910–1945) und die Tochter Anna (1912–1914) hervor. Ludwig-Christian heiratete 1937 Anna Reichsgräfin Schlitz von Görtz und hatte vier Kinder.

Wilhelm zu Stolberg-Wernigerode wurde zum Dr. jur. promoviert und trat in den diplomatischen Dienst. Anfangs war er dritter Sekretär der deutschen Botschaft in St. Petersburg, danach Geschäftsträger in Luxemburg und anschließend zweiter Sekretär der deutschen Botschaft in London. Ab 1908 war er Botschaftsrat und erster Sekretär der deutschen Botschaft in Rom, ab 1911 hatte er diese Position an der deutschen Botschaft in Wien inne. Nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie und der Novemberrevolution in Deutschland wurde er 1919 als Nachfolger seines bisherigen Vorgesetzten Botho von Wedel Botschafter des Deutschen Reichs in Österreich (ein Posten, den einst schon sein Vater innegehabt hatte) und blieb dies bis 1920.

Grabstätte in Wernigerode

Wilhelm von Stolberg-Wernigerode war evangelischer Konfession. Er verstarb im Alter von sechzig Jahren 1931 in Posen. Sein Grab befindet sich auf dem Schlossfriedhof in Nöschenrode.

Literatur

  • Wilhelm Herse: Otto Fürst zu Stolberg-Wernigerode. In: Mitteldeutsche Lebensbilder. 1. Band: Lebensbilder des 19. Jahrhunderts. Selbstverlag der Historischen Kommission, Magdeburg 1926.
  • Konrad Breitenborn: Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode. Deutscher Standesherr und Politiker der Bismarckzeit. Ausgewählte Dokumente. Verlag Jüttners Buchhandlung, Wernigerode 1993, ISBN 3-910157-01-7.

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