Willy Goergen
luxemburgischer Sprachforscher, Lyriker und Volksdramatiker
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Willy Goergen (* 30. April 1867 in Steinsel, Kanton Luxemburg, Luxemburg; † 6. Juni 1942 in Luxemburg-Stadt, Luxemburg; auch Guillaume Goergen) war ein luxemburgischer Sprachforscher, Lyriker und Volksdramatiker. Er forschte auch zur Sprache in Siebenbürgen.
Leben und Wirken
Willy Goergen wuchs in Steinsel auf und entstammte bäuerlichen Verhältnissen. Er studierte Germanistik und klassische Philologie in Bonn, Löwen und Straßburg. Dann unterrichtete er zwei Jahre in Straßburg an einer Privatschule und kehrte 1894 ins Großherzogtum zurück. Es kam zu einer Tätigkeit als Lehrer am Äthenäum in Luxemburg, wo er Deutsch und Altphilologie unterrichtete. 1898 zog die Familie in die Hauptstadt Luxemburg-Stadt, wo er in verschiedenen Vereinen engagiert war. Von 1909 bis 1912 und von 1916 bis 1918 war er Präsident des Vereins für Luxemburger Geschichte, Literatur und Kunst.
In Straßburg erschienen erste Texte in deutscher Sprache, die in elsässischen Zeitschriften erschienen. Auch schrieb er für luxemburgische Zeitschriften in luxemburgischer Sprache.
Willy Goergen war verheiratet und Vater zweier Kinder. Sein Sohn, Max Goergen (1893–1978), wurde in Luxemburg ein bekannter Dramatiker.
Sein Grab befindet sich auf dem Nikolausfriedhof in Luxemburg-Stadt. In Luxemburg-Stadt gibt es eine Straße, die seinen Namen trägt.
Literarisches Schaffen
1898 erschien sein erstes Gedicht auf Luxemburgisch, 1901 sein erster Gedichtband Hèméchts-Teîn, es folgten zwanzig weitere Gedichtbände, die die Themen Natur, Heimat, Jahreskreis, Handwerk, Familie, Glaube und Kindheit umfassen. Auch schrieb er Theaterstücke, die größtenteils volkstümliche Themen auffassen. Unzählige Gedichte wurden von rund 47 Luxemburger Komponisten vertont. Auch war er Mitglied der luxemburgischen Sprachgesellschaft (1924–1935). Das Gesamtwerk erschien zwischen 1987 und 1992.
Forschung zu Siebenbürger-Sachsen und deren Sprache
Willy Goergen zeigte großes Interesse an der Erforschung von Gemeinsamkeiten der Siebenbürger-Sachsen und der Luxemburger, vor allem im Bereich der Sprache. Er besuchte Siebenbürgen für eigene Forschungen und war der Meinung, es gäbe durch Namensgleichheiten Luxemburgischer und Siebenbürger Nachnamen eine Verbindung der beiden Regionen/Länder zueinander. Auch suchte er nach Ähnlichkeiten in beiden Dialekten/Sprachen.
Werk (Auswahl)
- Hêméchts-Teîn, Lyrik. 1901
- Blummen a Blieder. Lidder a Gedichter, 1905, Lyrik.
- Lêd a Lĕft. Gedichter a Lidder, 1914. Lyrik.
- Aarm a Reich. Téâterstéck an zwên Akten, Theaterstück, 1914.
- Stûrm a Sonneschein. Gedichter, Lyrik. 1915.
Quellen
- Eintrag im Luxemburger Autorenlexikon
- Willy Goergen und die ›siebenbürgische Frage‹
- Geburtshaus von Willy Goergen in Steinsel in mywort.lu
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Goergen, Willy |
| ALTERNATIVNAMEN | Goergen, Guillaume |
| KURZBESCHREIBUNG | luxemburgischer Sprachforscher, Lyriker und Volksdramatiker |
| GEBURTSDATUM | 30. April 1867 |
| GEBURTSORT | Steinsel, Kanton Luxemburg, Luxemburg |
| STERBEDATUM | 6. Juni 1942 |
| STERBEORT | Luxemburg-Stadt, Luxembug |