Winfried Nöth
deutscher Semiotiker
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Winfried Maximilian Nöth (* 12. September 1944 in Gerolzhofen) ist ein deutscher Anglist, Linguist und Semiotiker.

Winfried Nöth wurde als Sohn von Frida Nöth, geborener Feldt, und des Oberstudiendirektors Ernst Nöth, in Unterfranken geboren. Nach dem Abitur 1963 in Braunschweig studierte er 1965 bis 1969 in Münster, Genf, Lissabon und Bochum Anglistik und Romanistik, insbesondere Französisch und Portugiesisch, und erwarb 1971 an der Ruhr-Universität Bochum den Philosophischen Doktorgrad mit einer mit dem Universitätspreis ausgezeichneten Arbeit. In Bochum arbeitete er von 1969 bis 1976 als Wisssenschaftlicher Asssistent. Ebenfalls in Bochum habilitierte er sich 1976 als Assistent Walter A. Kochs, lehrte dort und an der TH Aachen als Dozent sowie als Lehrstuhlvertreter in Aachen, bevor er 1978 als ordentlicher Professor (C4) für englische Linguistik an die Universität-Gesamthochschule Kassel berufen wurde, wo er ab demselben Jahr als Professor wirkte. In Kassel war er 1981/1982 Dekan des Fachbereichs Anglistik/Romanistik.
Als Gastprofessor war Nöth 1985/1986 an der University of Wisconsin in Green Bay in den USA, 1994 an der Pontifícia Universidade Católica de São Paulo in Brasilien. Ab 1999 war er Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums für Kulturforschung der Universität Kassel und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Semiotik. Sein Handbuch der Semiotik (erstmals 1985) gibt einen umfassenden Überblick über Geschichte und verschiedene Ausrichtungen der Semiotik und stellt deren wichtigste Vertreter vor.
Winfried Nöth ist evangelisch und heiratete 1969 Ursula Hartlich. Aus der Ehe gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor.
Schriften (Auswahl)
- Strukturen des Happenings (= Studia Semiotica, Series Practica. Band 4). Olms, Hildesheim / New York 1972.
- Semiotik. Eine Einführung mit Beispielen für Reklameanalysen (= Anglistische Arbeitshefte. Band 4). Niemeyer, Tübingen 1975.
- Dynamik semiotischer Systeme. Vom altenglischen Zauberspruch zum illustrierten Werbetext. Metzler, Stuttgart 1977.
- Literatursemiotische Analysen – zu Lewis Carrolls Alice-Büchern (= Kodikas. Code Supplement 5). Narr, Tübingen 1980.
- Handbuch der Semiotik. 1985; 2., vollständig neu bearbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000.
- mit Nina Bishara und Britta Neitzel: Mediale Selbstreferenz: Grundlagen und Fallstudien zu Werbung, Computerspiel und Comics. Halem, Köln 2008.
Literatur
- Stefan Kramer, Peter Ludes (Hrsg.): Networks of culture. For professors Winfried Nöth (born September 12, 1944) and Otthein Herzog (born September 25, 1944). Two pioneers in semiotics and visual information processing (= The world language of key visuals. Band 2). Lit, Berlin u. a. 2010, ISBN 978-3-643-10163-1.
- Nöth, Winfried Maximilian. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 902.
Weblinks
- Literatur von und über Winfried Nöth im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Homepage an der Universität Kassel
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nöth, Winfried |
| ALTERNATIVNAMEN | Nöth, Winfried Maximilian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Anglist, Linguist, Semiotiker und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 12. September 1944 |
| GEBURTSORT | Gerolzhofen |