Wolfgang Kleinsteuber
deutscher Maler und Bildhauer
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Leben und Werk

Kleinsteuber wuchs in Thüringen auf und floh 1958 aus der DDR. Dann ging er wohl vorübergehend zurück, denn er besuchte von 1959 bis 1962 in der Fachrichtung Holzbildhauerei die Fachschule für Angewandte Kunst Empfertshausen. Von 1963 bis 1969 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in München als Meisterschüler von Georg Brenninger Bildhauerei und Architektur. Er lebte und arbeitete seit 1970 in Berlin.[2]
In den 1970er Jahren war er als Kunsterzieher tätig. Er griff in seinem Schaffen Motive außereuropäischer und antiker Kunst auf. Weitere Arbeitsbereiche waren visuelle Poesie und Neopaganismus. Objekte Kleinsteubers befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen und insbesondere an öffentlichen Plätzen in Berlin.[3][4] Zu seinen Hauptwerken zählen hier die in den 1970er Jahren geschaffene Skulptur St. Hildegard in der Katholischen Schule Sankt Hildegard, Berlin und die in den 1980er Jahren geschaffenen Raumskulpturen in den Bahnhöfen von Lichterfelde West (Flora) und Dahlem Dorf (Liebespaare) in Berlin.[5][6] Letztere orientieren sich an den Ahnenstatuen der westafrikanischen Dogon und schufen so eine Verbindung zu den Sammlungen des damals unweit des U-Bahnhofs gelegenen Museums für Ethnologie.[7][8]
Ferner arbeitete Kleinsteuber in dem von ihm gegründeten „offenen Atelier“ regelmäßig mit verschiedenen Künstlern aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, u. a. mit Joachim Walther.[9] Er war auch als Illustrator tätig.[10] Er bewohnte die ursprünglich für den Oberschulrat Walther Wüllenweber errichtete Wüllenweber-Villa in der Holbeinstraße 11 in Lichterfelde, die er als Museum für zeitgenössische Kunst betrieb, wie von der Stifterin Hildegard Wüllenweber-Pechstein (1920–1993), der Nichte von Max Pechstein,[11] verfügt.
Kleinsteuber verstarb[12] in seiner Berliner Villa. Er wurde auf dem Parkfriedhof Lichterfelde beerdigt. Die Trauerrede hielt Christian Gizewski.
Eine Bürgerinitiative um Nils Seethaler[13] setzt sich seit 2022 für die Sanierung und Neuaufstellung der von Kleinsteuber für den Bahnhof Berlin-Lichterfelde West geschaffenen Skulptur „Flora von Lichterfelde“ ein, die zwischenzeitlich ausgelagert wurde.[14]
Öffentliche Aufträge
- Sitzgruppen Liebespaare auf dem U-Bahnhof Dahlem (1984)
- Skulptur Flora im S-Bahnhof Lichterfelde West (1985)
- Skulptur St. Hildegard in der St. Hildegard Schule Berlin (1979)
Literatur
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 794
Weblinks
- Wolf van Roy – Künstler aus Lichterfelde. Bei: PropellerBlatt, Ausgabe Februar 2001