Wolfgang Gründinger

deutscher Politikwissenschaftler und Publizist From Wikipedia, the free encyclopedia

Wolfgang Gründinger (* 11. Juni 1984 in Tirschenreuth) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Publizist mit den Schwerpunkten Energiepolitik, Generationengerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Wolfgang Gründinger (2016)

Werdegang

Gründinger wuchs als zweiter Sohn einer alleinerziehenden Gemüseverkäuferin in Tirschenreuth in der Oberpfalz auf.[1] Er erhielt einen Bachelor in Politikwissenschaft und Sozialwissenschaften an der Universität Regensburg sowie einen Master in Demokratieforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der University of California in Santa Cruz und absolvierte die Internet Leadership Academy der Universität Oxford. Seine Doktorarbeit legte er 2016 bei der US-amerikanischen Politikwissenschaftlerin Ellen M. Immergut zur Rolle des Lobbyismus in der Energiewende und im Klimaschutz vor.[2]

Bekannt wurde Gründinger durch sein Debütwerk Die Energiefalle (2006)[3] und sein späteres Buch Aufstand der Jungen (2009).[4] Er schreibt u. a. für das GEO Magazin,[5] The Pioneer[6], Focus Online[7] und Capital.[8]

Sein politisches Engagement begann im Alter von 16 Jahren mit der Gründung des überparteilichen internationalen Jugendnetzwerks „Youth for Intergenerational Justice and Sustainability“. Als 17-Jähriger war er Delegierter zum UN-Klimagipfel in Bonn, im Jahr darauf reiste er zum UN-Weltgipfel für Nachhaltigkeit in Johannesburg.[9] In den Jahren 2005 und 2006 koordinierte er die weltweite Jugendarbeit für die UN-Millenniumsziele und wirkte am Kinder- und Jugendreport zum Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung für ein kindgerechtes Deutschland mit.[10] 2007 und 2008 initiierte er die Aktion Klimaneutraler Bundestag mit dem Ziel, den Bundestag zum Vorbild für klimaverträgliches Handeln bei Gebäuden, Büros, Fuhrpark, Dienstreisen und Kantine zu machen, und hatte teilweise Erfolg.[11][12][13]

Er ist Beirat der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen,[14] Alumnus des Think Tank 30, der jungen Denkfabrik des Club of Rome,[15] assoziiertes Mitglied der Deutschen Gesellschaft Club of Rome,[16] Beirat der Deutschen Umweltstiftung,[17] Mitglied der Scientists for Future.[18] Er war außerdem Mitglied im Landesrat für digitale Entwicklung und Kultur der SPD-Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer[19] und Mitglied im Ethikrat von Facebook (dem späteren Meta).[20]

Derzeit ist Gründinger als Chief Evangelist beim Berliner Energiewende-Unternehmen Enpal tätig. Zuvor war er im Cyber Innovation Hub der Bundeswehr und beim Bundesverband Digitale Wirtschaft.[21][22]

Politische Standpunkte

Gründinger setzt sich insbesondere für einen Wechsel des Energiesystems weg von fossilen und atomaren Energien hin zu erneuerbaren Energien ein.[23] Er engagiert sich zudem für Freiheitsrechte im digitalen Raum und startete beispielsweise 2012 eine Initiative gegen das EU-Überwachungsprogramm INDECT, um gegen den Abbau der Privatsphäre zu protestieren.[24]

Aufsehen erregte er mit seinem Engagement für ein Wahlrecht ohne Altersgrenze. Vor dem Bundesverfassungsgericht legte er eine Wahlanfechtung der Bundestagswahl 2013 ein, weil Kinder und Jugendliche vom Wahlrecht ausgeschlossen waren.[25] Bei der Bundestagswahl 2021 unterstützte er zwei 17-jährige Fridays For Future-Aktivisten bei einem Einspruch beim Wahlprüfungsausschuss.[26]

Auszeichnungen

Bücher

Einzelnachweise

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