Wolfgang Tischler
deutscher Zoologe und Tier-Ökologe
From Wikipedia, the free encyclopedia
Wolfgang Tischler (* 2. August 1912 in Heidelberg; † 20. Februar 2007 in Kiel) war ein deutscher Zoologe und Tierökologe. An der Universität Kiel wirkte er bis zu seiner Emeritierung als ordentlicher Professor für Ökologie.

Leben
Wolfgang Tischler, Sohn von Gisela Tischler, geborener von Funck, und des Botanikers und Hochschullehrers Georg Tischler, besuchte das Gymnasium in Kiel, studierte ab 1931 Naturwissenschaften und besonders Biologie an der Universität Kiel und an der Cornell University in den Vereinigten Staaten und schloss mit dem Lehramtsexamen 1937 ab. Er wurde 1936 in Kiel zum Dr. phil. promoviert mit Dissertation Ein Beitrag zum Formensehen der Insekten und habilitierte sich 1941 in Kiel mit der Schrift Zur Ökologie der wichtigsten in Deutschland an Getreide schädlichen Pentatomiden. In den 1930er Jahren war er Mitglied der SA (1933) und der NSDAP (1937).
Von 1936 bis 1939 war Tischler Assistent an der Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Kitzberg bei Kiel. Danach war er an der Universität Kiel Assistent am Zoologischen Institut, ab 1941 Dozent, ab 1947 außerplanmäßiger Professor, ab 1950 Diätendozent, ab 1957 Wissenschaftlicher Rat und Professor und ab 1963 außerordentlicher und von 1966 bis zu seiner Emeritierung ordentlicher Professor für Ökologie.
Tischler war Mitglied der Deutschen Zoologischen und Entomologischen Gesellschaft und Ehrenmitglied der Gesellschaft für Ökologie sowie ausländisches Mitglied der Entomologischen Gesellschaft der Akademie der Wissenschaften der UdSSR.
Wolfgang Tischler war ab 1938 verheiratet mit Ursula Tischler, geborener Wendig, und hatte die vier Kinder Ragna, Wolf-Hermann, Ulrik und Björn. Sein Bruder war der Prähistoriker und Duisburger Museumsdirektor Fritz Tischler.
Schriften (Auswahl)
- Grundzüge der terrestrischen Tierökologie. Vieweg, Braunschweig 1949.
- Synökologie der Landtiere. Fischer, Stuttgart 1955 (Digitalisat).
- Agrarökologie. Fischer, Jena 1965 (Digitalisat), (In polnischer Sprache: Agroekologia. Państwowe Wydawnictwo Rolnice i Leśne, Warszawa 1971; in russischer Sprache und kyrillischer Schrift: Сельскохозяйственная экология. Колос, Москва 1971).
- als Hrsg.: Paul Brohmer, Fauna von Deutschland. Ein Bestimmungsbuch unserer heimischen Tierwelt. 11. Auflage. Heidelberg 1971.
- Grundriß´der Humanparasitologie. 1977.
- Einführung in die Ökologie. G. Fischer, Stuttgart 1979.
- Biologie der Kulturlandschaft. Eine Einführung. G. Fischer, Stuttgart 1980.
- Ökologie der Lebensräume: Meer, Binnengewässer, Naturlandschaften, Kulturlandschaft. G. Fischer, Stuttgart 1990.
Literatur
- Tischler, Wolfgang. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1253.
- Matthias Schaefer: Prof. Dr. phil. Wolfgang Tischler. In: Christiana Albertina. Forschungen und Berichte aus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Heft 65, November 2007, S. 101.
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tischler, Wolfgang |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Zoologe und Tier-Ökologe |
| GEBURTSDATUM | 2. August 1912 |
| GEBURTSORT | Heidelberg |
| STERBEDATUM | 20. Februar 2007 |
| STERBEORT | Kiel |