Xcambó

archäologischer Fundplatz in Mexiko From Wikipedia, the free encyclopedia

Xcambó (manchmal auch Xtampú geschrieben) ist eine Ruinenstätte der Maya, nahe der Nordküste der Halbinsel Yucatán im Bundesstaat Yucatán in Mexiko.

Ruinen von Xcambó

Lage

Die Ruinenstätte liegt an der Laguna Rosada, nur etwa 2 km von der Küste des Karibischen Meeres entfernt. Etwa 60 km Fahrtstrecke trennen den Ort von der südwestlich gelegenen Stadt Mérida bzw. 35 km von der westlich gelegenen Hafenstadt Progreso. Die nächstgelegene Ortschaft ist Telchac Puerto, ca. 6 km östlich.

Geschichte

Die Maya-Stätte, welche architektonische Bezüge ins Petén und aus der Puuc-Region zeigt, war von der frühen bis zur späten Klassik besiedelt. Um 625 erreicht das Zentrum eine Blüte, wobei eine Bevölkerung von ca. 1.728 Personen geschätzt wird. Es wird angenommen, dass der Ort ein Zentrum der Salzgewinnung und des Fischfangs war und weitläufige Handelsbeziehungen pflegte. Mit dem gravierenden Umbruch der terminalen Klassik brach vermutlich bereits im 8. Jahrhundert die Bevölkerung ein, wobei der Ort während der Postklassik erneut besiedelt war. Xcambó stand zunächst unter dem Einfluss von Chichen Itza, gehörte zuletzt zu Motul und blieb bis in die frühe Kolonialzeit hinein besiedelt, wie eine kleine in der Ruinenanlage stehende offene Kapelle unter Beweis stellt.

Ausgrabungsarbeiten und Rekonstruktionen wurde in den 1980er Jahren begonnen.

Sehenswürdigkeiten

Stuckmaske
Kapelle

Die Hauptsehenswürdigkeiten von Xcambó gruppieren sich um eine große Platzanlage:

Tempelpyramiden
Die mehrgeschossige Hauptpyramide mit ihrer zentralen Treppe ist wahrscheinlich komplett erhalten; vom Tempel jedoch fehlt jede Spur. Zwei kleinere Pyramiden stehen ebenfalls an der Plaza; auf der Rückseite einer der Pyramiden wurden mehrere große Stuckmasken freigelegt – von der ehemals wohl vorhandenen Bemalung ist nichts erhalten.
Paläste
Zu beiden Seiten der zentralen Platzanlage befinden sich leicht erhöht liegende Palastkomplexe („Akropolis“). Die Grundmauern mehrerer Palastbauten sind erhalten.
Bäder
Zwei mayazeitliche, von Steinen eingefasste Schwitzbäder sind im Erdboden versenkt. Darüber erhoben sich wahrscheinlich Hütten aus Astgeflecht und/oder Schilf.
Kapelle
Die kolonialzeitliche Kapelle aus dem 16./17. Jahrhundert wurde auf den Ruinen eines mayazeitlichen Unterbaus errichtet. Es ist ein einfacher Bau von etwa 16 m Länge, wovon nur die Hälfte seitlich weitgehend geschlossen ist; der andere Teil ist dagegen seitlich offen. Der Bau hat ein schilfgedecktes Dach, welches auf einem offenen hölzernen Dachstuhl aufliegt. Zu beiden Seiten des Eingangs stehen zwei etwa 5½ m hohe Türmchen, deren unterer Teil – wie in der spanischen Kolonialarchitektur üblich – völlig ungegliedert und undekoriert ist; der obere Bereich ist dagegen dreifach gestaffelt und zurückgestuft. Im Innern des Kirchleins befindet sich ein Steinaltar vor einer nachgeahmten (oder gar integrierten) Treppenstruktur.

Siehe auch

Literatur

  • Allan Ortega-Muñoz et al.: Population and demographic shifts along the coast of Yucatán from the Early to Late Classic: A view from Xcambo, México. Latin American Antiquity 29.3 (2018): 591–609 (doi:10.1017/laq.2018.11).
  • Isabel S. Wanner et al.: Lifestyle, occupation, and whole bone morphology of the pre-Hispanic Maya coastal population from Xcambó, Yucatan, Mexico. International Journal of Osteoarchaeology 17.3 (2007): 253–268. (doi:10.1002/oa.873)
Commons: Xcambo – Sammlung von Bildern

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