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Gao Yaojie

chinesische Gynäkologin From Wikipedia, the free encyclopedia

Gao Yaojie (chinesisch 高耀洁 Gāo Yàojié; * 19. Dezember 1927 in Cao-Landkreis, Shandong; † 10. Dezember 2023 in New York City) war eine chinesische Gynäkologin und Vorreiterin bei der Bekämpfung von HIV/Aids.[1][2] Sie machte darauf aufmerksam, dass sich HIV in ländlichen Regionen Chinas über unsichere Blutentnahme- und Blutverkaufspraktiken verbreitete, und erhielt 2003 den Ramon-Magsaysay-Preis.[3][4]

Gao Yaojie (2007)

Leben

Gaos Familie floh während des Zweiten Weltkriegs aus Shandong in die Provinz Henan, wo sie später Medizin studierte.[3][2] Im Jahr 1953 schloss sie ein Studium an der Medizinischen Fakultät der Henan-Universität als Geburtshelferin ab.[2] Während der Kulturrevolution wurde sie wegen des früheren Status ihrer Familie als Grundbesitzerin von Rotgardisten misshandelt.[5] Ab 1974 arbeitete sie wieder als Ärztin und wandte sich der Erforschung chronischer Krebserkrankungen bei Frauen zu; 1990 ging sie in den Ruhestand.[2] Ihr Ehemann Guo Mingjiu starb 2006; Gao hinterließ zwei Töchter und einen Sohn.[3] 2009 verließ sie China unter dem Eindruck von Überwachung und wachsendem Druck lokaler Behörden und lebte anschließend in New York.[3] Sie starb am 10. Dezember 2023 in New York eines natürlichen Todes.[6][3]

Wirken

Als ausgebildete Gynäkologin begegnete Gao im Jahr 1996 in Henan ihrer ersten Aids-Patientin und erkannte, dass deren Infektion auf eine Bluttransfusion zurückging.[3][4] In den 1980er- und 1990er-Jahren verkauften viele arme Bauern in Henan Blut, wobei Blutverkauf teils von lokalen Behörden unterstützt wurde und durch unsaubere Verfahren HIV verbreitet wurde.[3][7] Gao untersuchte Dörfer in Henan, sprach mit mehr als 1000 Familien und gab Lebensmittel, Kleidung, Medikamente und Aufklärungsmaterial auf eigene Kosten weiter.[3] Sie veröffentlichte Broschüren und Berichte, verteilte Aids-Aufklärungsmaterialien in Bahnhöfen und Kliniken und kümmerte sich besonders um Erkrankte sowie um Kinder, deren Eltern an Aids gestorben waren.[4][2] Nachdem Provinzbehörden ihre Warnungen nicht aufgriffen, trug internationale Berichterstattung dazu bei, den Blutverkaufsskandal in Henan öffentlich bekannt zu machen und politischen Druck auf die chinesische Regierung zu erhöhen.[3][6] Gao war nicht die erste chinesische Ärztin, die auf die AIDS-Epidemie hinwies, doch ihre Arbeit machte das Ausmaß der Krise in China und im Ausland weithin bekannt.[3] Behörden verweigerten ihr 2001 die Ausreise zur Annahme des Jonathan Mann Award for Health and Human Rights und stellten sie 2007 zeitweise unter Hausarrest, bevor sie zur Entgegennahme eines weiteren Preises in die Vereinigten Staaten reisen durfte.[8][5] Im US-Exil hielt sie weiter Vorträge und schrieb Bücher über ihre Erfahrungen.[9]

Commons: Gao Yaojie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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