Zerminiger Spitze

Berggipfel in Italien From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Zerminiger Spitze (auch kurz Zerminiger, italienisch Monte Zerminig oder Cima Cermigna, 3109 m s.l.m.) ist ein markanter Gipfel über dem Vinschger Sonnenberg. Er befindet sich knapp sechs Kilometer nordöstlich von Schlanders und ragt 2400 Meter über der Talsohle des Vinschgaus auf. Vom Talboden zu sehen ist allerdings nur der Vorgipfel (3059 m), der sich etwas mehr als 500 Meter südwestlich des Gipfels befindet und der wie der Hauptgipfel ein Gipfelkreuz trägt.[3]

Schnelle Fakten
Zerminiger Spitze
Letzte Meter auf dem Südwestgrat des Zerminigers
Letzte Meter auf dem Südwestgrat des Zerminigers
Höhe 3109 m s.l.m.
Lage Südtirol, Italien
Gebirge Ötztaler Alpen, Saldurkamm
Schartenhöhe 99 m Erdscharte
Koordinaten 46° 40′ 12″ N, 10° 49′ 4″ O
Zerminiger Spitze (Ötztaler Alpen)
Zerminiger Spitze (Ötztaler Alpen)
Gestein Schiefer
Erstbesteigung 15. August 1895 durch Alexander Burckhardt (touristisch)[1][2]
Normalweg von St. Martin im Kofel über Goldrainer Alpe, Niederjöchl und Rosskopf
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Benannt ist der Gipfel nach dem aufgelassenen Hof Zerminig, der sich an der Westflanke des Berges am Eingang des Schlandrauntales befand.[3]

Lage und Umgebung

Der Zerminger liegt im südöstlichen Ausläufer des Saldurkamms, der den Vinschgau (bzw. den obersten Abschnitt des Etschtals) im Süden vom Schnalstal im Nordosten trennt. Damit ist er der südlichste Dreitausender der Ötztaler Alpen.[4]

Etwa 1,5 km nordöstlich des Gipfels befindet sich die etwas höhere Wiegenspitze (3119 m), von dem der Zerminiger durch die Erdscharte (3010 m) getrennt ist. Am Vorgipfel treffen sich der Westgrat, Südgrat und Ostgrat des Berges. Im weiteren Verlauf des Grats nach Osten ragt der Rosskopf (2894 m) auf, der vom Vorgipfel etwa 900 Meter entfernt ist und der bei der Besteigung über den Normalweg überschritten wird.

Alpinismus

Als erste dokumentierte Besteigung gilt die Besteigung von Alexander Burckhardt aus Erfurt am 15. August 1895. Er hatte zuvor die Mastaunspitze bestiegen und erreichte den Zerminiger über den Westgrat, der Abstieg erfolgte über den Südgrat. Seine Beschreibung der „geräumigen Gipfelfläche“ und die schlechte Sicht lässt allerdings vermuten, dass er sich auf dem Vorgipfel befand.[2]

Der heute meist gegangene Anstieg startet von der Bergsiedlung St. Martin im Kofel (1740 m), die von Latsch mit einer Seilbahn zu erreichen ist. Der Anstiegsweg führt von dort zunächst Richtung Norden bis zur Baumgrenze. Von dort führt der gute Steig etwas ausgesetzt leicht ansteigend durch die kahlen Hänge oberhalb der Goldrainer Alpe bis an einer Hirtenhütte der Kamm erreicht ist. Von dort geht es nach Westen hinab ins Niederjöchl und nach der Umrundung eines Talkessels hinauf zum Rosskopf. Nach einem weiteren kurzen Abstieg steigt man weiter nach Westen hinauf zum Vorgipfel und von diesem in etwa 20 Minuten über den Südwestgrat zum Hauptgipfel.[3]

Weitere Anstiegsmöglichkeiten gibt es vom Schlandrauner Tal über die Westseite, von Schnals durch das Penaudtal oder von Tappein (1397 m) über die plataeuartige Bergschulter Schönputz (2397 m) und den Südgrat.[5]

Literatur und Karte

Commons: Zerminiger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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