Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit (Schmiden)
Kirchengebäude in Schmiden
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Kirche Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit ist eine römisch-katholische Kirche in Schmiden, einem Stadtteil der Großen Kreisstadt Fellbach im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Die schlichte Saalkirche ist dem Patrozinium der Heiligen Dreifaltigkeit anvertraut. Sie wurde in den Jahren 1956 bis 1958 im Stile der Nachkriegsmoderne nach Plänen des Architekten Otto Linder (1891–1976) errichtet.
|
| |
| Basisdaten | |
|---|---|
| Konfession | römisch-katholisch |
| Ort | Schmiden, Deutschland |
| Diözese | Bistum Rottenburg-Stuttgart |
| Patrozinium | Allerheiligste Dreifaltigkeit |
| Baugeschichte | |
| Architekt | Otto Linder |
| Bauzeit | 1956–1958 |
| Baubeschreibung | |
| Baustil | Nachkriegsmoderne |
| Ausstattungsstil | Moderne |
| Bautyp | Saalkirche |
| 48° 49′ 47″ N, 9° 16′ 10″ O | |
Geschichte
Im Gegensatz zu dem benachbarten Oeffingen gehörte das Dorf Schmiden zum Herrschaftsgebiet des Hauses Württemberg. Mit der Einführung der Reformation unter Herzog Ulrich wurde Schmiden wie ganz Altwürttemberg 1535 evangelisch, während Oeffingen katholisch blieb. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg zogen wieder katholische Christen nach Schmiden; viele waren Heimatvertriebene aus dem Sudetenland. Dadurch nahm die Zahl der Einwohner Schmidens rasch zu. Mitte der 1950er Jahre suchte die katholische Kirchengemeinde einen Bauplatz für eine neue Kirche und fand ein geeignetes Grundstück in einem der Neubaugebiete am südwestlichen Ortsrand. Als Architekt konnte Otto Linder gewonnen werden. Die Bauarbeiten dauerten von 1956 bis 1958. Wegen fehlender finanzieller Mittel wurde die Kirche zunächst nicht vollständig fertiggestellt.
Architektur und Ausstattung
Die schlichte Saalkirche mit trapezförmigem Grundriss und angebautem Glockenturm wurde in den Jahren 1993 bis 1995 grundlegend saniert und neu gestaltet. Dabei wurde besonders auf die liturgischen Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils Rücksicht genommen. Ziel dieser Reformen war es, die Gemeinde mehr in den Gottesdienst einzubeziehen. Bei den Arbeiten wurde dementsprechend der Altar mehr in den Mittelpunkt gerückt. Für die Neugestaltung konnten der Architekt Bert Perlia (Stuttgart) und die Bildhauerin Gerlinde Beck (Mühlacker) gewonnen werden. Beck schuf ein etwa 10 m hohes, dreigestuftes Schichtrelief an der Altarwand. Die Prinzipalstücke (Altar, Ambo, Taufstein) weisen eine dreieckige Form auf und sollen an die Trinität erinnern.
Glocken
In dem Glockenturm hängen vier Glocken, die unterschiedlich groß sind. Die größte Glocke ist die Friedensglocke, die kleinste ist die nach Josef von Nazareth benannte Josefglocke. Alle Glocken wurden 1961 bei der Glockengießerei Kurtz in Stuttgart gegossen.
| Glocke | Name | Gießer | Gussort | Gussjahr | Schlagton | Gewicht | Inschrift |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| I. | Friedensglocke | Kurtz | Stuttgart | 1961 | g' | 650 kg | Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden den Menschen auf Erden |
| II. | Dreifaltigkeitsglocke | Kurtz | Stuttgart | 1961 | a' | 460 kg | Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste |
| III. | Marienglocke | Kurtz | Stuttgart | 1961 | c'' | 270 kg | Maria breite den Mantel aus |
| IV. | Josefglocke | Kurtz | Stuttgart | 1961 | d'' | 192 kg | Heiliger Josef schütze und eine unser Volk |
Literatur
- Gerlinde Beck: Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Schmiden. In: Heilige Kunst, 1995, S. 36f.
- Christian Turrey: Eine Kirche, die Kreise zieht. In: Katholisches Sonntagsblatt, Nummer 4. 1995, S. 28–29.
