Äthiosemitische Sprachen
Sprachfamilie
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die äthiosemitischen Sprachen (auch äthiopische, äthiopisch-semitische oder afrosemitische Sprachen genannt) sind eine Gruppe von Sprachen, die in Nord-Äthiopien und Eritrea gesprochen werden.
Sie bilden einen kohärenten Sprachzweig, also eine Unterfamilie, innerhalb der semitischen Sprachfamilie. (Innerhalb des Semitischen gehört das Äthiosemitische zum westsemitischen Zweig, wie die große Mehrheit der semitischen Sprachen; die weitere Einordnung ist aber unsicher.)
Die semitischen Sprachen bilden ihrerseits einen Zweig der afroasiatischen Sprachfamilie.
Zu den äthiosemitischen Sprachen zählen u. a. Amharisch, Tigrinya, Tigre, die Gurage-Sprachen, Harari und das ausgestorbene Altäthiopisch.
Die äthiosemitischen Sprachen sind wie folgt in zwei Hauptgruppen unterteilt.
- die nordäthiosemitischen Sprachen (Altäthiopisch, Tigrinya, Tigre und Dahalik)
- die südäthiosemitischen Sprachen (u. a. Amharisch)
Hierbei ist die Nordgruppe wahrscheinlich keine echte genetische Einheit (sondern besteht aus mehreren einzelnen Zweigen, die sich getrennt aus der äthiosemitischen Grundsprache entwickelt haben), die Südgruppe aber schon, so wie auch die äthiosemitische Gruppe selbst.
Quellen
Literatur
- Stefan Weninger: Ethio-Semitic in General. In: Stefan Weninger et al. (eds.): The Semitic Languages: An International Handbook. De Gruyter Mouton, Berlin 2011, S. 1114–1123.