(1144) Oda
Asteroid des Hauptgürtels
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(1144) Oda ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 28. Januar 1930 vom deutschen Astronomen Karl Wilhelm Reinmuth an der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl bei einer Helligkeit von 14 mag entdeckt wurde.
| Asteroid (1144) Oda | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Hauptgürtelasteroid |
| Große Halbachse | 3,754 AE |
| Exzentrizität | 0,080 |
| Perihel – Aphel | 3,454 AE – 4,054 AE |
| Neigung der Bahnebene | 9,804° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 156,1° |
| Argument der Periapsis | 216,7° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 30. Juni 2029 |
| Siderische Umlaufperiode | 7 a 100 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 15,35 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 56,3 km ± 0,5 km |
| Albedo | 0,06 |
| Rotationsperiode | 27 d 0 h |
| Absolute Helligkeit | 10,0 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
D |
| Geschichte | |
| Entdecker | Karl Wilhelm Reinmuth |
| Datum der Entdeckung | 28. Januar 1930 |
| Andere Bezeichnung | 1930 BJ, 1959 CJ, 1967 EV |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Karl Reinmuth entdeckte so viele Kleinplaneten, dass es ihm oft schwerfiel, Namen für die nummerierten zu finden. Daher verwendete er häufig Mädchennamen aus dem Kalender „Lahrer Hinkender Bote“. Diese Namen müssen keine Verbindung zu seinen Zeitgenossen haben.
(1144) Oda wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke als einziger größerer Asteroid zwischen der Cybele-Gruppe und den Mitgliedern der Hilda-Gruppe. Einige Forscher betrachten (1144) Oda als grenzwertigen Fall eines Hilda-Asteroiden,[1] aber sie bewegt sich stabil in der Nähe einer 13:8-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter und vollführt keine Librationsbewegung um die 3:2-Resonanz wie die Hilda-Asteroiden, wodurch sie auch nicht wie diese vor nahen Begegnungen mit Jupiter bewahrt wird. Die Bahn von (1144) Oda besitzt aber eine geringe Exzentrizität, wodurch sie in den vergangenen 10.000 Jahren Jupiter nicht näherkam als bis auf etwa 187 Mio. km (1,25 AE).[2][3]
Wissenschaftliche Auswertung
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (1144) Oda, für die damals Werte von 57,6 km bzw. 0,05 erhalten wurden.[4] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Mitglieder der Hilda-Gruppe führte 2012 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 56,3 km bzw. 0,06.[5]
Eine photometrische Durchmusterung im Rahmen der Palomar Transient Factory (PTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien ab 2009 ergab in einer Untersuchung von 2015 für die Rotationsperiode von (1144) Oda zunächst einen Wert von 44,0 h. Aus thermischen Infrarot-Daten wurde außerdem ein Durchmesser von 58,1 ± 0,4 km abgeleitet.[6] Dies war aber eine Fehlauswertung, denn nach neuen photometrischen Messungen des Asteroiden vom 8. Februar bis 21. Mai 2018 am Organ Mesa Observatory in New Mexico konnte aus der während 60 Nächten aufgezeichneten Lichtkurve sicher auf eine Taumelbewegung des Asteroiden geschlossen werden. Die Bestimmung der Rotationsperiode erwies sich aber als unklar, es konnten zwei Perioden von 648 und 553 h abgeleitet werden, von denen unbestimmt blieb, welche für die Rotation und welche für die Präzession stand. Andere Ergebnisse schienen auch möglich, könnten aber Aliaseffekte mit der Erdrotation gewesen sein, so wie auch das Ergebnis aus 2015.[7]
Siehe auch
Weblinks
- (1144) Oda beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (1144) Oda in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (1144) Oda in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).