(266) Aline

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(266) Aline ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 17. Mai 1887 vom österreichischen Astronomen Johann Palisa an der Universitätssternwarte Wien entdeckt wurde.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(266) Aline
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Mittlerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 2,806 AE
Exzentrizität 0,155
Perihel – Aphel 2,371 AE  3,240 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 13,400°
Länge des aufsteigenden Knotens 235,8°
Argument der Periapsis 152,2°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 23. April 2025
Siderische Umlaufperiode 4 a 256 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 17,68 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 109,5 km ± 1,0 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,03
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 13 h 1 min
Absolute Helligkeit 8,7 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
C
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Ch
Geschichte
Entdecker Johann Palisa
Datum der Entdeckung 17. Mai 1887
Andere Bezeichnung 1887 KA
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid wurde vermutlich benannt zu Ehren von Linda von Schuster, der Tochter von Edmund Weiss, dem Direktor der Wiener Sternwarte. In der „Beilage zum (Wiener) astronomischen Kalender 1888“, S. 88 notierte der Autor E. Weiss lakonisch: „… erhielten die Namen Anna und Aline, die eines weiteren Kommentars nicht bedürfen.“

(266) Aline bewegt sich sehr dicht innerhalb einer durch die 5:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter verursachten Kirkwoodlücke. Simulationen zeigten, dass die Umlaufbahn dabei dennoch stabil bleibt, denn die Große Halbachse, die Exzentrizität und die Bahnneigung verändern sich über einen Zeitraum von 100.000 Jahren nur geringfügig und der Asteroid überschreitet die Lücke dabei nicht.[1]

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (266) Aline, für die damals Werte von 109,1 km bzw. 0,04 erhalten wurden.[2] Mit dem Satelliten Midcourse Space Experiment (MSX) wurden 1996 bis 1997 im Rahmen der Infrared Minor Planet Survey (MIMPS) Daten gewonnen, aus denen für den Asteroiden Werte für den mittleren Durchmesser und die Albedo von 125,0 km bzw. 0,03 bestimmt wurden.[3] Radarastronomische Untersuchungen am Arecibo-Observatorium am 5. und 12. Oktober 2001 bei 2,38 GHz ergaben einen effektiven Durchmesser von 109 ± 15 km.[4] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 109,0 km bzw. 0,06.[5] Ein Vergleich von Daten, die von 1978 bis 2011 an der Sternwarte Ondřejov in Tschechien und am Table Mountain Observatory in Kalifornien gesammelt wurden, mit den Daten von NEOWISE ergab 2012 Werte für den Durchmesser und die Albedo von 108,9 km bzw. 0,06.[6] Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 152,5 km bzw. 0,02 geändert worden waren,[7] wurden sie 2014 auf 109,5 km bzw. 0,06 korrigiert.[8] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 89,4 km bzw. 0,05 angegeben[9] und dann 2016 korrigiert zu 148,3 km bzw. 0,02, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.[10]

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (266) Aline eine taxonomische Klassifizierung als Caa- bzw. Ch-Typ.[11] Am 10. Dezember 2020 wurde der Asteroid spektrophotometrisch am Observatorium des Sternberg-Instituts für Astronomie auf dem Pik Terskol in Russland untersucht, als er sich in der Nähe seines Perihels befand. Die gemessenen Reflexionsspektren passten zum Spektraltyp Ch. Es wurden Anzeichen für das Vorhandensein einer staubigen Exosphäre gefunden, deren Partikel wahrscheinlich eine kombinierte Zusammensetzung (organische Silicate) aufweisen.[12]

Photometrische Messungen von (266) Aline fanden erstmals statt am 22. und 23. September 1983 am Table Mountain Observatory in Kalifornien. Die gewonnenen Daten konnten damals nicht weiter ausgewertet werden.[13] Aus der während vier Nächten vom 10. August bis 15. September 1996 am Nationalen Astronomischen Observatorium Roschen in Bulgarien aufgezeichneten Lichtkurve konnte für die Rotationsperiode nur ein unsicherer Wert von 12,3 h abgeleitet werden.[14] Am 1. Februar 1998 wurde am gleichen Ort eine weitere Lichtkurve des Asteroiden gewonnen.[15]

Neue Beobachtungen bei einer koordinierten Zusammenarbeit zwischen dem Organ Mesa Observatory in New Mexico und der Sternwarte Belgrad in Serbien während 20 Nächten vom 18. Juli bis 25. August 2010 widerlegten dieses Ergebnis, es konnte aber zunächst keine eindeutige Entscheidung zwischen den beiden möglichen Rotationsperioden von 13,011 oder 26,023 h getroffen werden. Es wurde zwar der kürzere Wert bevorzugt, aber es wurden zur Klärung weitere Beobachtungen als notwendig erachtet.[16] Auch Messungen im gleichen Zeitraum vom 3. bis 6. August 2010 an der Astronomischen Station der Aristoteles-Universität Thessaloniki in Griechenland führten zu einer Periode von 13,05 h.[17]

Endgültige Klarheit über die korrekte Rotationsperiode brachten dann Beobachtungen vom 18. Dezember 2011 bis 19. Januar 2012 am Organ Mesa Observatory, wo ein Wert von 13,018 h bestimmt wurde.[18] Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 13,019 h bestimmt werden.[19]

Abschätzungen von Masse und Dichte ergaben in einer Untersuchung von 2012 für (266) Aline eine Masse von etwa 4,15·1018 kg und mit einem angenommenen Durchmesser von etwa 108 km eine Dichte von 6,29 g/cm³ bei keiner Porosität. Die Werte besitzen eine Unsicherheit von ±20 %.[20]

Siehe auch

Commons: (266) Aline – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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