(4236) Lidov
Asteroid des Hauptgürtels
From Wikipedia, the free encyclopedia
(4236) Lidov ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 23. März 1979 vom sowjetischen Astronomen Nikolai Stepanowitsch Tschernych am Krim-Observatorium in Nautschnyj bei einer Helligkeit von 17,8 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 3. April 1934 an der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl, 1951 am McDonald-Observatorium in Texas, 1954 am Observatorio Astronómico de La Plata in Argentinien, 1957 am Goethe-Link-Observatorium in Indiana sowie 1972 an der Sternwarte Tautenburg fotografiert worden war.
| Asteroid (4236) Lidov | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Hauptgürtelasteroid |
| Große Halbachse | 3,443 AE |
| Exzentrizität | 0,040 |
| Perihel – Aphel | 3,304 AE – 3,582 AE |
| Neigung der Bahnebene | 7,272° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 348,5° |
| Argument der Periapsis | 145,9° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 5. März 2023 |
| Siderische Umlaufperiode | 6 a 142 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 16,05 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 32,9 km ± 0,2 km |
| Albedo | 0,05 |
| Rotationsperiode | 17 d 15 h |
| Absolute Helligkeit | 11,5 mag |
| Geschichte | |
| Entdecker | Nikolai S. Tschernych |
| Datum der Entdeckung | 23. März 1979 |
| Andere Bezeichnung | 1934 GC, 1951 XQ, 1954 JT, 1957 WL, 1972 BW, 1979 FV1, 1982 TE, 1985 DJ |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Der Asteroid ist benannt zu Ehren von Michail Lwowitsch Lidow (1926–1993), Himmelsmechaniker unter Mstislaw Wsewolodowitsch Keldysch an dessen Institut für Angewandte Mathematik der Russischen Akademie der Wissenschaften, bekannt für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Astrodynamik und Astronautik.
(4236) Lidov wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber außerhalb der Hecuba-Lücke und ist damit ein Mitglied der Cybele-Gruppe.
Wissenschaftliche Auswertung
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (4236) Lidov, für den damals Werte von 32,7 km bzw. 0,05 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 35,6 km bzw. 0,04.[2] Eine Analyse von Beobachtungen, die im September 2006 und Juni 2007 durch das japanische Weltraumteleskop AKARI im mittleren Infrarot erfolgt waren, ergab 2012 Werte für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 30 ± 2 km bzw. 0,06.[3] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 32,9 km bzw. 0,05 korrigiert.[4]
Mit dem Weltraumteleskop Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) konnten während dessen Durchmusterung des Südhimmels 2018 bis 2019 auch Objekte des Sonnensystems beobachtet werden. Dabei wurden auch die Lichtkurven von fast 10.000 Asteroiden aufgezeichnet. Für (4236) Lidov wurde aus Messungen vom 30. Juni bis 17. Juli 2019 eine Rotationsperiode von 422,93 h erhalten.[5] (4236) Lidov ist damit ein extrem langsamer Rotator.
Siehe auch
Weblinks
- (4236) Lidov beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (4236) Lidov in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (4236) Lidov in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).