(699) Hela
Asteroid des Hauptgürtels
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(699) Hela ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 5. Juni 1910 vom deutschen Astronomen Joseph Helffrich an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,0 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er am gleichen Ort bereits am 21. November 1902 fotografiert worden war.
| Asteroid (699) Hela | |
|---|---|
| Berechnetes 3D-Modell von (699) Hela | |
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Mittlerer Hauptgürtel Marsbahngrazer |
| Große Halbachse | 2,615 AE |
| Exzentrizität | 0,410 |
| Perihel – Aphel | 1,544 AE – 3,686 AE |
| Neigung der Bahnebene | 15,286° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 242,5° |
| Argument der Periapsis | 91,6° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 23. Dezember 2024 |
| Siderische Umlaufperiode | 4 a 83 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 17,62 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Albedo | 0,10 |
| Rotationsperiode | 3 h 24 min |
| Absolute Helligkeit | 11,4 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
S |
| Spektralklasse (nach SMASSII) |
Sq |
| Geschichte | |
| Entdecker | Joseph Helffrich |
| Datum der Entdeckung | 5. Juni 1910 |
| Andere Bezeichnung | 1902 WE, 1910 LC, 1923 TB, 1948 KD, 1957 WX1 |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Der Asteroid ist möglicherweise benannt nach Hel, in der Nordischen Mythologie die Totengöttin. Yggdrasil war ein Weltenbaum, dessen eine Wurzel in Asgard, die zweite in Jötunheim und die dritte in der Unterwelt Niflheim wuchs, wo auch Helheim liegt, das Reich der Todesgöttin, wohin jene verbannt wurden, die nicht im Kampf gefallen waren.
Die Bahn des Asteroiden besitzt eine große Exzentrizität, wodurch seine Periheldistanz (sonnennächster Punkt) zwar noch größer als das Perihel, aber kleiner als das Aphel (sonnenfernster Punkt) des Mars ist. Er wird daher zu den Marsbahngrazern gezählt. Durch die Schrägstellung der Bahn des Asteroiden gegenüber der Marsbahn können sich die beiden Himmelskörper derzeit aber nicht näher kommen als bis auf etwa 61,0 Mio. km (0,41 AE).
Wissenschaftliche Auswertung
Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (699) Hela eine taxonomische Klassifizierung als S- bzw. Sk-Typ.[1]
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt am 13. Juni 1982 am McDonald-Observatorium in Texas.[2] Weitere Beobachtungen erfolgten am 19. Juni und 19. Juli 1982 am Lowell-Observatorium in Arizona.[3] Eine Auswertung der Daten erfolgte dann zusammen mit den Ergebnissen von Messungen vom 13. Juli bis 24. August 1982 am Walter H. Balcke Observatory in Illinois. Aus den aufgezeichneten Lichtkurven wurde zunächst eine Rotationsperiode von 3,6557 h bestimmt.[4]
Eine Revision der Daten ergab jedoch, dass dieser Wert möglicherweise auf einer Fehlauswertung beruhte und die Periode korrekterweise bei 3,3962 h liegt.[3] Auch eine Untersuchung von 2000 bestätigte die Fehlauswertung und bestimmte unter zusätzlicher Verwendung von Beobachtungen vom 14. und 17. September 1999 am Palmer Divide Observatory in Colorado sowie vom 21. und 29. September 1999 durch einen Amateurastronomen in Italien ebenfalls einen Wert für die Rotationsperiode von 3,396 h.[5] Bei einer im gleichen Zeitraum stattfindenden Messung am 15. September 1999 am Observatorium der Universität der Wissenschaften Szeged in Ungarn passte die aufgezeichnete Lichtkurve zu einer wahrscheinlichsten Periode von etwa 3,3 h.[6]
Neue photometrische Beobachtungen wurde wieder durchgeführt vom 24. bis 27. Juli 2016 an der Palmer Divide Station des Center for Solar System Studies (CS3) in Colorado, auch hier wurden die registrierten Daten zu einer Periode von 3,3960 h ausgewertet.[7]
Mit dem Weltraumteleskop Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) konnten während dessen Durchmusterung des Südhimmels 2018 bis 2019 auch Objekte des Sonnensystems beobachtet werden. Dabei wurden auch die Lichtkurven von fast 10.000 Asteroiden aufgezeichnet. Für (699) Hela wurde aus Messungen etwa vom 1. bis 26. März 2019 eine Rotationsperiode von 3,39619 h erhalten.[8]
Aus archivierten Daten der Asteroid Photometry Database aus dem Zeitraum 1999 bis 2016, weiteren Daten des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und von TESS sowie neuen Beobachtungen vom 7. bis 24. Juli 2020 durch die Grupo de Observadores de Asteroides (GOAS) in Spanien konnte für den Asteroiden erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 3,396 h berechnet werden.[9]
Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 3,39623 h berechnet.[10]
Siehe auch
Weblinks
- (699) Hela beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (699) Hela in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (699) Hela in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (699) Hela in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).