(739) Mandeville

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(739) Mandeville ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 7. Februar 1913 vom US-amerikanischen Amateurastronomen Joel Hastings Metcalf in Winchester (Massachusetts) bei einer Helligkeit von 9,5 mag entdeckt wurde.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(739) Mandeville
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Mittlerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 2,740 AE
Exzentrizität 0,142
Perihel – Aphel 2,350 AE  3,130 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 20,667°
Länge des aufsteigenden Knotens 136,5°
Argument der Periapsis 44,4°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 3. September 2026
Siderische Umlaufperiode 4 a 196 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 17,90 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 104,5 km ± 1,6 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,05
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 23 h 55 min
Absolute Helligkeit 8,9 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
X
Spektralklasse
(nach SMASSII)
X
Geschichte
Entdecker Joel Hastings Metcalf
Datum der Entdeckung 7. Februar 1913
Andere Bezeichnung 1913 CH, 1963 HE
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt nach der Stadt Mandeville in Jamaika, wo der US-amerikanische Astronom Edward Charles Pickering (1846–1919) Beobachtungen durchführte.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (739) Mandeville, für die damals Werte von 107,5 km bzw. 0,06 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 103,7 km bzw. 0,05.[2] Ein Vergleich von Daten, die von 1978 bis 2011 an der Sternwarte Ondřejov in Tschechien und am Table Mountain Observatory in Kalifornien gesammelt wurden, mit den Daten von NEOWISE ergab 2012 Werte für den Durchmesser und die Albedo von 103,6 km bzw. 0,05.[3] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 104,5 km bzw. 0,05 korrigiert.[4] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 107,4 oder 115,6 km bzw. 0,04 angegeben[5] und dann 2016 korrigiert zu 108,7 km bzw. 0,05, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.[6]

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (739) Mandeville eine taxonomische Klassifizierung als X-Typ.[7]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 1. bis 6. Februar 1981 am Table Mountain Observatory in Kalifornien. Aus der während drei Nächten aufgezeichneten Lichtkurve erfolgte zunächst eine Schätzung für die Rotationsperiode zu möglicherweise 16 h.[8] Im gleichen Zeitraum wurden auch Beobachtungen vom 2. bis 5. Februar 1981 während drei Nächten am Osservatorio Astronomico di Torino in Italien durchgeführt. Die registrierte Lichtkurve ließ sich zu zwei möglichen Rotationsperioden von 11,9 oder 15,9 h interpretieren, von denen aber (auch aus Kenntnis der Beobachtungsergebnisse aus Kalifornien) die längere bevorzugt wurde.[9] Die Daten beider Messungen ergänzten sich zu sechs aufeinanderfolgenden Beobachtungsnächten, so dass nach der Kombination aller Daten eine Rotationsperiode von 15,9 h nicht mehr möglich erschien. Nach sorgfältiger Überprüfung weiterer möglicher Werte wurde nun eine Periode von 11,93 h als die wahrscheinlichste angesehen, obwohl auch die doppelte Periode von 23,9 h nicht völlig ausgeschlossen werden konnte.[10]

Neue Beobachtungen erfolgten wieder vom 13. bis 20. Dezember 2011 am Oakley Southern Sky Observatory, der australischen Außenstation des Rose-Hulman Institute of Technology in Indiana. Die Daten konnten aber nicht zu einer Lichtkurve ausgewertet werden.[11]

Bei Asteroiden mit Rotationsperioden von ungefähr einem halb- oder ganzzahligen Erdtag kann an einem Observatorium oft nur eine unvollständige Lichtkurve aufgenommen werden, da in jeder Nacht immer wieder derselbe Teilabschnitt der Lichtkurve erfasst wird, was oft zu Fehlauswertungen führt. Daher wurde ein umfangreiches Beobachtungsprojekt gestartet, bei dem vom 18. September bis 21. November 2019 durch die Zusammenarbeit von acht Observatorien der Grupo de Observadores de Rotaciones de Asteroides (GORA) in Argentinien mit zusätzlicher Unterstützung eines Observatoriums in Australien zwar immer noch keine lückenlose Lichtkurve erfasst werden konnte, aber die Bestimmung einer Rotationsperiode von 23,92 h gelang.[12]

Weitere photometrische Messungen durch GORA vom 7. November 2020 bis 25. Januar 2021 an acht Observatorien in Argentinien und Spanien erbrachten jedoch in der Auswertung eine völlig neue Rotationsperiode von 35,842 h, also das 1 ½-fache des zuvor ermittelten Wertes. Zur Klärung dieses schwierigen Falles wurden weitere koordinierte Beobachtungen an weit voneinander entfernten Orten als notwendig angesehen.[13]

Abschätzungen von Masse und Dichte ergaben in einer Untersuchung von 2012 für (739) Mandeville eine Masse von etwa 1,16·1018 kg und mit einem angenommenen Durchmesser von etwa 106 km eine Dichte von 1,88 g/cm³ bei einer Porosität von 55 %. Diese Werte besitzen eine sehr hohe Unsicherheit von ±92 %.[14]

Siehe auch

Einzelnachweise

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