(912) Maritima
Asteroid des Hauptgürtels
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(912) Maritima ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 27. April 1919 vom deutschen Astronomen Arnold Schwassmann an der Hamburger Sternwarte in Bergedorf bei einer Helligkeit von 11,9 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 27. November 1911 in Winchester (Massachusetts) fotografiert worden war.
| Asteroid (912) Maritima | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Äußerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 3,130 AE |
| Exzentrizität | 0,180 |
| Perihel – Aphel | 2,568 AE – 3,693 AE |
| Neigung der Bahnebene | 18,309° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 33,4° |
| Argument der Periapsis | 91,5° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 12. Mai 2023 |
| Siderische Umlaufperiode | 5 a 197 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 16,70 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 82,7 km ± 0,3 km |
| Albedo | 0,04 |
| Rotationsperiode | 55 d 12 h |
| Absolute Helligkeit | 9,4 mag |
| Spektralklasse (nach SMASSII) |
C |
| Geschichte | |
| Entdecker | Arnold Schwassmann |
| Datum der Entdeckung | 27. April 1919 |
| Andere Bezeichnung | 1911 WB, 1919 HC, 1930 GA, 1930 MO |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Der Asteroid ist vermutlich benannt anlässlich der ersten Seereise der Universität Hamburg. Vor dem Zweiten Weltkrieg schloss die Universität einmal jährlich während des Sommersemesters ihre Pforten und unternahm eine drei- bis viertägige Fahrt auf der Nordsee mit einem der großen Ozeandampfer, die ihr von den Hamburger Reedereien zur Verfügung gestellt wurden. Die Benennung erfolgte durch den deutschen Astronomen Richard Reinhard Emil Schorr. Siehe auch bei (947) Monterosa.
Wissenschaftliche Auswertung
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (912) Maritima, für die damals Werte von 83,2 km bzw. 0,11 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 94,2 km bzw. 0,09.[2] Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 97,1 km bzw. 0,04 geändert worden waren,[3] wurden sie 2014 auf 82,7 km bzw. 0,11 korrigiert.[4] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2016 angegeben mit 90,0 oder 90,3 km bzw. 0,04, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.[5]
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 11. bis 18. Mai 1996 am Osservatorio Astrofisico di Catania in Italien. Aus der während vier Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde zunächst eine Rotationsperiode von 6,066 h abgeleitet.[6] Dagegen erbrachte die Auswertung weiterer Beobachtungen vom 13. bis 20. November 2005 während vier Nächten am Palmer Divide Observatory in Colorado eine Rotationsperiode von 48,43 h,[7] die dann aber bei einer Revision der Daten im Jahr 2011 zu einem korrigierten Ergebnis von 20,83 h geändert wurde.[8]
Es handelte sich dabei aber in allen Fällen um Fehlauswertungen, denn bei neuen Messungen vom 7. Oktober bis 31. Dezember 2010 während 22 Nächten am Hunters Hill Observatory in Australien und am Lenomiya Observatory in Arizona konnte festgestellt werden, dass es sich bei (912) Maritima um einen extrem langsamen Rotator mit einer abgeleiteten Rotationsperiode von 1332 ± 5 h handelt. Dieses Ergebnis wurde aber als nicht endgültig beurteilt und daher weitere Beobachtungen als notwendig erachtet.[9]
Siehe auch
Weblinks
- (912) Maritima beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (912) Maritima in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (912) Maritima in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).