(938) Chlosinde

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(938) Chlosinde ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 9. September 1920 vom deutschen Astronomen Karl Wilhelm Reinmuth an der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl bei einer Helligkeit von 13,1 mag entdeckt wurde.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(938) Chlosinde
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Themis-Familie
Große Halbachse 3,151 AE
Exzentrizität 0,194
Perihel – Aphel 2,540 AE  3,763 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 2,669°
Länge des aufsteigenden Knotens 119,0°
Argument der Periapsis 225,1°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 15. Juni 2027
Siderische Umlaufperiode 5 a 217 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 16,62 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 33,5 km ± 0,2 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,05
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 19 h 12 min
Absolute Helligkeit 11,3 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Karl Wilhelm Reinmuth
Datum der Entdeckung 9. September 1920
Andere Bezeichnung 1920 RC, 1948 RJ
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Karl Reinmuth entdeckte so viele Kleinplaneten, dass es ihm oft schwerfiel, Namen für die nummerierten zu finden. Daher verwendete er häufig Mädchennamen aus dem Kalender „Lahrer Hinkender Bote“. Diese Namen müssen keine Verbindung zu seinen Zeitgenossen haben.

Aufgrund ihrer Bahneigenschaften wird (938) Chlosinde zur Themis-Familie gezählt.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (938) Chlosinde, für die damals Werte von 26,8 km bzw. 0,12 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 36,1 km bzw. 0,06.[2] Nachdem die Werte 2012 nach neuen Messungen auf 34,0 km bzw. 0,05 geändert worden waren,[3] wurden sie 2014 auf 33,5 km bzw. 0,07 korrigiert.[4]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 23. August bis 3. September 2010 am Santana Observatory und am GMARS Observatory in Kalifornien. Aus der während neun Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 19,20 h bestimmt.[5] Nur kurz darauf erfolgte eine weitere Beobachtung vom 25. bis 28. September 2010 am New Mexico Skies Observatory der Tzec Maun Foundation, die auch zu dieser Periode passte.[6] Eine Beobachtung am Barnes Ridge Observatory in Kalifornien vom 1. bis 14. September 2010 ergab dagegen ein abweichendes Ergebnis von 13,702 h.[7]

Asteroidenpaar

(938) Chlosinde bildet mit dem Asteroiden (1815) Beethoven ein quasi-complanares Asteroidenpaar.[8] Sie besitzen sehr ähnliche Bahnelemente und bewegen sich nahezu in der gleichen Bahnebene, allerdings sind ihre Apsidenlinien deutlich gegeneinander verdreht. (938) Chlosinde besitzt eine geringfügig kürzere Umlaufzeit um die Sonne als (1815) Beethoven, so dass sie ihn nur etwa alle 2900 Jahre überholt. Das letzte Mal geschah dies im 5. Jahrhundert, anschließend führten die beiden Asteroiden über einen Zeitraum von etwa 700 Jahren als Quasisatelliten eine Pendelbewegung umeinander aus, allerdings ohne gravitativ aneinander gebunden zu sein, bevor sie sich wieder voneinander entfernten. Die nächste Annäherung zwischen den beiden Körpern wird sich erst im 34. Jahrhundert ereignen.[9]

Siehe auch

Einzelnachweise

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