(954) Li

Asteroid des Hauptgürtels From Wikipedia, the free encyclopedia

(954) Li ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 4. August 1921 vom deutschen Astronomen Karl Wilhelm Reinmuth an der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl bei einer Helligkeit von 12,2 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte der Asteroid bereits auf Aufnahmen gefunden werden, die zwischen 26. Oktober und 17. November 1905 am gleichen Ort und am 14. April 1920 am Union-Observatorium in Johannesburg gemacht worden waren.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(954) Li
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Themis-Familie
Große Halbachse 3,129 AE
Exzentrizität 0,174
Perihel – Aphel 2,585 AE  3,672 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 1,173°
Länge des aufsteigenden Knotens 163,2°
Argument der Periapsis 150,2°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 6. Februar 2027
Siderische Umlaufperiode 5 a 195 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 16,71 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 58,8 km ± 0,5 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,06
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 7 h 12 min
Absolute Helligkeit 10,2 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
FCX
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Karl Wilhelm Reinmuth
Datum der Entdeckung 4. August 1921
Andere Bezeichnung 1905 UN, 1920 GC, 1921 PC, 1943 PE, 1952 BE2
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid wurde benannt zu Ehren von Lina Reinmuth, geb. Alstede (1904–1984), der Frau des Entdeckers (auch (955) Alstede wurde nach ihr benannt).

Aufgrund ihrer Bahneigenschaften wird (954) Li zur Themis-Familie gezählt.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (954) Li, für die damals Werte von 58,0 km bzw. 0,06 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 52,1 km bzw. 0,06.[2] Nachdem die Werte 2012 auf 58,8 km bzw. 0,05 geändert worden waren,[3] wurden sie 2014 auf 49,7 km bzw. 0,06 korrigiert.[4] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 mit 62,6 km bzw. 0,04 angegeben, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.[5]

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (954) Li eine taxonomische Klassifizierung als C- bzw. Cb-Typ.[6]

Die Rotationsperiode konnte durch photometrische Beobachtungen zwischen 1999 und 2007 am Astronomischen Institut der Nationalen W.-N.-Karasin-Universität Charkiw und am Krim-Observatorium in Simejis zu 7,207 h bestimmt werden.[7]

Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 14,4099 h berechnet.[8]

Asteroidenpaar

(954) Li bildet mit dem Asteroiden (1898) Cowell ein quasi-complanares Asteroidenpaar.[9] Sie besitzen sehr ähnliche Bahnelemente, d. h. ihre Bahnformen sind fast gleich und sie bewegen sich nahezu in der gleichen Bahnebene, allerdings sind ihre Apsidenlinien deutlich gegeneinander verdreht. (1898) Cowell besitzt eine geringfügig größere Umlaufzeit um die Sonne als (954) Li, so dass er von dieser etwa alle 680 Jahre überholt wird. Für einen Zeitraum von etwa 90 Jahren führen die beiden Asteroiden dann als Quasisatelliten eine Pendelbewegung umeinander aus, allerdings ohne gravitativ aneinander gebunden zu sein, bevor sie sich wieder voneinander entfernen. In den 1000 Jahren um die derzeitige Epoche herum kommen sich die beiden Körper aber nicht näher als 3,6 Mio. km.[10]

Siehe auch

Einzelnachweise

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