101 Dalmatiner (1961)

Zeichentrickfilm der Walt Disney Studios (1961) From Wikipedia, the free encyclopedia

101 Dalmatiner, deutsch ursprünglich unter dem Titel Pongo und Perdita[1] veröffentlicht, ist der 17. abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt Disney Studios und erschien im Jahr 1961. Er basiert auf dem 1956 erschienenen Roman Hundertundein Dalmatiner von Dodie Smith, in dem sie Erinnerungen an ihren verstorbenen Dalmatiner Pongo verarbeitete.

Titel101 Dalmatiner
OriginaltitelOne Hundred and One Dalmatians
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel 101 Dalmatiner
Originaltitel One Hundred and One Dalmatians
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1961
Länge 76 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Disney Animation
Stab
Regie
Drehbuch Bill Peet
Produktion Walt Disney
Musik
Schnitt
  • Roy M. Brewer Jr.
  • Donald Halliday
Synchronisation
Chronologie
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Der Film wurde von Regisseur Wolfgang Reitherman, der auch bei Das Dschungelbuch Regie führte, und Walt Disney für vier Millionen US-Dollar produziert. In Deutschland wurde der Film besonders zu seinen Wiederaufführungen immer wieder umbenannt. 1980 lief der Film zum Beispiel unter dem Namen Pongo und Perdi – Abenteuer einer Hundefamilie in den Kinos.[2] Seit der Videoauswertung 1996 hat sich der Titel 101 Dalmatiner durchgesetzt.

Handlung

Der in London lebende Dalmatinerrüde Pongo sucht eine Partnerin für sich und sein Herrchen Roger. Bei einem Spaziergang macht er ihn mit Anita und ihrer Dalmatinerdame Perdita bekannt, was trotz einiger Missgeschicke in eine Eheschließung mündet. Kurz darauf bekommen die glücklichen Hundeeltern 15 Welpen. Für die Hundebesitzer Anita und Roger zuerst eine große Freude, bis Anitas abstoßende, eingebildete Freundin Cruella De Vil auftaucht, die von einem Mantel aus Dalmatinerfell träumt und, da ein Verkauf abgelehnt wird, die Welpen von den beiden vertrottelten Ganoven Jasper und Horace entführen lässt.

Mit Unterstützung zuerst der Hunde in der Nachbarschaft und später des ganzen Landes suchen und finden Pongo und Perdita ihre entführten Hundekinder und befreien sie aus der Gewalt von Cruellas Handlangern. Da diese noch weitere Dalmatinerwelpen entführt haben, sind es insgesamt 99. Natürlich lassen die beherzten Hundeeltern keinen der Welpen zurück, und es beginnt eine abenteuerliche Reise zurück nach Hause. Verfolgt von Cruella und den beiden Ganoven, gelingt es nur mit vielen Tricks und der Hilfe weiterer Tiere, mit allen Welpen das Zuhause zu erreichen, wo sie überglücklich empfangen werden. Ihre Menschen sind endlich zu Geld gekommen und beschließen, alle 101 Hunde zu behalten und eine Dalmatinerzucht zu eröffnen.

Einspielergebnis

Der Film spielte in den Kinos weltweit rund 216 Millionen US-Dollar ein, davon 145 Millionen US-Dollar in den USA.[3]

Synchronisation

Beide Synchronfassungen entstanden bei der Simoton Film in Berlin. In der ersten Fassung führte Hermann Gressieker die Dialogregie und schrieb das Dialogbuch.[4] Für die zweite Fassung schrieb Heinrich Riethmüller das Dialogbuch und führte die Dialogregie.

Weitere Informationen Rollenname, Englische Synchronstimme ...
Rollenname Englische Synchronstimme Deutsche Synchronstimme (1961)[4][5] Deutsche Synchronstimme (1980)[2] Tierart[6]
Pongo Rod Taylor Gerd Vespermann Claus Jurichs Dalmatiner
Perdita Cate Bauer Uta Hallant Liane Rudolph
Cruella De Vil Betty Lou Gerson Gisela Reißmann Beate Hasenau
Roger Radcliffe Ben Wright Ernst Jacobi Eckart Dux
Roger (Gesang) Bill Lee
Anita Lisa Davis Heidemarie Theobald Gisela Fritsch
Jasper Badun J. Pat O’Malley Harry Wüstenhagen Jochen Schröder
Horace Badun Frederick Worlock Franz Nicklisch Gerd Duwner
Nanny Martha Wentworth Inge Landgut Brigitte Mira
Pfarrer Luis van Rooten Ewald Wenck Anton Herbert
Danny George Pelling Alexander Welbat Wolfgang Völz Deutsche Dogge
Pip David Frankham Harry Wüstenhagen Wolfgang Ziffer
Towser Tudor Owen Peter Schiff Joachim Cadenbach Bloodhound
Lucy Martha Wentworth ? Ingeborg Wellmann Gans
Colonel J. Pat O’Malley Erich Fiedler Arnold Marquis Bobtail
Sergeant Tibs David Frankham Gerd Duwner Wilfried Herbst Hauskatze
Captain Thurl Ravenscroft Hans W. Hamacher Gerd Holtenau Pferd
Collie Tom Conway Horst Niendorf Langhaarcollie
Labrador Ramsay Hill Heinz Welzel Joachim Nottke Labrador Retriever
Queenie, eine Kuh Martha Wentworth Anneliese Würtz Inge Wolffberg Hausrind
Princess, eine Kuh Queenie Leonard ? Edith Elsholtz
Duchess, eine Kuh Marjorie Bennett ? Inge Landgut
eine Kuh Sylvia Marriott kein Text
Die Welpen Mickey Maga
Mimi Gibson
Sandra Abbott
Barbara Beaird u. a.
Douglas Welbat u. a. Jörg Conradt
Jeanette Blümel
Oliver Redsch
Oliver Elias u. a.
Dalmatiner
Ansager Ramsay Hill ? Lothar Hinze
Moderator Tom Conway ?
Inspektor Graves Frederick Worlock Anton Herbert
Miss Birdwell Betty Lou Gerson ? Inge Landgut
Mr. Simpkins J. Pat O’Malley Erich Poremski Hans Nitschke
LKW-Fahrer Tudor Owen Anton Herbert Helmut Krauss
Mechaniker Paul Wexler ? Herbert Weißbach
Hundebesitzer unverständlich unverständlich Gerd Holtenau, Inge Landgut, Hans Schwarz jr.
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Entstehung

In diesem Film wurde zum ersten Mal ein neues Verfahren, die Xerox-Fotokopie, angewendet. Vorher musste jede Zeichnung per Hand mit Tinte zu Papier gebracht werden, was sehr zeitaufwändig war. Mit dem Fotokopiergerät ließ sich nun der skizzenhafte Reiz der Originalzeichnungen direkt auf den Film übertragen, wodurch die Produktion enorm beschleunigt wurde. Gleichzeitig löste das von Ub Iwerks eingeführte Verfahren auch die künstlerische Schwierigkeit, wie sich 101 Dalmatiner auf einem Filmbild unterbringen lassen. Das Xerox-Verfahren bestimmte für die nächsten zwei Jahrzehnte die Optik der Disney-Zeichentrickfilme. Die anfänglich durchaus angebrachte Neuerung führte jedoch zu einer allmählichen Verflachung der Disney-Animationskunst, die erst in den 1980er Jahren gestoppt wurde.

Rezeption

Weitere Informationen Quelle, Bewertung ...
Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 98 %[7]
Metacritic (Metascore) 83/100[8]
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Auszeichnungen

Kritik

„Ein witziger Disney-Zeichentrickfilm voller hübscher Gags, der zeitlos-fröhliche Unterhaltung bietet.“

Lexikon des internationalen Films[9]

Der Film wurde im Dezember 1961 von der Evangelischen Filmgilde – noch unter dem deutschen Titel Pongo und Perdita - Abenteuer einer Hundefamilie – zum Film des Monats gekürt.

Der Schriftsteller Stephen King setzte den Film zusammen mit weiteren Disney-Filmen in einen Kontext mit frühen Horrorfilmen und ihrer Wirkung auf Kinder. Er bezeichnete sie für die Fantasie der Kinder als potenzielle „Minenfelder des Schreckens“ und benennt dabei böse Cruella als geistige Enkelin der Disneyhexen aus Schneewittchen und Dornröschen. Sie ängstige durch ihr garstiges Aussehen, ihre laute Stimme und vor allem durch „ihren Plan, die Dalmatinerwelpen zu töten und Hundefellmäntel aus ihnen zu machen.“[10]

Adaptionen

2003 entstand eine Fortsetzung namens 101 Dalmatiner Teil 2 – Auf kleinen Pfoten zum großen Star! (101 Dalmatians II: Patch’s London Adventure). 1996 drehte Disney ein Remake als Realfilm, mit echten Hunden und Glenn Close als Cruella De Vil. Eine Fortsetzung namens 102 Dalmatiner folgte 2000. Im Mai 2021 erschien die Realverfilmung Cruella, die als Vorgeschichte zum Animationsfilm und den Realfilmen mit Close die Ursprünge von der Bösewichtin Cruella De Vil behandelt.

Video- und DVD-Veröffentlichungen

  • 101 Dalmatiner, Disney/Warner Home Video 2000
  • 101 Dalmatiner, 2-Disc-Limited-Platinum-Edition, Disney Home Video 2008
  • 101 Dalmatiner, Special Collection, DVD, Walt Disney Studios Home Entertainment, 2012
  • 101 Dalmatiner, Special Collection, Blu-ray, Walt Disney Studios Home Entertainment, 2012

Filmmusik

Literatur

  • Dirk Manthey (Hrsg.): Die Filme von Walt Disney. Die Zauberwelt des Zeichentricks. Kino-Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-89324-029-2, S. 64–69.
  • Dodie Smith: Hundertundein Dalmatiner. (Originaltitel: The Hundred and One Dalmatians). Süddeutscher Verlag, München 1958.

Einzelnachweise

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