12+1tet (Victoriaville) 2007
Musikalbum von Anthony Braxton
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12+1tet (Victoriaville) 2007 ist ein Musikalbum von Anthony Braxton. Die am 20. Mai 2007 auf dem Festival International de Musique Actuelle de Victoriaville in Victoriaville (Québec) entstandenen Aufnahmen erschienen 2007 auf Les Disques Victo.
| 12+1tet (Victoriaville) 2007 | ||||
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| Livealbum von Anthony Braxton | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
20. Mai 2007 | |||
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Format(e) |
CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
1 | |||
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1:10:41 | ||||
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Besetzung |
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Joanne Vézina, Michel Levasseur | ||||
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Aufnahmeort(e) |
Festival International de Musique Actuelle de Victoriaville, Victoriaville | |||
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Hintergrund
Auf diesem Album mit einer zwölfköpfigen Gruppe von Musikern präsentiert der Komponist und Holzbläser Anthony Braxton seine epische Komposition Nr. 361. Mit diesem Ensemble, das er zusammengestellt hatte, um seine Ghost Trance Music aufzuführen, war Braxton bereits für vier Nächte im März 2006 im New Yorker Club Iridium aufgetreten (9 Compositions (Iridium) 2006). Fast alle der zwölf Musiker spielen mehr als ein Instrument. Dazu gehören die üblichen Saxophone, Klarinetten, Blechblasinstrumente, Flöten, Schlagzeug, Gitarre und Bass, aber auch Muschelhorn, Euphonium, Fagott, Alt- und Bassflöte, Piccoloflöte, Trompete und Flügelhorn sind dabei. Am selben Tag entstand auch das Album Trio (Victoriaville) 2007, mit Mary Halvorson und Taylor Ho Bynum, die beide auch Mitglieder des großen Ensembles waren.
Titelliste
- Anthony Braxton: 12+1tet (Victoriaville) 2007 (Les Disques Victo – VICTO CD 109)[1]
- Composition No. 361 1:10:43
Die Komposition stammt von Anthony Braxton.
Rezeption
Braxton-Fans würden ein reifes Werk erwarten, das gewissermaßen die meisten seiner musikalischen Anliegen zusammenfasst: das Spiel zwischen Form und freier Improvisation, die Mischung der Klangfarben, die Erforschung von Pulsschwankungen, die Variationen der Dichte und die Persönlichkeit, die jedes Instrument und jeder Musiker dem Ganzen verleihe, meint Paul Serralheiro (Squid‘s Ear). Für neue Hörer sei dies ein ebenso guter wie jeder andere Einstiegspunkt, vielleicht sogar der beste, denn man könnte es als das Werk eines Musikers auf dem Höhepunkt seines Schaffens bezeichnen, der auf jahrzehntelange musikalische Erfahrung zurückblicken kann und dennoch über ungebrochene Kreativität verfüge. Als Doyen der Jazztradition (auch wenn ihn einige Kritiker außerhalb des Jazz verorten und Braxton selbst diese Bezeichnung ablehne) würde der Komponist von zwölf Musikern begleitet, die seine musikalische Vision verstehen und teilen würden und die größtenteils langjährige Weggefährten seien. So entstehe, wie es in den Liner Notes heißt, „eine Verschmelzung von Musikern, die tief in seinem Werk verwurzelt sind“. Mal kakophonisch, mal lyrisch, mal intensiv rhythmisch, mal beschwingt – diese Seite des Ensembles würde die gesamte Bandbreite emotionaler und musikalischer Kreativität abdecken. Und die Musik sei stets berührend.[2]

Seit Braxtons Konzert in Willisau (Performance (Quartet) 1979) seien fast 30 Jahre des Komponierens und Aufführens vergangen, die in einem 12+1-Tet Braxtons gipfelten, das im Mai 2007 für das Victoriaville Festival wieder zusammenkam, meint Jeff Stockton in All About Jazz. Die Musiker seien aufgrund ihrer Vertrautheit mit Braxtons Konzepten ausgewählt worden, und diese Vertrautheit mit dem Material führe zu unverwechselbaren und anregenden Kombinationen zwischen den Blechbläsern, Holzbläsern und drei Streichern (plus Schlagzeug). Individuelle Stimmen träten hier hervor: Jay Rozens pulsierende Tuba, James Feis und Steve Lehmans flinke und schwebende Saxophone, Taylor Ho Bynums einfallsreiche Kornettläufe. Die 70-minütige, durchgehende Darbietung würde ihrer eigenen strengen inneren Logik folgen, ohne dabei jemals an Dynamik zu verlieren.[3]
Braxtons Victoriaville-CD würde einen idealen Einstieg für alle bieten, die sich nicht auf das neunteilige Box-Set des Ensembles aus dem Jahr 2007 mit neun CDs und einer DVD festlegen wollten, meint Mike Shanley in JazzTimes. Tatsächlich sollte jeder, der sich für Braxton interessiere, unbedingt „Composition No 361“ genauer unter die Lupe nehmen. Braxton habe das Stück als Höhepunkt seiner „Ghost Trance“-Reihe bezeichnet und nutze diese Plattform, um alle möglichen Kombinationen klanglicher Texturen auszuschöpfen. Es gebe zahlreiche Momente, in denen der Bandleader raue, kreischende Töne auf seinen Holzblasinstrumenten erklingen lasse, doch der Großteil des Stücks würde die harschen und dissonanten Gruppenpassagen vermeiden und stattdessen bisweilen an Üppigkeit grenzen. Die ersten Momente würden tatsächlich so klingen, als würde sich die Ellington-Band auf dünnes Eis begeben. Verschiedene Instrumente spalteten sich im Laufe der 70 Minuten in kleine Gruppen auf, doch sie gerieten nie mit anderen, gleichzeitig erklingenden, eigenständigen Parts in Konflikt. Am beeindruckendsten sei die Art und Weise, wie die Grenzen zwischen Improvisation und Komposition nahezu nicht zu erkennen seien. In der umfangreichen Braxton-Diskografie sei dies ein idealer Einstieg.[4]