18-Methoxycoronaridin
Arzneistoff
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18-Methoxycoronaridin (18-MC) ist eine halbsynthetische Substanz, die sich ableitet vom Alkaloid Coronaridin. Coronaridin ist strukturverwandt mit Ibogain, beides sind Indolalkaloide aus der Pflanzenfamilie der Apocynaceae.
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | 18-Methoxycoronaridin | |||||||||||||||
| Andere Namen |
(−)-18-Methoxycoronaridin | |||||||||||||||
| Summenformel | C22H28N2O3 | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 368,47 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Allgemeines
Nachdem 1962 Howard Lotsof die Entdeckung machte, dass Ibogain Entzugssymptome bei Opiat-Abhängigkeit zu lindern vermochte und darüber hinaus zur Verringerung des Suchtgefühls (Substanzverlangen) führte – also zu einem gewissen Abstinenzphänomen –, gelang es in den 1990er Jahren, diese zunächst anekdotischen Befunde wissenschaftlich zu untermauern. Da allerdings Ibogain Nebenwirkungen in bestimmten Personengruppen mit Vorerkrankungen hat, die einer eventuellen Zulassung als Medikament entgegenstehen, entwickelten Stanley Glick und Martin Kuehne Mitte der 1990er Jahre verschiedene Derivate, so auch das 18-MC, im Bemühen, Ibogain in seinem pharmakologischen Profil zu optimieren und darauf aufbauend, genauere Erkenntnisse zu gewinnen über Wirkzusammenhänge des Suchtgeschehens. Später wurden weitere Analoga synthetisiert und untersucht, darunter das 18-Methylaminocoronaridin (18-MAC).
Pharmakologie
18-MC wirkt ähnlich wie Ibogain, es hat allerdings weniger Nebenwirkungen. Es lindert im Tierversuch sowohl die Suchtstärke (Substanzverlangen) als auch Entzugserscheinungen bei Opiatabhängigkeit. Die suchtlindernden Eigenschaften von 18-MC oder Ibogain wurden interessanterweise auch nachgewiesen bei einer ganzen Reihe von weiteren stoffgebundenen Abhängigkeiten, z. B. bezüglich Alkohol-, Opiod- und Kokainabhängigkeit.[2][3]
18-MC verringert im Tierversuch die Selbstverabreichung von Morphin und Methamphetamin. 18-MAC ist dabei, verglichen mit 18-MC, in der Morphin-Reihe doppelt so effektiv, beim Methamphetamin jedoch weniger. Gegenüber Nicht-Suchtstoffen verhalten sich – anders als Ibogain – die Coronaridine neutral.[4]
18-MC und 18-MAC (18-Methylaminocoronaridin) sind nicht-kompetitive Antagonisten an einem speziellen Nicotin-Rezeptor, vom Subtyp α3β4, wobei 18-MAC die höhere Potenz besitzt.[4] Diese Blockade korreliert gut mit der beobachteten Anti-Substanzverlangens-Wirkung.[2] Selektive α3β4-Blocker mit hoher Potenz sind bis dato allerdings noch unbekannt. Im Gegensatz zu Ibogain haben diese Coronaridine keine Affinität am NMDA-Rezeptor und sind auch sonst im Bindungsprofil deutlich selektiver.[4][5]
Eine milde bis moderate Affinität zur entsprechenden α3β4-Andockstelle scheinen etliche ZNS-aktive Substanzen zu besitzen, unter ihnen Clozapin, SSRI-Antidepressiva, Methadon, Dextromethorphan, Laudanosin und Mecamylamin (ein ehemaliges Blutdruck-Medikament).[6]