32. Infanterie-Division (Wehrmacht)

Militärischer Verband der Wehrmacht From Wikipedia, the free encyclopedia

Die 32. Infanterie-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht.

Aktiv1. Oktober 1936 bis 8. Mai 1945 (Kapitulation)
StaatDeutsches Reich NS Deutsches Reich
StreitkräfteWehrmacht
TeilstreitkraftHeer
Schnelle Fakten Aktiv, Staat ...

32. Infanterie-Division

Truppenkennzeichen der 32. Infanterie-Division

Truppenkennzeichen: Löwe an Kette
Aktiv 1. Oktober 1936 bis 8. Mai 1945 (Kapitulation)
Staat Deutsches Reich NS Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Heer
Typ Infanterie-Division
Gliederung

Siehe: Gliederung

Divisions-Hauptquartier Köslin
Zweiter Weltkrieg Überfall auf Polen
Westfeldzug
Krieg gegen die Sowjetunion
Kesselschlacht von Demjansk
Abwehrschlacht bei Newel
Kurland-Kessel
Kommandeure
Liste der Kommandeure
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Geschichte

Aufstellung

Die Division wurde am 1. Oktober 1936 in Köslin im Wehrkreis II (Stettin) aufgestellt.

Die Gliederung mit den für den Verband durchgeführten Neuaufstellungen war:[1]

  • Divisionsstab (Köslin) (aus )
  • Infanterie-Regiment 4 (Kolberg) (von der 2. Infanterie-Division)
  • Infanterie-Regiment 94 (Köslin) (aus I./IR 4 )
  • Infanterie-Regiment 96 (Schneidmühl) (aus )
  • Pionier-Bataillon 2 (Stettin und Podejuch) (aus Pionier-Bataillon Stettin A)
  • Artillerie-Regiment 32 (Deutsch-Krone) (mit 3 Abteilungen aus AR 2)
  • Artillerie-Regiment 68 (mit 2 Abteilungen aus. IV./AR 2 und aus II./AR 38)
  • Beobachtungs-Abteilung 32 () (Neuaufstellung)
  • Panzerabwehr-Abteilung 32 (Kolberg) (aus Kraftfahr-Abteilung 2 mit Personalzuweisung von den Reiter-Regimentern 5 und 14)
  • Nachrichten-Abteilung 32 (Greifenberg) (Neuaufstellung)
  • Nachschubtruppen Nr. 32

Nach der Mobilisierung am 1. August 1939 wurden die Divisionstruppen in den Raum Preußisch Friedland verlegt. Eine Aufklärungs-Abteilung 32 wurde am 1. August in Stolp aus Personal des Kavallerie-Regiment 5 gebildet.[1] Per 26. August stellte der Verband in Schlawe ein Feldersatz-Bataillon 32 auf.[1]

Polenfeldzug

Zu Beginn des Überfalls auf Polen überschritt sie bei Friedland am 1. September die Grenze, drang in den Vormarschkämpfen über Monkowarsk und Gruczno zur Weichsel bei Chełmno und weiter über Gollub-Drobin-Plonsk zum Narew vor, nahm an den Kämpfen bei Praga und beim Angriff auf die Festung Modlin und deren Einnahme teil. Gegen Ende des Feldzuges stand die Division im Norden von Warschau.

Besatzungsaufgaben in Polen

Zwei Monate verblieb die 32. Infanterie-Division als Besatzungstruppe in Polen. Ende 1939 wurde sie in die Eifel verlegt.

Im Januar 1940 wurde das Feld-Ersatz-Bataillon 32 für die Aufstellung des III./Infanterie-Regiment 314 an die 162. Infanterie-Division abgegeben.[1] Mit Februar 1940 ging das II./IR 94 als künftiges I./IR 509 an die 292. Infanterie-Division und wurde vom Verband neu aufgestellt.[1]

Westfeldzug

Ab 10. Mai 1940 nahm die Division am Angriff auf Frankreich teil. Nach dem Vormarsch durch Luxemburg und Belgien stieß die Division in den Raum Givet vor, überwand Maas und Somme, machte die Gefechte bei Trélon, Cambrai, im Raum Lille und bei Abbeville mit. Nach Verfolgungskämpfen erreichte die Division die Seine und drang weiter bis zur Loire in den Raum Nantes vor.

Besatzungstruppe in Frankreich

Als Besatzungstruppe war der Verband mit in die Vorbereitungen für das „Unternehmen Seelöwe“ eingebunden.

Vom September 1940 bis zum April 1941 verlegte die Division nach Westpreußen zur Ausbildung.

Unternehmen Barbarossa

Ab 22. Juni 1941 nahm die Division am Angriff auf die Sowjetunion teil. Im Rahmen der Heeresgruppe Nord stieß sie südlich an Kowno vorbei, wo sie an den Vormarschkämpfen bei Mariampol, Sileniaj, Rumiske und Wilja bei Zubiske teilnahm. Nach Verfolgungskämpfen überwand die Division die Düna und stieß über die Sarjamka auf Cholm vor. Nach Angriffskämpfen bei Molwotizy und Latkino erreichte die Division den Weljesee und stieß auf Waldai vor.

1942

Am 9. Januar 1942 begann der sowjetische Großangriff mit vier Armeen am Seligersee und brach mit aller Wucht im Divisionsabschnitt der 123. ID in der Landbrückenfront ein. Trotz Unterstützung durch die 32. ID wurde die 123. ID vernichtet.

Demjansk

Nach ersten Abwehrkämpfen bei Staraja Russa stand die Division Anfang 1942 im östlichen Rand des Kessels von Demjansk.

1943

Die Division ging nach Räumung des Kessels auf Staraja-Russa zurück und nahm an den Abwehrkämpfen an der Redja und an der Porussja teil. Im November 1943 wurde die Division nach Newel transportiert, wo sie die Angriffs- und Abwehrkämpfe am Jasnosee und im Ushta-Brückenkopf mitmachte und schließlich Verteidigungsstellungen im Raum Polozk bezog.

1944

Ab Januar 1944 begannen weitere Absetzbewegungen von Polozk an die Welikaja, in die Pantherstellung und in den Raum Sujewo-Utkino. Bei Beginn der Sommeroffensive der sowjetischen Truppen im Juli 1944 stand die Division im Verband der Heeresgruppe Nord bei Ostrow. Von dort folgten weitere Rückzugskämpfe über den Utroja-, Kuchwa- und Vjada-Abschnitt, über Madona (Modohn) und Ērgļi auf die Segewoldstellung bei Suntazi, im Oktober 1944 das Absetzen über Riga-Schlock auf Tukkum.

Kurland

Bei der 1. und 2. Kurlandschlacht verteidigte die Division bei Moscheiken und im Raum Rudbarzi. Stellungskämpfe am Libauersee und Abwehrkämpfe bei Dadzi.

1945

Bis zum Januar 1945 kämpfte die Division an verschiedenen Gebieten in Kurland, u. a. Vainode, südlich von Liepāja (Libau) und südwestlich von Saldus (Frauenburg).

Gegen Ende Januar 1945 erfolgte die Verlegung im Seetransport nach Libau. Anfang Februar stand die Division bei Jastrow. Kurze Zeit später erfolgte der Rückzug nach Norden, weiter über die deutsch-polnische Grenze bis in den Vorraum von Gotenhafen und von dort weiter Richtung Westpreußen und Pommern in den Raum Flatow. Danach folgten Abwehrkämpfe bei Linde, Grunau und im Raum Görsdorf und Rückzugskämpfe über Firchau-Lichtenhagen-Deutsch Briesen in den Brückenkopf Danzig. Die Division ging auf der Oxhöfter Kämpe und im Raum Nickelswalde vorübergehend zur Verteidigung über, marschierte dann über die Frische Nehrung nach Pillau und kämpfte bei Tenkitten und Lochstädt.

In kleinen Gruppen schlugen sich die Reste der Division zur Halbinsel Hela durch und formierten sich dort zum letzten Mal.

Kapitulation

Am 10. Mai 1945 marschierten die Soldaten in geordneter Formation vorbei am Generalleutnant Hans Boeckh-Behrens, ihrem letzten Kommandeur, in sowjetische Gefangenschaft.

Unterstellung und Einsatzräume

Weitere Informationen Datum, Korps ...
DatumKorpsArmeeHeeresgruppeEinsatzraum
September 1939II.4. ArmeeNordPommern, Polen
Dezember 1939ReserveBEifel, Rhein
Januar 1940II.Eifel, Belgien, Frankreich
August 19406. ArmeeFrankreich, Nantes
September 1940C
Oktober 1940I.18. ArmeeBOstpreußen
April 1941II.
Mai 194116. ArmeeC
Juni 1941NordDünaburg
Januar 1942Demjansk
März 1943X.
April 1943HöhneStaraja Russa
Juni 1943VIII.
Dezember 1943I.Newel, Polozk
März 1944Reserve
April 1944XXVIII.18. ArmeePleskau, Ostrow
Mai 1944Reserve
Juni 1944XXXVIII.
August 1944L.Walk, Riga
Oktober 1944XXXVIII.Grasser
November 1944II.18. ArmeeKurland
Januar 1945I
Februar 1945XVIII2. ArmeeWeichselWestpreußen, Hela
April 1945XXIIIOstpreußen
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Gliederung

1939

  • Infanterie-Regiment 4[A 1]
  • Infanterie-Regiment 94
  • Infanterie-Regiment 96
  • Aufklärungs-Abteilung 32
  • Artillerie-Regiment 32
    • I.–III. Abteilung
    • I./Artillerie-Regiment 68
  • Beobachtungs-Abteilung 32 (1)
  • Pionier-Bataillon 32
  • Panzerabwehr-Abteilung 32
  • Nachrichten-Abteilung 32
  • Feldersatz-Bataillon 32
  • Infanterie-Divisions-Nachschubführer 32

Im Januar 1940 wurde das Feldersatz-Bataillon 32 als III./Infanterie-Regiment 314 an die 162. Infanterie-Division abgegeben. Im Februar 1940 folgte das II./IR 94, das als I./IR 509 zur 292. Infanterie-Division kam. Im Oktober 1940 wurde ⅓ der Division, darunter der Stab IR 4, III./IR 4, III./IR 94, III./IR 96 an die 122. Infanterie-Division abgegeben und durch Neuaufstellungen ersetzt.

1942

  • Grenadier-Regiment 4
  • Grenadier-Regiment 94
  • Grenadier-Regiment 96
  • Radfahr-Abteilung 32
  • Artillerie-Regiment 32
    • I.–III. Abteilung
    • I./Artillerie-Regiment 68
  • Pionier-Bataillon 32
  • Panzerjäger-Abteilung 32
  • Nachrichten-Abteilung 32
  • Feldersatz-Bataillon 32
  • Infanterie-Divisions-Nachschubführer 32

1942 wurden nach schweren Verlusten die Bataillone III./IR 4, III./IR 94, II./IR 96 aufgelöst, damit schrumpfte die Kampfkraft der Division auf 6 Infanterie-Bataillone.

1943–1945

Im September 1943 strukturierte sich die Division zur Division neuer Art um. Die Aufklärungs-Abteilung 32 wurde zum Divisions-Füsilier-Bataillon (A.A.) 32.

  • Grenadier-Regiment 4
  • Grenadier-Regiment 94
  • Grenadier-Regiment 96
  • Füsilier-Bataillon 32 (2)
  • Artillerie-Regiment 32
    • I.–III. Abteilung
    • I./Artillerie-Regiment 68
  • Pionier-Bataillon 32
  • Panzerjäger-Abteilung 32
  • Nachrichten-Abteilung 32
  • Feldersatz-Bataillon 32
  • Kommandeur der Infanterie-Divisions-Nachschubtruppen 32, ab 1. September 1944 Versorgungs-Regiment 32

Kommandeure

Weitere Informationen Datum, Dienstgrad ...
DatumDienstgradName
1. Oktober 1936Generalmajor/GeneralleutnantNikolaus von Falkenhorst
19. Juli 1939GeneralleutnantFranz Böhme[A 2]
1. Oktober 1939GeneralmajorEccard von Gablenz (mit der Führung beauftragt)
1. Dezember 1939GeneralleutnantFranz Böhme
15. Juni 1940GeneralleutnantWilhelm Bohnstedt
24. Januar 1942 Oberst Max Ilgen
1. März 1942OberstKarl Hernekamp (mit der Führung beauftragt)
1. Juni 1942Generalmajor/GeneralleutnantWilhelm Wegener
27. Juni 1943GeneralmajorAlfred Thielmann (mit der Führung beauftragt)
12. September 1943GeneralleutnantHans Boeckh-Behrens
1. Februar 1944OberstFranz Schlieper (mit der Führung beauftragt)
1. Juni 1944GeneralleutnantHans Boeckh-Behrens
13. August 1944OberstGeorg Koßmala (mit der Führung beauftragt)
August 1944GeneralleutnantHans Boeckh-Behrens
September bis Dezember 1944 Oberst Werner Graf von Bassewitz-Levetzow (in Vertretung)
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Bekannte Divisionsangehörige

Literatur

  • Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen 1–50. Podzun-Pallas Verlag, Friedberg 1991, ISBN 3-7909-0413-9.
  • Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. 2. Auflage. Band 5: Die Landstreitkräfte 31–70. Biblio-Verlag, Bissendorf 1977, ISBN 3-7648-1107-2. S. 14 f.

Anmerkungen

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