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4,4′-Oxydianilin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

4,4′-Oxydianilin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der aromatischen Amine und ein Derivat des Diphenylethers.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von 4,4′-Oxydianilin
Allgemeines
Name 4,4′-Oxydianilin
Andere Namen
  • 4,4′-Diaminodiphenylether
  • Bis(p-aminophenyl)ether
  • ODA
  • Bis(4-aminophenyl)ether
  • 4,4′-DADPE
  • 4,4′-Diaminobiphenyloxid
  • Oxybis(4-aminobenzol)
Summenformel C12H12N2O
Kurzbeschreibung

hellgrauer geruchloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 101-80-4
EG-Nummer 202-977-0
ECHA-InfoCard 100.002.707
PubChem 7579
ChemSpider 7298
Wikidata Q3704503
Eigenschaften
Molare Masse 200,24 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

186–187 °C[2]

Siedepunkt

>300 °C[2]

Löslichkeit

0,048 g·l−1 bei 20 °C in Wasser,[3] löslich in Aceton[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301+311+331​‐​317​‐​340​‐​350​‐​361f​‐​410
P: 202​‐​273​‐​280​‐​301+310​‐​302+352+312​‐​304+340+311[1]
Zulassungs­verfahren unter REACH

besonders besorgnis­erregend: krebs­erzeugend, fortpflanzungs­gefährdend (CMR)[5]

Toxikologische Daten

725 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).
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Eigenschaften

4,4′-Oxydianilin ist ein brennbarer hellgrauer geruchloser Feststoff, der praktisch unlöslich in Wasser ist. Er zersetzt sich bei Erhitzung über 189–192 °C.[1]

Gewinnung und Darstellung

Die Synthese von 4,4′-Oxydianilin durch Reduktion von 4,4′-Dinitrodiphenylether[6] mit Zinn und Salzsäure in Gegenwart von Ethanol wurde 1896 publiziert.[7][8] Alternativ erhält man die Verbindung durch Hydrierung von 4,4′-Dinitrodiphenylether unter Verwendung verschiedener Katalysator-Systeme.[2]

Verwendung

4,4′-Oxydianilin wurde in den USA und Japan zur Herstellung von Polyimiden und Polyesterimiden verwendet, die kurzzeitig bis 480 °C temperaturbeständig sind.[2] Ein Beispiel dafür ist der hochtemperaturbeständige Kunststoff Kapton von DuPont, den man durch Umsetzung von 4,4′-Oxydianilin mit Pyromellitsäuredianhydrid erhält.[9] Während Polyimide für die Isolierung elektrischer Kabel, in Formteilen wie Dichtungen und Zahnrädern, in Klebstoffen und Beschichtungen für Gewebe und Papier eingesetzt werden, werden Polyesterimide hauptsächlich als Lacke in Elektromotoren, Generatoren und Schaltanlagen verwendet.[2]

Risikobewertung

4,4′-Oxydianilin wurde am 19. Dezember 2012 in der Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufgenommen.[5]

Einzelnachweise

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