4-Methylaminophenazon
chemische Verbindung
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4-Methylaminophenazon ist ein Abbauprodukt von Arzneistoffen aus der Gruppe der Pyrazolone, die als Schmerzmittel (Analgetika), entzündungshemmende (Antiphlogistika) und fiebersenkende Mittel (Antipyretika) eingesetzt werden. 4-Methylaminophenazon (4-MAA) zeigt selbst pharmakologische, u. a. analgetische Aktivität und ist für die Wirkung der später als Prodrugs erkannten Arzneistoffe verantwortlich.
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
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| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | 4-Methylaminophenazon | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C12H15N3O | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 217,27 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Pharmakologische Eigenschaften
4-Methylaminophenazon wurde als Stoffwechselprodukt beim Abbau von Aminophenazon (Pyramidon), besser Dimethylaminophenazon, im menschlichen Harn nachgewiesen. Das sekundäre Amin wird durch Acetylierung am N-Atom weiter metabolisiert. Außerdem wird es zu 4-Aminophenazon demethyliert, welches ebenfalls an der Aminogruppe acetyliert wird (4-Acetylaminophenazon).[2]

Auch beim metabolischen Abbau von Metamizol entsteht 4-Methylaminophenazon. Dieses wird in 4-Formylaminophenazon und 4-Aminophenazon umgewandelt. Letzteres wird acetyliert zu 4-Acetylaminophenazon.[3]

Toxikologie
Siehe die Prodrugs Aminophenazon und Metamizol-Natrium.
Sonstige Informationen
4-Methylaminophenazon wird vermutlich direkt nicht als Arzneistoff verwendet. Das Hydrochlorid dieser Base dient als Standard in der pharmakologischen Analytik unter dem Namen 4-Methylaminoantipyrin-Hydrochlorid.[4]
Literatur
- Ernst Mutschler: Arzneimittelwirkungen. 9. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2008, ISBN 978-3-8047-1952-1.