AA Bronson
kanadischer Künstler
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AA Bronson (* 1946 in Vancouver) ist ein kanadischer Konzeptkünstler, Verleger und Kurator, der als Mitbegründer der Künstlergruppe General Idea bekannt wurde.[1][2] Bekannt wurde sein Werk durch die mit General Idea entwickelte AIDS-Bildsprache und später durch sein Solowerk, das sich mit Trauer, Heilung und Zusammenarbeit befasst.[3][4]
Leben
Bronson studierte in den 1960er-Jahren Architektur in Winnipeg und verließ die Universität mit Freunden zum Aufbau einer Kommune, einer freien Schule und einer Untergrundzeitung.[5] Über die Gegenkultur von Rochdale College, Theatre Passe Muraille und den Torontoer Kommunen fand er zu Felix Partz und Jorge Zontal; 1969 formierte sich daraus General Idea.[5][2][3] Die Gruppe arbeitete rund 25 Jahre lang zusammen, bewegte sich zwischen Toronto und New York und widmete ihr Leben der queeren Szene dieser Städte.[1][6] Im Jahr 1994 endete die Zusammenarbeit mit dem Tod von Partz und Zontal an den Folgen von AIDS.[2][5] Bronson lebt heute in Berlin.[7][5]
Wirken
General Idea entwickelte ein medien- und institutionskritisches Werk, das Mail Art, Performances, fiktive Schönheitswettbewerbe, Künstlerzeitschriften und Installationen umfasst; dazu gehörten FILE Megazine und Art Metropole.[5][3] In den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren rückte die Gruppe die AIDS-Krise ins Zentrum und machte sie mit der Werkserie Imagevirus beziehungsweise AIDS im öffentlichen Raum und im Ausstellungsbetrieb sichtbar.[3][8][2] Nach 1994 arbeitete Bronson zunächst als Heiler und kehrte dann mit Werken über Verlust, Genesung und das Verhältnis von Lebenden und Toten zur Kunst zurück.[5][4] Seine Soloprojekte banden Rituale, Beschwörungen und queere Spiritualität ein und blieben zugleich stark kollaborativ.[9][4] Später leitete er Printed Matter, Inc. und gründete Kunstbuchmessen in New York und Los Angeles, womit er seine frühe Beschäftigung mit unabhängigen Publikationsformen institutionell fortsetzte.[5][7] Mit A Public Apology to Siksika Nation weitete er sein Werk auf die Themen historische Schuld, Versöhnung und fortdauernde Verantwortung aus.[10][4] Die großen Retrospektiven in Ottawa, Amsterdam und Berlin machten zudem sichtbar, wie stark Bronson das Nachleben von General Idea weiterhin prägt.[7][8][6]