AL-KO Vehicle Technology Group
Entwickler und Hersteller von Komponenten und Zubehör in den Bereichen Freizeitfahrzeuge
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Die AL-KO Vehicle Technology Group GmbH ist ein Entwickler und Hersteller von Komponenten und Zubehör für Freizeitfahrzeuge, Nutzfahrzeuge und Nutzanhänger.
| AL-KO Vehicle Technology Group | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1931 |
| Sitz | Kötz, |
| Leitung | Harald Hiller, CEO[1] |
| Mitarbeiterzahl | 2877 (im Jahr des letzten eigenständigen Jahresabschlusses, 2020)[2] |
| Umsatz | 562 Mio. Euro (im Jahr des letzten eigenständigen Jahresabschlusses, 2020)[2] |
| Branche | Fahrzeugtechnik |
| Website | www.alko-tech.com |
| Stand: 2020 | |
Das Unternehmen war bis 2015 zentraler Teil von AL-KO Kober. Nach Abspaltung des Geschäftsbereichs Fahrzeugtechnik wurde dieser Unternehmensbereich mit dem amerikanischen Achsenhersteller Dexter Axle unter dem Dach von DexKo Global zusammengefasst.[2]
Geschichte
Den Grundstein für die AL-KO Fahrzeugtechnik legte Alois Kober (1908–1996) mit der Gründung der Alois Kober GmbH im Jahre 1931. Das Unternehmen begann als Schmiede in Großkötz. 1952 startete die Fertigung von Handbremshebeln. In den nachfolgenden Jahren lief die Produktion von Achsen und Rahmenfahrgestellen für Wohnwagen an. 1958 gründete das Unternehmen die erste Tochterfirma und die Söhne Kurt (1936–2015), Willy und Herbert Kober, die alle bei ihrem Vater in die Lehre gingen, stiegen in die Geschäftsleitung ein. Die erste Auslandsniederlassung wurde 1961 in Österreich gegründet, weitere Niederlassungen in England, Frankreich, Italien und der Schweiz folgten im Jahr 1970. Die Entwicklung der AKS-Spursicherungssysteme 1975 und die Markteinführung des heutigen AL-KO Chassis für Wohnmobile waren wichtige Schritte der Geschäftsentwicklung.[3] Nach der Eröffnung der Standorte USA 1983 und Australien 1986 folgte ein Jahr später die Gründung von AL-KO Kunststofftechnik.
Im Jahr 1987 wurde die Alois Kober GmbH in die AL-KO Kober AG überführt. Die drei Kober-Brüder agierten dort als Vorstandsmitglieder. Mit der Übernahme der „VEB Dämpfungstechnik“ in Hartha (Sachsen) kam 1991 der Geschäftsbereich AL-KO Dämpfungstechnik hinzu.[4] Dieser wurde zur Konzentration auf das Kerngeschäft des Mutterkonzerns 2021 an KW Automotive veräußert.[5] 2012 wurde die Sawiko Fahrzeugzubehör GmbH im niedersächsischen Neuenkirchen-Vörden übernommen und als eigenständige Marke weitergeführt.
Im Mai 2013 wurde die Aktiengesellschaft nach deutschem Recht in eine Aktiengesellschaft nach europäischem Recht mit Namen AL-KO Kober SE umgewandelt.[6] Ein Jahr später akquirierte AL-KO die britische Firma Bradley Doubledock in Bingley (West Yorkshire), deren Produktion 2016 nach Southam (Warwickshire) verlagert wurde.[7]
Zusammenschluss zu Dexko Global
Zum Jahresanfang 2016 veräußerte die AL-KO Kober SE ihre Fahrzeugtechnik-Sparte an Investoren, die sie mit Dexter Axle zur DexKo Global Inc, zusammenschlossen.[8] Seither agiert die AL-KO Fahrzeugtechnik[9] als eigenständige Marke unter dem Dach von DexKo Global und ist im Konzern für die Märkte außerhalb der Vereinigten Staaten zuständig. Als Mehrheitsaktionär von DexKo Global fungierte bis 2021 das amerikanische Investmentunternehmen KPS Capital Partners. Brookfield Business Partners erwarb im Jahre 2021 die Aktionärsanteile und ist damit auch eigentümer von AL-KO Vehicle Technology.[10]
Nach dem Zusammenschluss zu DexKo Global übernahm der Mutterkonzern fortlaufend weitere Unternehmen, die er seiner Tochtergesellschaft AL-KO zuordnete. Auf diese Weise erfolgten die Übernahmen der Winterhoff GmbH in Breckerfeld und der Melbourne Trailer and Caravan Supplies in Australien, 2017 von BPW Bergische Achsen und dessen Tochterunternehmen BPW Fahrzeugtechnik mit Sitz in Paderborn[11], des kanadischen Unternehmens Ingersol Axles von der IMT Group und von E&P Hydraulics. 2018 wurden die australischen Unternehmen G&S Chassis und Hume Caravan Supplies, CM Trailer Parts aus Neuseeland und CBE aus Italien übernommen, 2019 die Chassishersteller Preston Chassis (AUS) und Bankside Patterson (GB). Weitere Übernahmen erfolgten mit Aguti, einem Anbieter von Sitzen und Zubehör, und dem italienischen Hydraulikspezialisten SAFIM. Zuletzt ordnete Dexko dem Bereich AL-KO nach Übernahme das Elektronikunternehmen Nordelettronica (2020) aus Italien zu sowie Brink (2021), einen Hersteller von Anhängerkupplungen aus den Niederlanden.
Im Jahr 2022 überneham die Muttergesellschaft DexKo in den Niederlanden die De Haan Metaaltechniek B.V., einen Entwickler und Produzenten von Kotflügeln, der seitdem AL-KO beliefert.[12] Weitere Übernahmen erfolgten unter anderem mit dem schwedischen Händler von Hubstützen- und Federungssystemen TCM Projekts B.V. (2023)[13], dem deutschen Elektronikhersteller Toptron Elektronik GmbH & Co. KG (2023)[14] und dem italienischen Hydraulikspezialisten Cerma Srl (2024).[15]
Geschäftsbereiche
Das Kerngeschäft der AL-KO Fahrzeugtechnik sind Komponenten für Anhänger, Caravan, Reisemobil sowie Nutzfahrzeuge, Agrar- und Baufahrzeuge. Dazu gehören beispielsweise Chassis, Luftfederungen, Heckträger, Hubstützensysteme, Sicherheitssysteme, Hydraulik.
Standorte

Hauptstandort und Unternehmenssitz ist Kötz in Bayern. Weitere Standorte sind Neuenkirchen-Vörden, Elsdorf, Vintl, Louhans, Nieuw-Vennep, Skene und Ramsau im Zillertal. Insgesamt ist die AL-KO Fahrzeugtechnik an mehr als 40 Standorten weltweit vertreten. Im Hinblick auf die Umsatzzahlen nach Regionen finden die Hauptgeschäfte in Deutschland (40 Prozent Umsatzanteil) und dem übrigen Europa (48 Prozent Umsatzanteil) statt.
Literatur
- AL-KO Kober AG (Hrsg.): AL-KO 1931–2006: Ein Unternehmen schreibt Geschichte. Eigenverlag, Kötz 2006.
Weblinks
- Till Hofmann: Wie die Amerikaner zu Alko kamen. In: Augsburger Allgemeine. 26. Oktober 2017.
- Alexander Bögelein: Alko Fahrzeugtechnik. „Die Veränderungen waren brutal“. In: Südwest Presse, Ulm. 19. Mai 2018, archiviert vom am 22. April 2021 (Interview mit Geschäftsführer Harald Hiller).
