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Aachen (Adelsgeschlecht)

Adelsgeschlecht From Wikipedia, the free encyclopedia

Aachen (ursprünglich Aach) ist der Name eines erloschenen rheinländisch-westfälischen Briefadelsgeschlechts.

Stammwappen derer von Aachen im Wappenbuch des Westfälischen Adels

Nicht zu verwechseln ist das Geschlecht mit dem gleichnamigen Adels- und Patriziergeschlecht aus Aachen.[1] Auch war das Geschlecht entgegen anderslautender Vermutungen von Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke nicht stammverwandt mit den Aich (auch Aach) zu Haus Op dem Berg.

Geschichte

Die Familie war ursprünglich bürgerlich. Walther Aach, promovierter Jurist, war ab spätestens 1601 als Syndikus und Prokurator am Reichskammergericht in Speyer tätig. Als kurfürstlich-bayerischer Rat und Hofkanzler wirkte Walther Aach ab 1622 in München. In dieser Münchener Zeit erreichte er am 15. Juli 1625 die Erhebung in den Adelsstand. Auch seine beiden Söhne, Jacob Adam und Philipp Christoph, wurden mit ihm in den Adelsstand erhoben.[2] Danach war Walther von Aach Kanzleidirektor und bis 1629 Regierungsmitglied in der Kurpfalz. Sohn Jakob Adam von Aachen (urkundlich 1625–1637) war schönauischer Pfleger zu Heidelberg.

Ferner finden sich die Brüder Johann Werner von Aach(en) (urkundlich 1651–1676), 1662/3 Verwalter von Haus Speyer, 1662 verheiratet mit einer Anna Barbara, 1671 Amtskellner zu Neuleiningen und Ramsen mit Besitz des Georgenhofs zu Eisenberg, 1687 wohnhaft in Mainz, und Karl von Aach(en) (urkundlich 1651) sowie Maria Ester von Aach(en), verheiratet mit Sulpitius Bauz, und Margaretha Elisabeth von Aach(en), verheiratet mit Georg Schorn.[3]

Auch nach der Verleihung des Adelsstands an Walther von Aach und seine Söhne finden sich noch bürgerliche Mitglieder der Familie, beispielsweise Matthias Aach, 1669 Ratsherr zu Mayen, und Anton Aach (urkundlich 1685) ebendort.[4]

In Westfalen besaß die Familie Gut Reigerding bei Rhede und einen Teil des Hauses Eicholz.[5] Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts standen mehrere Familienmitglieder in Diensten der königlich-preußischen Armee:

  • Anton Ludwig von Aachen, 1739 Fähnrich beim Regiment Dohna, 1742 Sekondeleutnant beim Infanterie-Regiment Hautcharmoy
  • Clemens August von Aachen (* 1756 in Uerdingen; † 15. Juli 1808 Münster), königlich-preußischer Hauptmann beim Infanterie-Regiment von Hagken, ⚭ 3. Oktober 1777 Münster Maria Johanna von Aachen geb. Amboten (1755–1845)
    • Maria Charlotte Theresia von Aachen (* 4. Juli 1779) ⚭ Caspar Leipold Anton Michael von Lilien (* 18. Mai 1770), Werler Erbsälzer
    • Maria Elisabeth Josefine von Aachen (* 17. Januar 1781)
    • Lewin Friedrich Johann August von Aachen (* 24. Februar 1782; † 1812 in Russland), Capitän beim 13. Westfälischen Infanterie-Regiment; Leutnant des 5. Westphälischen Linienregiment in Russland[6]
    • Maria Sophia Theresia Ludovica von Aachen (* 6. April 1784; † 12. Oktober 1858) ⚭ 1816 Wilhelm Christoph Jakob August von Haas (1785–1855)
    • Caspar Karl Ewald Franz von Aachen (* 19. August 1786; † 1816 London), Leutnant beim Dragoner-Regiment von Wobeser, später Oberstleutnant der englisch-deutschen Legion
    • Bernhardine von Aachen (* 5. April 1793; † 17. März 1830) ⚭ 1825 Friedrich Karl von Schauroth (* 3. Mai 1790; † 16. Oktober 1861)[7]

Mit Ewald von Aachen starben die Herren von Aachen 1816 im Mannesstamm aus.

Wappen der bürgerlichen Aach in Siebmachers Wappenbüchern

Wappen

Blasonierung des Wappens von 1625: In Schwarz drei (2:1) silberne Halbmonde. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken zwei von Silber und Schwarz übereck geteilte Büffelhörner.

Wegen Walther von Aachs Arbeit am Reichskammergericht führt Johann Siebmacher das Familienwappen unter den „Speyerischen am kaiserlichen Kammergericht“.[8]

Das bürgerliche Stammwappen der Familie war nahezu identisch, nur anders tingiert (In Blau drei silberne Halbmonde. Helm mit blau-silbern geteilten Büffelhörnern).[4]

Literatur

Einzelnachweise

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