Abdullah Thabit

saudi-arabischer Lyriker und Romancier From Wikipedia, the free encyclopedia

Abdullah Thabit (arabisch عبد الله ثابت, DMG ʿAbdallāh Ṯābit; * 1973 in Abha, Provinz Asir) ist ein saudi-arabischer Lyriker und Romancier, der durch den Roman al-Irhābī 20 (‚Der 20. Terrorist‘, 2006) bekannt wurde.[1] Er stand 2009/2010 auf der Beirut39-Liste der 39 bedeutendsten arabischen Autorinnen und Autoren unter 40.[2] Nach massiven Drohungen im Umfeld der Veröffentlichung von al-Irhābī 20 zog er 2006 mit seiner Familie von Abha nach Dschidda.[3]

Leben

Thabit wurde 1973 in Abha (Provinz Asir) geboren und studierte Arabische Sprache und Literatur an der König-Khalid-Universität.[4] Er schrieb ab 2000 für die Tageszeitung Al-Watan – zunächst bis 2006 in der Meinungsrubrik, seit 2007 als Verfasser einer wöchentlichen Kolumne.[5] Nach Erscheinen seines Romans al-Irhābī 20 verließ er nach Drohungen seine Heimatregion und siedelte 2006 nach Dschidda über.[3] 2009/2010 wurde er im Rahmen des Hay-Festival-Projekts Beirut39 als einer der wichtigsten arabischen Autorinnen und Autoren unter 40 Jahren ausgewählt.[2] 2012 war er Resident des International Writing Program in Iowa City.[2]

Wirken

Thabit veröffentlicht Lyrik und Prosa; seine Texte befassen sich mit Themen wie Sozialisation, religiöse Radikalisierung und die Rolle von Kunst und Kultur in Saudi-Arabien.[6] Der Roman al-Irhābī 20 (2006) erzählt als Fiktion die Lebensgeschichte des Protagonisten Zahi al-Jabali und verarbeitet reale Bezüge – etwa die Erkenntnis des Autors, einen der 9/11-Attentäter aus seiner Heimatstadt Abha zu erkennen –, wobei das Buch seine eigene Jugendnähe zu fundamentalistischen Milieus literarisch aufarbeitet.[7] Die Veröffentlichung löste landesweit Debatten und kontroverse Reaktionen aus.[1] Zu seinen weiteren Arbeiten zählen der Roman Wajh an-Nāʾim (‚Das Gesicht des Schlafenden‘) sowie Gedichtbände wie Jalba li-taḥrīk al-waqt (2019).[1]

Einzelnachweise

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