Abgegrieft
deutscher Webvideoproduzent
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Abgegrieft ist das Pseudonym des deutschen Webvideoproduzenten und Unternehmers Lucas Bürger (* 1997). Seit 2013 veröffentlicht er deutschsprachige Videos zum Computerspiel Minecraft. Mit dem 2016 gegründeten Servernetzwerk GrieferGames baute er anschließend eine der größten Minecraft-Communitys im deutschsprachigen Raum auf.[1][2]
| Abgegrieft | |
| YouTube-Kanal (Let’s Play, Gaming) | |
| Sprache | Deutsch |
|---|---|
| Gründung | 9. Oktober 2013 |
| Kanäle | Abgegrieft |
| Abonnenten | ca. 789.000 |
| Aufrufe | über 497.000.000 |
| Videos | über 1.860 |
| (aktualisiert 2. August 2026) | |
Leben und YouTube-Karriere
Bürger stammt aus Rhede und begann während seiner Schulzeit mit der Videoproduktion. Seinen Hauptkanal eröffnete er im Oktober 2013.[3] Die Videos behandeln vor allem Minecraft und umfassten unter anderem Let’s Plays, Trolling-Formate sowie später Inhalte vom eigenen Servernetzwerk.
Im Jahr 2017 studierte Bürger am Standort Bocholt der Westfälischen Hochschule Wirtschaftsinformatik und finanzierte seinen Lebensunterhalt bereits mit dem YouTube-Kanal. Zu diesem Zeitpunkt veröffentlichte er täglich Videos; der Kanal hatte mehr als 430.000 Abonnenten und seine Beiträge wurden nach Angaben der Hochschulzeitschrift Trikon im Durchschnitt rund 150.000-mal angesehen.[1][4] 2019 berichteten die Frankfurter Allgemeine Zeitung und ein Regionalmagazin über seinen Übergang vom Studium zur hauptberuflichen Tätigkeit als Webvideoproduzent. Bürger erklärte, das Studium aus Zeitgründen beendet zu haben und nach Düsseldorf gezogen zu sein.[5][6]
Im Mai 2019 hatte der Kanal knapp 800.000 Abonnenten; Bürger nannte Werbeeinnahmen, Merchandising und den Ausbau seines Minecraft-Servers als Bestandteile seiner beruflichen Tätigkeit.[6] Im August 2026 verzeichnete der Kanal rund 789.000 Abonnenten und mehr als 497 Millionen Videoaufrufe.[3]
Unternehmerische Tätigkeit
GrieferGames und Unternehmensstruktur
Bürger gründete 2016 das deutschsprachige Minecraft-Servernetzwerk GrieferGames, das sich zu einer der größten deutschsprachigen Minecraft-Communitys entwickelte.[2][7] Im Mittelpunkt steht die Spielvariante Citybuild, bei der Nutzer auf dauerhaft betriebenen Servern bauen und miteinander handeln.
YouTube-Kanal und Servernetzwerk wurden gezielt miteinander verbunden: Bürger veröffentlichte Videos über Ereignisse und Spieler des Netzwerks; Zuschauer konnten ihrerseits auf der Plattform an den gezeigten Formaten teilnehmen.[8] Rückblickend beschrieb Bürger diese Verbindung als wechselseitigen Wachstumseffekt: Der Server habe ihm Kontrolle über die technische Umgebung seiner Videos gegeben, während der Kanal neue Spieler auf das Netzwerk geführt habe.[9]
Seit 2019 werden der Betrieb des Servernetzwerks und des YouTube-Kanals über die ABC Media GmbH organisiert; Bürger ist deren Geschäftsführer.[10][11]
MineSucht
Neben GrieferGames betrieb Bürger zeitweise gemeinsam mit dem österreichischen Webvideoproduzenten FlooTastisch das Minecraft-Minigame-Netzwerk MineSucht.net.[12] Bürger produzierte auch YouTube-Inhalte auf dem Netzwerk. Serververzeichnisse dokumentieren MineSucht.net für den Zeitraum von 2016 bis 2021.[13]
Kooperation mit der Bundeszollverwaltung
Im Jahr 2020 entwickelten die Bundeszollverwaltung, die beauftragte Agentur Zum goldenen Hirschen, Bürger und die GrieferGames-Community das Projekt Block auf Zoll?. Als Ersatz für ausgefallene Ausbildungsmessen entstand in Minecraft eine begehbare Themenwelt aus knapp 50 Millionen Blöcken, in der Aufgaben und Karrierewege der Zollverwaltung dargestellt wurden.[14][15]
Serverangriffe und Doxing
Im Podcast Founder Mode berichtete Bürger 2026, GrieferGames sei wiederholt Ziel von Serverangriffen geworden, die zeitweise tagelange Ausfälle verursacht hätten. Nach seiner Darstellung entwickelte das Team daraufhin feste Abläufe für technische Störungen und die Kommunikation mit der Community.[16]
Im Dezember 2018 gehörten auch Daten von Bürger zu den Informationen, die der unter dem Pseudonym „_0rbit“ auftretende Täter im Rahmen des Datenleaks 2018/2019 veröffentlichte.[2] Der Leak betraf Politiker und weitere Personen des öffentlichen Lebens; die Ermittlungsbehörden identifizierten im Januar 2019 einen Tatverdächtigen.[17]