Abgeordnetenkammer (Rumänien)

untere Kammer (Unterhaus) des rumänischen Parlaments From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Abgeordnetenkammer (rumänisch Camera Deputaților) wurde mit der Verfassung aus dem Jahre 1991 als untere Kammer (Unterhaus) des rumänischen Parlaments geschaffen. Sie hat ihren Sitz im Parlamentspalast. Aufgabe sind in erster Linie die Kontrolle der Regierung und die Verabschiedung von Gesetzen. Die Abgeordneten besitzen selbst ein gesetzgeberisches Initiativrecht. Gesetze werden zuerst von der Abgeordnetenkammer verabschiedet. Danach wird der Gesetzesentwurf dem Senat vorgelegt. Das Abgeordnetenhaus hat derzeit 330 Abgeordnete. Parteien, die nationale Minderheiten repräsentieren, haben – unabhängig von der Stimmzahl – das Recht auf einen Abgeordnetensitz.

Schnelle Fakten Abgeordnetenkammer Camera Deputaților, Basisdaten ...
Abgeordnetenkammer
Camera Deputaților
Logo
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Basisdaten
Sitz: Bukarest
Legislaturperiode: 4 Jahre
Erste Sitzung: 1866
Abgeordnete: 330
Aktuelle Legislaturperiode
Letzte Wahl: 1. Dezember 2024
Nächste Wahl: 2028
Vorsitz: Sorin Grindeanu (PSD)[1]
Sitzverteilung (Juli 2025)[2]
         
Sitzverteilung: Regierung (223)
  • PSD 93
  • PNL 51
  • USR 40
  • UDMR 22
  • Parlamentarische Unterstützung (17)
  • Nationale Minderheiten (17)
  • Opposition (107)
  • AUR 62
  • S.O.S. 15
  • POT 14
  • Anderen 16
  • Website
    cameradeputatilor.ro
    Plenarsaal der Abgeordnetenkammer
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    Wahlen

    Das Abgeordnetenhaus wird nach einem kombinierten Verhältnis- und Direktwahlverfahren gewählt. Die politischen Parteien stellen in den Wahlkreisen Kandidatenlisten auf. Die Legislaturperiode beträgt vier Jahre.

    2004–2008

    Sitzverteilung, 2004
           
    Insgesamt 332 Sitze

    Bei den Wahlen am 28. November 2004 errangen folgende Parteien Mandate:[3]

    2008–2012

    Sitzverteilung, 2008
          
    Insgesamt 334 Sitze

    Bei den Wahlen am 30. November 2008 ergab sich folgende Sitzverteilung:

    Vorsitzender der Abgeordnetenkammer war seit dem 19. Dezember 2008 Roberta Alma Anastase von der Partidul Democrat Liberal (PD-L). Nach mehreren Parteiübertritten ergab sich Ende 2010 folgende Sitzverteilung: PD-L – 124, PSD-PC – 95, PNL – 53, UDMR/RMDSZ – 22, Nationale Minderheiten – 18, Unabhängige – 15, Fraktionslose – 6.[4]

    2012–2016

    Sitzverteilung, 2012
         
    Insgesamt 412 Sitze

    Das rumänische Parlament befand sich nach der Wahl vom 9. Dezember 2012 in der LIV. Legislaturperiode und setzte sich folgendermaßen zusammen:

    Weitere Informationen Partei oder Bündnis, Ausrichtung ...
    Zusammensetzung seit Juni 2015
    Partei oder Bündnis Ausrichtung Parteivorsitz Fraktionsvorsitz Sitze
    Sozialdemokratische Partei (PSD)
    Partidul Social Democrat
    sozialdemokratisch Liviu Dragnea Marian Neacșu 145
    Nationale Liberale Partei (PNL)
    Partidul Național Liberal
    liberal, christdemokratisch Alina Gorghiu Ludovic Orban 113
    Nationale Union für den Fortschritt Rumäniens (UNPR)
    Uniunea Națională pentru Progresul României
    sozialdemokratisch, progressiv Gabriel Oprea Marian Neacșu (PSD-Fraktion) 38
    Allianz der Liberalen und Demokraten (ALDE)
    Alianța Liberalilor și Democraților
    mitte-rechts Călin Popescu-Tăriceanu und Daniel Constantin 26
    Demokratische Union der Ungarn in Rumänien (UDMR/RMDSZ)
    Uniunea Democrată Maghiară din România
    Romániai Magyar Demokrata Szövetség
    regionalistisch, liberal-konservativ Hunor Kelemen Márton Árpád 22
    Nationale Minderheiten
    Partidele minorităților etnice
    17
    Unabhängige 20
    vakant 25
    Gesamt 412
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    2016–2020

    Sitzverteilung, 2016
           
    Insgesamt 329 Sitze

    Bei den Wahlen am 11. Dezember 2016 ergab sich folgende Sitzverteilung:

    2020–2024

    Sitzverteilung, 2020
          
    Insgesamt 330 Sitze

    Bei den Wahlen am 6. Dezember 2020 ergab sich folgende Sitzverteilung:

    2024–2028

    Sitzverteilung, 2024
            
    Insgesamt 331 Sitze

    Bei den Wahlen am 1. Dezember 2024 ergab sich folgende Sitzverteilung:

    Geschichte

    Bereits in der Zwischenkriegszeit 1919 bis 1940 bestand in Großrumänien ein bikamerales Parlament, dessen Unterhaus als Abgeordnetenkammer bezeichnet wurde. 1940 wurde das Parlament aufgelöst. Während der sowjetischen Besatzungszeit bestand 1948 bis 1989 ein unikamerales Parlament, die Große Nationalversammlung, das jedoch nie frei gewählt wurde.

    Siehe auch

    Einzelnachweise

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