Abgerechnet wird zum Schluss (1970)
Film von Sam Peckinpah (1970)
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Abgerechnet wird zum Schluss (Originaltitel: The Ballad of Cable Hogue) ist ein US-amerikanischer Western von Sam Peckinpah aus dem Jahr 1970. Jason Robards spielt die Rolle eines Goldsuchers, der eine Wasserstelle in der Wüste findet.
| Film | |
| Titel | Abgerechnet wird zum Schluss |
|---|---|
| Originaltitel | The Ballad of Cable Hogue |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1970 |
| Länge | 121 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Sam Peckinpah |
| Drehbuch | Sam Peckinpah, John Crawford, Edmund Penney |
| Produktion | Phil Feldman, Sam Peckinpah, William D. Faralla |
| Musik | Jerry Goldsmith
Richard Gillis |
| Kamera | Lucien Ballard |
| Schnitt | Frank Santillo, Lou Lombardo |
| Besetzung | |
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| → Synchronisation | |
Handlung
Der Goldsucher Cable Hogue wird von seinen beiden Gefährten ausgeraubt und ohne Wasser und Pferd in der Wüste zurückgelassen. Nach Tagen qualvollen Umherirrens stößt er auf eine Wasserquelle. Er eröffnet daraufhin die Kutschenstation „Cable Springs“ und kommt so zu Wohlstand. Doch eigentlich wartet er nur auf das Vorbeikommen seiner ehemaligen Gefährten, um sich an ihnen zu rächen. Er freundet sich mit dem dubiosen Reverend Joshua Duncan Sloane, Prediger seiner eigenen Kirche, an und geht eine Beziehung mit der Prostituierten Hildy ein. Er ist aber zunächst nicht bereit, für sie die Wüste aufzugeben und in die Stadt zu ziehen. Als seine beiden ehemaligen Freunde tatsächlich auftauchen und ihn erneut berauben wollen, erschießt er den einen in Notwehr. Nachdenklich geworden, verzeiht er dem anderen und will die Wüste verlassen. Als Hildy – inzwischen nach San Francisco gezogen und dort als Witwe zu Reichtum gekommen – zurückkommt, um Cable Hogue mit nach New Orleans zu nehmen, kommt er durch eine unglückliche Situation mit ihrem Automobil ums Leben.
Hintergrund
Sam Peckinpah beschrieb sein Werk als „neue Version von Sartres Fliegen mit einem Hauch von Keystone Cops“. Er bekundete, dass dies der einzige Film sei, dessen Stoff er selbst gewählt habe. So habe er viel Persönliches einfließen lassen, zum Beispiel seine Erkenntnis, dass Beziehungen zu Huren ehrlicher und zärtlicher seien, „als es meist zwischen Ehepartnern ist“.[1]
Synchronisation
Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1969 in den Ateliers der Ultra-Film Berlin. Das Dialogbuch verfasste Eberhard Cronshagen, Synchronregie führte Josef Wolf.[2]
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Cable Hogue | Jason Robards | Claus Biederstaedt |
| Hildy | Stella Stevens | Marion Degler |
| Joshua | David Warner | Harry Wüstenhagen |
| Bowen | Strother Martin | Hans Hessling |
| Ben Fairchild | Slim Pickens | Wolfgang Amerbacher |
| Taggart | L. Q. Jones | Gerd Martienzen |
| Cushing | Peter Whitney | Hans Dieter Zeidler |
Kritik
In Halliwell’s Film Guide heißt es, dies sei ein eigenwilliger, episodischer Western, der den Regisseur in einer für ihn untypisch experimentellen und vergleichsweise gewaltfreien Stimmung zeige. Alle Beteiligten hätten scheinbar ihren Spaß – doch dieser Funke springe nicht immer über. Von vier möglichen Sternen wurde einer zugestanden („uninteressant, aber noch besser als Schund“).[3]
Thomas Jeier (Der Westernfilm, erschienen in der Heyne Filmbibliothek) rechnet den Spätwestern zu Peckinpahs „schönsten Filmen“. Der Sonderling Cable Hogue sei „der letzte Individualist“ und er werde „Opfer einer neuen Zeit, in der er nicht mehr“ hineinpasse.[4]
Auch Michael Hanisch nennt in seiner Historie des Western-Genres den Protagonisten einen Außenseiter. Seine Geschichte sei „mit viel Sinn für komische Situationen inszeniert“.[5]
Die Filmzeitschrift Cinema vergab in ihrer Online-Ausgabe fünf von fünf möglichen Punkten mit der Begründung: „Ungewohnt ruhiger, balladenhafter Spätwestern von Actionmeister Sam Peckinpah.“[6]
Auf moviebreak.de schreibt Dominic Hochholzer, der Film, den er mit sieben von zehn möglichen Punkten honorierte, erinnere „nur selten […] an die typischen Werke Peckinpahs“. Er liefere keine explizite Studie über Gewaltverhalten, stattdessen warte der „Spätwestern“ mit „abstruse[n] Dialoge[n]“, „slapstickartigem Humor“, der „Füllwerk“ zu sein scheine, „entrückten Gesangsnummern“ sowie mitunter nicht nachvollziehbaren Entscheidungen auf. „Oftmals zwischen erfrischender Abwechslung und Kopfschütteln schwankend“, schlage „das eigensinnige Werk letztlich doch die richtigen Töne an“, denn es werde gezeigt, dass „Gewalt nicht zwangsweise noch mehr Gewalt nach sich zieht“.[7]
In Walter C. Claphams Western Movies. The Story of the West on Screen wird der Film als etwas weniger düster als die bisherigen Peckinpah-Filme dargestellt, obwohl das Zu-Tode-Kommen der Hauptfigur durchaus nicht „amüsant“ sei. Man könne nicht genau sagen, ob der Film eine Allegorie sei oder eine romantische Komödie. Jedenfalls sei er warmherzig und bewegend.[8]
Nach Ansicht des Evangelischen Filmbeobachtersist Abgerechnet wird zum Schluss ein „ruhiger, beschaulicher, mit vielschichtigen Stilmitteln arbeitender“ Peckinpah-Western, „der zugleich Reminiszenzen an seine frühen Filme des Genres enthält“. Leider seien „die ironisch gebrochenen Partien durchsetzt von flachhumoristischen Effekt-Einlagen“.[9]
Das Handbuch der katholischen Filmkritik meinte, der Western sei in „ruhigem Rhythmus und epischer Breite“ inszeniert. Er sei „tiefgründig“, jedoch seien die „Humoreinlagen“ nicht immer geschmackssicher. Er komme ohne die „genreüblichen Brutalitäten“ aus. Die Filmbewertungsstelle vergab das Prädikat „wertvoll“.[10] Im Filmdienst beziehungsweise dem Lexikon des internationalen Films endet die (ansonsten wortgleiche) Kritik wie folgt: „Mit ironischen Einsprengseln als Abgesang auf den Wilden Westen angelegt.“[11]
Weblinks
- Abgerechnet wird zum Schluss bei IMDb
- Abgerechnet wird zum Schluss bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Kritik/Kurz-Essay auf filmtagebuch.blogger.de