Aboudia
Maler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Aboudia (bürgerlich Abdoulaye Diarrassouba; * 1983 in Abengourou)[1] ist ein ivorischer Maler, dessen großformatige, vielschichtige Leinwände – oft mit kindlich-figürlichen Motiven, Ölkreiden, Acryl und Collagen aus Zeitungsausschnitten – urbane Erfahrungen aus Abidjan und die Nachwirkungen des Bürgerkriegs thematisieren.[1][2]
Leben
Aboudia, mit bürgerlichem Namen Abdoulaye Diarrassouba, entschied sich früh für eine Laufbahn als Künstler.[1] Mit 15 Jahren wurde er nach eigenem Bekunden aus seinem Elternhaus verstoßen, setzte jedoch seine künstlerische Ausbildung fort und übernachtete mangels finanzieller Mittel zeitweise im Klassenraum.[1] Im Jahr 2003 schloss er seine Ausbildung am Centre Technique des Arts Appliqués in Bingerville ab. Anschließend wurde er an der École des Beaux-Arts d’Abidjan aufgenommen und schloss dort 2005 ab.[2] In Abidjan stieß er zunächst auf Ablehnung in Galerien, bevor er sich schrittweise durchsetzte.[1] Während der Krise 2010/2011 suchte er in einem Kelleratelier Schutz und arbeitete trotz Gefechten weiter.[3] Aus dieser Phase gingen 21 Gemälde hervor, mit denen er internationale Aufmerksamkeit erlangte.[2] Eine frühe Einzelausstellung zeigte 2011 die Jack Bell Gallery (heute Larkin Durey) in London.[4] Sammler wie Charles Saatchi und Jean Pigozzi förderten seinen Werdegang, und er pendelt zwischen der Elfenbeinküste und New York/Brooklyn, wo er lebt und arbeitet.
In Bingerville setzt er sich über die Aboudia Foundation für Kinder und junge Künstler ein.[1][5][6]
Wirken
Aboudias Bildwelt speist sich aus der Straßenszene Abidjans und stellt zumeist Kinder in den Mittelpunkt, deren improvisierte Graffiti, Träume und Lebenswirklichkeiten er mit Ölkreide, Acryl und eingeklebten Medien (Zeitungen, Magazine, Kataloge) in dichten, überlagerten Schichten verarbeitet.[1][2] Seine Ästhetik greift Ansätze der ivorischen Vohou-Vohou-Tradition (Arbeiten mit verfügbaren, „armen“ Materialien) und westafrikanische Formensprachen auf und wurde wegen der Mischung aus Expressivität und Graffiti-Anklängen bisweilen mit Jean-Michel Basquiat verglichen, wobei der Künstler selbst betonte, er habe zu Beginn nicht von Basquiat gewusst und verfolge eine eigene künstlerische Agenda.[1][6]
Seine während der Krise 2010/2011 entstandenen Arbeiten – mit Totenschädeln, Soldaten, und notierten Wortfetzen – verdichten unmittelbare Zeugenschaft zu starken, oft düsteren Szenen und wurden schon früh international rezipiert.[1][3] Ausstellungen führten ihn nach Abidjan, London, New York und Tel Aviv, wobei er sein Materialrepertoire bewusst aus dem urbanen Umfeld schöpft.[1][2] Ausstellungen fanden in Abidjan, London, New York und Tel Aviv statt.
Kunstmarkt
Aboudia rückte 2023 ins internationale Rampenlicht, als ihn die Hiscox Artist Top 100 als den Künstler mit den meisten bei Auktionen verkauften Werken des Vorjahres auswies. 2024 zählte ihn der Bericht zu den sechs meistverkauften Künstlern im Segment unter 50.000 US-Dollar.[7][8] Einzelne Bilder erreichten sechsstellige Preise.[7][8][1] Das Bild Untiteld (2018) erzielte 2022 bei einer Christie's-Auktion 504.000 £.[1]