Abraham Archibald Anderson
US-amerikanischer Maler
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Abraham Archibald Anderson (* 11. August 1846 in Peapack, New Jersey; † 27. April 1940 in New York City) war ein US-amerikanischer Maler und Unternehmer. Er wurde vor allem durch seine Porträts und Genrebilder im akademischen Stil bekannt.[1] Er war außerdem eine frühe zentrale Persönlichkeit in der Verwaltung und dem Schutz öffentlicher Natur- und Forstlandschaften in den Vereinigten Staaten.[2]

Leben
Abraham Archibald Anderson wurde als Sohn von William Anderson und Sarah Louise Ryerson geboren. Seine frühe Kindheit verbrachte er in Peapack, New Jersey, sowie in Fairview, Illinois. Später kehrte die Familie nach Newtown auf Long Island zurück. Anderson erhielt seine schulische Ausbildung zunächst am Fairchild Institute in Flushing und anschließend an der Grammar School des Columbia College (heute Columbia Grammar and Preparatory School).

Nach einer erfolgreichen Tätigkeit im Handel und in der industriellen Produktion, unter anderem im Zusammenhang mit der Konservenfirma Libby’s, sowie einer kurzen Phase des Medizinstudiums, wandte sich Anderson zunehmend der Malerei zu. Nachdem er erste Erfolge erzielt hatte, entschloss er sich, die Malerei hauptberuflich auszuüben. In den 1880er Jahren übersiedelte er nach Paris, wo er über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren lebte und arbeitete. Dort setzte er seine künstlerische Ausbildung fort und war Teil eines Umfelds etablierter französischer Künstler. Abraham Anderson studierte bei Alexander Cabanel, Léon Bonnat, Fernand Cormon, Eugène Louis Godin und Raphael Collin.[3][2]
1882 kehrte Abraham Anderson nach New York zurück. 1890 hielt er sich erneut in Paris auf und gründete die American Association of Paris, deren erster Präsident er war. 1912 kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück und entfaltete dort vielfältige geschäftliche Aktivitäten.[2]
Während eines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten, den er von Paris aus unternahm, bereiste Anderson den amerikanischen Westen. In Wyoming, südlich von Cody am Grey Bull River, nahm er eine 160 Acre große Parzelle in Anspruch, die er „Palette Ranch“ nannte. In den folgenden Jahren setzte er sich intensiv mit den wiederkehrenden Waldbränden in der Region auseinander, die er auf absichtlich gelegte Feuer durch Schafzüchter zurückführte. In diesem Zusammenhang engagierte er sich für eine Ausweitung der angrenzenden Schutzgebiete und setzte sich für eine Verdoppelung der Fläche des Yellowstone Forest Reserve ein. Dieses Ziel wurde im Mai 1902 durch eine Executive Order von Theodore Roosevelt umgesetzt.[2]
Anschließend ernannte Präsident Roosevelt Anderson zum „Special Superintendent“ für die Yellowstone- und die Teton-Forstreserven. Dieses Amt übte Anderson bis 1905 aus. In dieser Funktion führte er eine an militärischen Rangstrukturen orientierte, hierarchische Organisation ein. Zusätzlich übernahm er das Amt des staatlichen Wildhüters (Game Warden) von Wyoming. Er ernannte seine Mitarbeiter zu unbezahlten Assistant Game Wardens, um ihnen rechtliche Befugnisse zur Durchsetzung der Schutzbestimmungen und zur Entfernung von Wilderern zu verleihen. Nach dem Ende seiner Amtszeit wurden die Waldreservate rund um den Yellowstone-Nationalpark neu organisiert und dem Landwirtschaftsministerium unterstellt.[2]
Anderson gehörte zu den frühen Akteuren bei der systematischen Verwaltung öffentlicher Weide- und Waldflächen in den Vereinigten Staaten. Innerhalb der Reservate richtete er Wildschutzgebiete ein, um das Management der Großwildbestände zu unterstützen. Sein Wirken trug zur Etablierung des Gedankens bei, dass öffentliche Naturressourcen durch angemessene gesetzliche Regelungen geschützt und diese Gesetze wirksam durchgesetzt werden müssen.
Im Jahr 1876 heiratete Anderson Elizabeth Milbank. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor: Dr. Eleanor Anderson Campbell. 1905 verlegte Anderson seinen Hauptwohnsitz in sein Atelier in New York, hielt sich jedoch weiterhin zeitweise auf seiner Ranch in Wyoming auf.[2]
Abraham Anderson war Mitbegründer der Portrait Society of America, entwarf das Bryant Park Studio Building in New York City und besaß die Tredegar Iron Works[3] in Richmond, Virginia. Im Jahr 1931 eröffnete er eine Kunstgalerie am Richmond Professional Institute des College of William and Mary, aus dem später die Virginia Commonwealth University hervorging. In dieser Galerie wurden 48 seiner Werke ausgestellt. 1927 war er an der Erschließung des damals größten Flughafens der Vereinigten Staaten in Richmond beteiligt. Er war Mitglied der American Watercolor Society und des Art Club of New York.[1][2] Er blieb bis zu seinem Tod künstlerisch tätig. Abraham Archibald Anderson starb am 27. April 1940 in New York.[1]
Werk

Abraham Anderson schuf zahlreiche Porträts, darunter Darstellungen von General Oliver Otis Howard, Gouverneur Morgan, Bischof Cleveland Coxe, Elihu Root, Charles Stewart Smith und John Wanamaker. Daneben entstanden Genrebilder in akademischer Manier. Zu seinen Werken zählen unter anderem Morning after the Ball (Goldmedaille, Exposition Universelle, Paris, 1899), das sich in der Thomas A. Edison Collection in Menlo Park befindet, sowie Horace B. Caflin (Chamber of Commerce, New York). Weitere Arbeiten befinden sich in der J. Milbank Collection, darunter Young Oriental Girl und Street Scene in Cairo (1875) sowie Gandy Sheppard (Hospital). In der National Portrait Gallery in Washington, D.C., befindet sich sein Porträt von Thomas Alva Edison (um 1889). In der National Cathedral ist Neither Do I Condemn (um 1935) erhalten. 1933 wurde seine Autobiografie unter dem Titel Experiences and Impressions veröffentlicht.[1]
Literatur
- A. A. Anderson: Experiences and Impressions – The Autobiography of Col. A. A. Anderson, Duffield and Company, New York, 1933
- Édouard-Joseph: Dictionnaire biographique des artistes contemporains, Paris, 1930
- Who Was Who in America, Volume I 1897–1942, Chicago, 1962
- Mantle Fielding: Dictionary of American Painters, Sculptors and Engravers, New York, 1965
- Bénézit: Dictionnaire des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs et Graveurs, Band I, Paris, 1976
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris, 2006.
Weblinks
- Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter, 2009.
- Wyoming Game & Fish Department