Abteloh

Bauerschaft auf dem Gebiet des Duisburger Stadtbezirks Hamborn From Wikipedia, the free encyclopedia

Abteloh war eine Bauerschaft auf dem Gebiet des Duisburger Stadtbezirks Hamborn. Seit den 1960er Jahren kann die Siedlung als totale Ortswüstung bezeichnet werden.

Geografische Lage

Abteloh ist auf dem Gelände des heutigen Autobahnkreuzes Duisburg-Nord und der Anschlussstelle Duisburg-Alt-Hamborn der Bundesautobahn 59 am westlichen Rand des Stadtbezirks Hamborn verortet. Der nördlich gelegene Bremmekamp, später Hottelsmannshof war an der heutigen Beecker Straße zu finden. Von hier aus war der Schultenhof weiter südlich verortet. An der in Richtung Süden verlaufenden Hamborner Straße war daneben der Hof „auf dem Bögel“ zu finden. In der Nähe des Stadtgartens lag das sogenannte Schmetzgut.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Abteloh in der ältesten Besitzurkunde der Abtei Hamborn, die auf das Jahr 1139 datiert. Als frühe Namensformen tauchen die Bezeichnungen „Apterlo“, „Apterloe“, „Apterloy“ und „Apterlay“ auf. „Abteloh“ kann als Namensform des 18. Jahrhunderts ausgemacht werden. Der Ortsname schließt mit dem Suffix -loh ab, das auf eine Terrasse über dem Wald der Emschermulde hinweist. Das Präfix Abt kann dagegen mit dem Besitzer der Siedlung, dem Hamborner Abt in Verbindung gesetzt werden.[1]

Als wichtigster Hof der Bauerschaft ist der Schultenhof auszumachen. Nördlich von diesem erstreckten sich die zum Hof Bremmekamp, dem späteren Hottelmannshof gehörigen Bauten. Eine dritte Siedelstelle trug den Lagenamen „auf dem Bögel“. Dieser Hof verschwand bereits im beginnenden 15. Jahrhundert. 1524 erhielt der Bremmekampshof das Land einer weiteren Siedelstelle, die mit dem Namen „auf der Lehmkuhle“ in den Quellen fassbar gemacht werden kann. Der jüngste der Höfe war das im Jahr 1468 erstmals urkundlich erwähnte „Schmetzgut“.

Herrschaftlich waren die Güter dem Abt von Hamborn unterstellt. Als Grundherr setzte man noch vor 1136 als Verwaltungschefs des Hofverbandes Hamborn die Herren von Hochstaden-Wickrath ein. Mit dem Übergang der Abtei an die Prämonstratenser verloren die Herren ihre Bedeutung für die Verwaltung, stattdessen standen die Mönche den Höfen direkt vor. Ein Teil der Rechte der Verwaltung ging allerdings an den ältesten Hof der Bauerschaft Abteloh: Der Schultenhof erhielt den Namen von den ebenfalls Schulten genannten Verwalterfamilien.

Die Bewohner des Schultenhofes übten damit einen Teil der Grundherrschaft über die Bauerschaft aus. Der Niedergang des Schultenhofes setzte mit einem Brand im Jahr 1721 ein. In der Folge kam es zu erbrechtlichen Auseinandersetzungen, die schließlich dazu führten, dass die Hofinhaber ihr Erbpachtrecht verloren. Allerdings wollte der Bruder des letzten Schulten, Theodor Abteloh, den Verlust der Güter nicht hinnehmen. Er quartierte sich im benachbarten Bremmekamp ein. Am Tag der Übergabe an die Abtei quartierte sich Abteloh im Jahr 1766 in den Gebäuden ein und blieb hier bis 1772.[2]

Nach der zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgten Ablösung der grundherrlichen Lasten erwarben die einzelnen Hofinhaber die Baulichkeiten als Eigentümer. Der Bremmekamp war bereits 1772 an die Reformierte Synode Duisburg verkauft worden. Mit dem Besitzer Ludwig Wilhelm Hottelmann, einem Husaren, wechselte der Hof ab 1802 den Namen in Hottelmannshof. Die einzelnen Höfe der Bauerschaft wurden in den 1960er Jahren mit dem Autobahnbau entfernt. Heute erinnert nichts mehr an die ehemalige Siedlung.[3]

Literatur

  • Franz Rommel: Die ehemalige Hamborner Bauerschaft Abteloh. In: Hans Homann (Hrsg.): Heimat Duisburg 1963. Duisburg 1963. S. 57–64.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI