Abu al-Chasib
Siedlung im Irak
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Abu al-Chasib oder Abu al-Khasib (arabisch أبو الخصيب, DMG Abū l-Ḫaṣīb; auch Abu Al-Khaseeb) ist eine Stadt und ein Distrikt im Gouvernement Basra im Süden des Irak. Der Ort liegt rund 26 Kilometer südlich von Basra am Schatt al-Arab in einer von Kanälen, Dattelhainen und Flussarmen geprägten Kulturlandschaft.[1]
| أبو الخصيب Abu al-Chasib | ||
|---|---|---|
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| Koordinaten | 30° 28′ N, 47° 58′ O | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Irak | |
| Gouvernement | Gouvernement Basra | |
| ISO 3166-2 | IQ | |
| Distrikt | Distrikt Abu al-Chasib | |
| Einwohner | 357.771 (2024) | |

Geographie
Abu al-Chasib liegt im Südosten des Gouvernements Basra am Schatt al-Arab, der aus dem Zusammenfluss von Euphrat und Tigris entsteht und weiter südlich in den Persischen Golf mündet. Das Gebiet gehört zur flachen Schwemmlandebene des unteren Mesopotamiens. Es ist durch Bewässerungskanäle, Dattelpalmenhaine, kleine Wasserläufe, Dörfer und städtische Siedlungen geprägt.
Die Stadt liegt südlich des Zentrums von Basra und nördlich der Gebiete von al-Faw und im Grenzgebiet zu Kuwait und dem Iran. Der Distrikt Abu al-Chasib bildet einen Teil des südlichen Siedlungs- und Agrargürtels von Basra.[2]
Geschichte
Abu al-Chasib ist einer der historisch und kulturell wichtigsten Orte im südlichen Umland von Basra. Der Name wird mit dem Kanal Abu al-Chasib in Verbindung gebracht, der nach Abu al-Chasib Marzuq benannt wurde, einem abbasidischen Amtsträger und Gefolgsmann des Kalifen al-Mansur im 8. Jahrhundert.[3] Bekannt ist der Ort außerdem als Geburtsregion des Dichters Badr Schakir as-Sayyab.[2]
Die Region war im 20. Jahrhundert eines der Zentren der irakischen Dattelproduktion. Vor den Kriegen und Umweltkrisen des späten 20. Jahrhunderts erstreckten sich am Schatt al-Arab dichte Palmenhaine. Abu al-Chasib und al-Faw sind Kernräume dieser historischen Dattellandschaft.[4]
Während des Ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak von 1980 bis 1988 lagen Basra und sein südliches Umland nahe der Front. Die Kämpfe, Artilleriebeschuss, Verminung und militärische Infrastruktur beschädigten große Teile der Dattelgärten. Später verschärften Wasserknappheit, Versalzung und Vernachlässigung der Bewässerungsanlagen den Niedergang der traditionellen Landwirtschaft. So haben Dürren und Kriegsschäden die Palmenhaine auf irakischer Seite des Schatt al-Arab stark dezimiert.[5]
Einwohner
Der Distrikt Abu al-Chasib 2024 rund 357.771 in städtischen Verhältnissen und erlebt ein rasantes städtisches Wachstum.[6] Die meisten Einwohner sind schiitische Araber.
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 2009 | 165.102 |
| 2024 | 357.771 |
Wirtschaft
Es handelt sich um eine landwirtschaftlich geprägte Stadt, die für ihre Dattelpalmenplantagen am Fluss bekannt ist. Abu Al-Khaseeb ist seit außerdem ein traditionelles Zentrum für den Bau der Mashoof-Kanus, die von den Marsch-Arabern genutzt werden.[7] Die Landwirtschaft steht jedoch seit Jahrzehnten unter Druck, viele frühere Dattelhaine in Abu al-Chasib und am Schatt al-Arab sind verschwunden, wobei einzelne Bauern weiterhin versuchten, die Dattelproduktion aufrechtzuerhalten.[4] Heute spielen Dienstleistungen, öffentliche Beschäftigung und die Nähe zur Millionenstadt Basra eine wichtige Rolle.
Sehenswürdigkeiten und Umgebung
Zu den wichtigsten kulturellen Orten zählt das Haus von Badr Schakir as-Sayyab im Dorf Dschaykur. Es wird als literarischer Erinnerungsort restauriert und soll nach Berichten von 2025 zu einem Museum umgestaltet werden.[8] Darüber hinaus sind die Dattelhaine, Kanäle und Wasserlandschaften am Schatt al-Arab die charakteristischen Sehenswürdigkeiten des Ortes.
