Abubakar Abdullahi

nigerianischer Imam From Wikipedia, the free encyclopedia

Abubakar Abdullahi (geboren am 1. Januar 1936 in Bauchi; gestorben am 15. Januar 2026 in Jos) war ein nigerianischer Imam aus dem Bundesstaat Plateau, der im Juni 2018 insgesamt 262 Christen in seinem Haus und in der Moschee vor bewaffneten Angreifern schützte.[1] Für seinen Einsatz wurde er 2019 mit dem International Religious Freedom Award des US-Außenministeriums ausgezeichnet.[2] Abdullahi starb im Januar 2026 im Alter von 90 Jahren.[3]

Leben

Abdullahi wirkte als Gemeindeleiter und Imam im Dorf Nghar/Yelwa Gindi Akwati in der Local Government Area Barkin-Ladi im zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau.[4] Er galt als Fürsprecher des friedlichen Zusammenlebens von Muslimen und Christen in der Region, was er auch mit dem Hinweis begründete, dass Christen Jahrzehnte zuvor den Bau der Moschee ermöglicht hatten.[1] In den folgenden Jahren erhielt er überregionale Anerkennung, darunter eine Auszeichnung der Christian Association of Nigeria.[5] Im Jahr 2022 ehrte ihn zudem die nigerianische Bundesregierung mit einer staatlichen Auszeichnung (National Honour).[3]

Wirken

Am 23. Juni 2018 kam es in Zentralnigeria zu koordinierten Überfällen, bei denen etwa 300 schwerbewaffnete Männer – mutmaßlich Viehhirten – Dörfer angriffen, schossen und Häuser in Brand setzten.[1] Während verängstigte Familien aus einem überwiegend christlichen Nachbardorf in Abdullahis überwiegend muslimische Ortschaft flüchteten, versteckte er insgesamt 262 Menschen, indem er Frauen und Kinder in seinem Haus und die Männer in der Moschee unterbrachte.[1] Als die Angreifer die Herausgabe der Geflüchteten forderten, verweigerte er dies, warf sich vor den Bewaffneten zu Boden und flehte sie an; schließlich zogen sie ab, setzten jedoch zwei nahegelegene Kirchen in Brand.[1] Abdullahi begründete sein Handeln auch damit, dass Christen der Gemeinde vor über 40 Jahren Land für die Moschee überlassen hatten.[1] Für diese Zivilcourage verlieh ihm das US-Außenministerium 2019 den International Religious Freedom Award; das Ereignis wurde international und in Nigeria breit rezipiert.[2][6] Im Jahr 2021 würdigte ihn die Christian Association of Nigeria bei ihrem Jubiläum mit einem Award of Excellence; die Gemeinde in Barkin Ladi feierte den Imam daraufhin öffentlich.[5] 2022 erhielt er zusätzlich eine nigerianische staatliche Auszeichnung; sein Tod wurde 2026 international gewürdigt.[3]

Einzelnachweise

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