Abuzar Erdogan
deutscher Jurist und Kommunalpolitiker (SPD)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Abuzar Erdogan (* 28. Oktober 1993 in Rosenheim) ist ein deutscher Jurist und Kommunalpolitiker (SPD). Er ist seit Mai 2026 Oberbürgermeister von Rosenheim.
Leben
Erdogan wurde 1993 in Rosenheim geboren und wuchs dort auf. Er entstammt einer alevitisch-kurdischen Familie mit Wurzeln in der Türkei.[1] Sein Abitur legte er am Karolinengymnasium in Rosenheim ab. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.[2]
Nach dem Ersten Staatsexamen setzte Erdogan seine juristische Ausbildung fort und bestand im Dezember 2019 das Zweite Staatsexamen.
Beruf
Beruflich war er zunächst als Rechtsanwalt in einer Rosenheimer Kanzlei tätig, unter anderem im Zivil- und Wirtschaftsrecht. Im Anschluss übernahm er eine Position als Syndikusrechtsanwalt bei der Meine Volksbank Raiffeisenbank in Rosenheim.[3]
Politik
Parteimitgliedschaft und Anfänge
Erdogan ist seit 2009 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Er trat im Alter von 15 Jahren in die Partei ein. Früh politisch aktiv wurde er zunächst in jugend- und integrationspolitischen Strukturen, unter anderem in der alevitischen Jugend sowie im Stadtjugendring Rosenheim.[4]
Kommunalpolitik
Bei der Kommunalwahl 2014 wurde Erdogan in den Stadtrat der Stadt Rosenheim gewählt und war damit eines der jüngsten Mitglieder des Gremiums. Im Stadtrat wirkte er in verschiedenen Ausschüssen und Funktionen mit. Im Jahr 2020 übernahm er den Vorsitz der SPD-Stadtratsfraktion.[5] 2023 wurde er zudem zum Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Rosenheim gewählt.[6]
Bundestagskandidaturen
Erdogan kandidierte für die SPD im Bundestagswahlkreis Rosenheim. Er trat zu den Bundestagswahlen 2013 und 2017 jeweils als Bundestagsdirektkandidat im Wahlkreis Rosenheim an.[4]
Wahl zum Oberbürgermeister
Im Mai 2025 wurde Erdogan von der Rosenheimer SPD als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters nominiert.[2] Bei der Kommunalwahl 2026 trat er als einer von sechs Gegenkandidaten gegen den amtierenden Oberbürgermeister Andreas März (CSU) an. Im ersten Wahldurchgang kam Erdogan auf 26,6 Prozent, wohingegen März 39,1 Prozent erreichte.[7] Dadurch kam es zur zweiten Stichwahl in Rosenheim überhaupt. In dieser erhielt Erdogan 53,4 Prozent der Stimmen und setzte sich damit gegen März durch, der 46,6 Prozent erreichte. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,4 Prozent.[8]
Mit dem Wahlergebnis wurde Erdogan zum Oberbürgermeister der Stadt Rosenheim gewählt. Damit ist er der erste Sozialdemokrat in diesem Amt seit 1961.[9] Erdogans Amtseinführung fand am 6. Mai 2026 statt.[10]