Lactobacillus acidophilus
Art der Gattung Lactobacillus
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Lactobacillus acidophilus (früher Bacillus acidophilus) ist eine stäbchenförmige Bakterienart, die zur Herstellung von verschiedenen Sauermilchprodukten verwendet wird.
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Lactobacillus acidophilus (Gram-Färbung) im negativen Phasenkontrast | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lactobacillus acidophilus | ||||||||||||
| (Moro 1900) Hansen & Mocquot 1970 |
Merkmale
Lactobacillus acidophilus ist ein fakultativ anaerobes, Gram-positives Stäbchen, welches homofermentativ Glucose zu Milchsäure vergärt und dabei keine Gase bildet. Es wächst bis 45 °C (manche Stämme bis 48 °C), wobei es vielfältige Nährstoffanforderungen an das Kulturmedium stellt.[1]
Das Genom von L. acidophilus ist vollständig sequenziert. Die Fähigkeit Bacteriocin zu produzieren und eine hohe Säuretoleranz erklären die Überlebensfähigkeit in der Magen-Darm-Passage.[2]
Vorkommen
Lactobacillus acidophilus kommt in der Vaginalflora gesunder Frauen vor.[3] Zudem kommt es natürlicherweise im Intestinaltrakt des Menschen vor, wo es Gallensäuren abbaut.[4]
Verwendung
Lactobacillus acidophilus wird zusammen mit Lactococcus lactis zur Produktion von mildem Joghurt („Bioghurt“) verwendet. Der „Biogarde-Joghurt“ enthält neben L. acidophilus zusätzlich S. salivarius und Bifidobakterien. In der Schweiz wird „Aco-Joghurt“ mit L. acidophilus hergestellt. In Dänemark wird für „Produkt A-38“ normaler Joghurt mit einem Zehntel L. acidophilus Sauermilch gemischt. In Tschechien werden für Acidophilus-Sauermilch neun Teile Dickmilch mit einem Teil Acidophilus-Milch gemischt. In den USA wird gesüßte Acidophilus-Milch mit Vitamin A und Vitamin D Supplement unter dem Namen „Di-gest“ als gekühltes Frischeprodukt mit hoher Lebendkeimzahl vertrieben.[5]
In der Tierhaltung findet es als Probiotikum Anwendung bei Legehennen[6] und im Heimtierfutter für Hunde und Katzen.[7] Präparate für die menschliche Ernährung existieren ebenfalls, dürfen jedoch nicht in Europa mit sogenannten Health Claims beworben werden, da diese nach wissenschaftlicher Prüfung durch die EFSA abgelehnt wurden.[8]