Acromelalga-Syndrom

Pilzvergiftung From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Acromelalga-Syndrom[1][2] ist eine Form der Pilzvergiftung, die zunächst nur in Asien bekannt war, aber mittlerweile auch in Europa auftritt (2001 in Frankreich).[3] Diese seltene Art der Pilzvergiftung wurde zuerst in Japan beschrieben und ist seit 1918 bekannt.[4] Über aktuelle Fälle aus Ostasien wird weiterhin berichtet.[5]

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
T62 Toxische Wirkung sonstiger schädlicher Substanzen, die mit der Nahrung aufgenommen wurden
T62.0 Verzehrte Pilze
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Verursachende Giftpilze

Als Acromelalga-Syndrom erzeugende Giftpilze wurden die Vertreter der Gattung Paralepistopsis[6] (damals zu Clitocybe gestellt) erkannt:

Auslösende Pilzgifte

Weitere Informationen Die Acromelsäuren ...
Die Acromelsäuren
Acromelsäure A

Acromelsäure A

Acromelsäure B

Acromelsäure B

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Neben der Acromelsäure sind weitere, teils noch nicht aufgeklärte Inhaltsstoffe beim Acromelalga-Syndrom beteiligt[7], so zum Beispiel Clitidin[7], β-cyano-L-alanin sowie N-(γ-L-glutamyl)-β-cyano-L-Alanin[8].

Symptome

Folgende Symptome der Vergiftung lassen sich feststellen: Kribbeln, Brennen, Schmerzen, Schwellung und Hautrötung von intermittierendem Charakter an Händen und Füßen.[2][3] Die Beschwerden dauern von Tagen bis über viele Wochen an.[2][3] Gastro-intestinale Symptome bleiben aus.[5]

Die Latenzzeit beträgt ein bis zwei (bis zu sieben) Tage[2][3]; unter den bekannten Pilzgiften wird die Acromelsäure damit nur noch von Orellanin hinsichtlich der Latenzdauer übertroffen.

Therapie

Gegen die starken Schmerzen und die dadurch verursachten Effekte wie Erschöpfung, Depression und Schlaflosigkeit werden hohe Dosen Analgetika verordnet.[2] Ein neuer Therapieansatz ist die dauerhafte Gabe von Nicotinsäure, welche der Ursache der Vergiftung entgegenwirkt und so die Symptomatik deutlich lindert.[9]

Literatur

  • K. Nakamura, F. Shoyama, J. Toyma, K. Tateishi: Empoisonnement par le Dokou-sassa-ko. In: Jap. J. Tox. 1987, S. 35–39.
  • K. Konno, K. Hashimoto, Y. Ohfune, H. Shirahama, Matsumoto T: Acromelic acids A und B. Potent neuroexcitatory amino acids isolated from Clitocybe acromelalga. In: J. Am. Chem. Soc. 110, 1988, S. 4807–4815.
  • P. F. Saviuc, V. C. Danel, P. A. Moreau, D. R. Guez, A. M. Claustre u. a.: Erythromelalgia and mushoroom poisoning. In: J Toxicol Clin Toxicol. 39, 2001, S. 403–407.
  • T. Stijve: Beware of these brown Clitocybes! - a new poisonous mushroom in Europe. In: Field Mycologie. 2 (3), 2001, S. 77–79.

Einzelnachweise

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