Ada Bleek

deutsche Person der evangelischen Frauenhilfe und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus From Wikipedia, the free encyclopedia

Ada Bleek (* 25. Dezember 1890 in Alt-Saarbrücken; † 2. September 1977 in Bonn; geb. Johanna Adele Martha Ruppersberg) war eine deutsche Funktionärin der evangelischen Frauenhilfe und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.

Leben

Ada Ruppersberg wurde als drittes Kind einer siebenköpfigen Familie geboren. Der Vater Albert Ruppersberg war Gymnasialprofessor am Saarbrücker Ludwigsgymnasium. Mit 18 Jahren heiratete sie 1908 den 12 Jahre älteren Missionarssohn Philipp Bleek. Im Hochzeitsjahr übernahm dieser die Pfarrei Malstatt.[1]

Während das Saargebiet unter Verwaltung des Völkerbundes stand, engagierte sich Ada Bleek in der evangelischen Frauenhilfe. Sie war Mitbegründerin und Mitinitiatorin des Saarverbands der evangelischen Frauenhilfe und übernahm als solche die Federführung bei dem erst 1930 vollendeten Projekt „Landheim Wiesbach“. In dem Landheim fanden Freizeiten statt, bei denen es auch Referate der Bekennenden Kirche gab. Während des Abstimmungskampfes engagierte sie sich gegen die Deutschen Christen und auch nach der verlorenen Abstimmung verteilte sie Flugschriften gegen die Deutschen Christen, um zumindest 1937 die Kirchenwahlen zu unterstützen.[2] Außerdem richtete sie sogenannte „Mütterabende“ der Frauenhilfe in Malstatt aus, bei denen das nationalsozialistische Regime kritisch betrachtet wurde.[1.1]

Ada Bleek wurde am 25. Juni 1937 von der Gestapo verhaftet und verbrachte drei Tage in Haft. Vorgeworfen wurden ihr Vergehen gegen das Heimtückegesetz. Am 27. Juni wurde ihr Ehemann verhaftet, der danach interniert wurde. Sie setzte ihr Engagement mit den Mütterabenden fort, die jedoch immer wieder von der Gestapo gestört wurden. Am 30. April 1938 wurde ein Strafverfahren gegen sie eingestellt. Kurz danach kam auch ihr Ehemann frei, der jedoch des Saargebiets verwiesen wurde. Nach einem kurzen Aufenthalt in Dortmund reisten die Bleeks nach Argentinien aus, wo sie in der Provinz Santa Fe eine Farm bewirtschafteten. Philipp Bleek verstarb 1948. Ada Bleek selbst kehrte erst 1974 nach Deutschland zurück und ließ sich in Bonn nieder.[1.1]

Sie starb am 2. September 1977 im Alter von 86 Jahren.[1.2]

Literatur

  • Joachim Conrad: Ada Bleek geb. Ruppersberg. In: Joachim Conrad und Rieke Eulenstein (Hrsg.): Evangelische Frauen an Saar und Blies 1815–2015: ihr Leben und Wirken in ausgewählten Portraits (= 450 Jahre Reformation an der Saar). 1. Auflage. Teil 1. Geistkirch-Verlag, Saarbrücken 2025, ISBN 978-3-949983-34-4, S. 7274.

Einzelnachweise

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