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Adam-Philippe de Custine

französischer General From Wikipedia, the free encyclopedia

Adam-Philippe, comte de Custine, genannt général moustache (* 4. Februar 1740 in Metz; † 28. August 1793 in Paris) war ein französischer Général de division, der vor allem durch die Eroberung von Mainz im Ersten Koalitionskrieg bekannt wurde. Infolge seiner Gegnerschaft zu den Jakobinern und Fehlschlägen bei militärischen Eigenmächtigkeiten wurde er verurteilt und guillotiniert.

Le général moustache

Leben

Custine stammte aus lothringischem Landadel. Die Familie besaß die Baronnie de Sarreck, an der Saar, nahe der deutsch-französischen Grenze. Bereits im Alter von fünf Jahren erhielt Custine eine Stelle als Sous-lieutenant im Régiment de Custine. (Die Namensgleichheit mit dem Mestre de camp des Regiments weist auf eine verwandtschaftliche Gefälligkeit hin.) Custine war verheiratet mit Céleste Gagnat de Logny. Der Ehe entstammten zwei Kinder, ein Sohn und eine Tochter.[1]

In den ersten Jahren der französischen Revolution, vor allem mit seinen militärischen Erfolgen im südlichen Rheinland, war General Custine bei französischen und deutschen Jakobinern ein willkommener Verkünder und Vorkämpfer der Revolutionsideen.[2] In seinem „Aufruf an das gedrückte deutsche Volk deutscher Nation“ nach seiner Einnahme von Mainz, in dem er den Bürgern von Mainz, Speyer und Worms die Befreiung und den Schutz vor den „Despoten“ (gemeint waren die feudalen deutschen Fürsten) versprach und beteuerte „[…] Was mich betrifft, so habe ich, stolz auf den schönen Titel eines fränkischen Bürgers, alle jene Unterscheidungszeichen abgeschworen die der Stolz der Despoten erfand. Der einzige eines vernünftigen Menschen würdige Ehrgeiz ist dieser: In den Herzen seiner Mitbürger zu leben.“[3]

Die französischen Republikaner, die in ihm misstrauisch den Aristokraten und einen möglichen Herausforderer sahen, urteilten: „[…] es fehlt Custine nicht an Geist, aber er war hochmütig, hitzig und inkonsequent.“[4] Seine Teilnahme am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die Engländer war ursächlich für sein Engagement für die Revolution in Frankreich. Ein Zeitgenosse urteilte jedoch (übersetzt): „Er hatte sich die Prinzipien der Revolution zu Eigen gemacht, ohne sie jedoch zu verstehen.“[5] Die Urteile über ihn blieben gespalten: Laurent Gouvion Saint-Cyr, der unter ihm in der Rheinarmee diente und dort den Grundstein für seine eigene beeindruckende spätere militärische Karriere unter Napoleon legte, urteilte: „Sie (seine Eroberungen) trugen ihm das völlige Vertrauen der Truppen ein. Seine Art von feierlichen Ansprachen, sein familiärer Umgang mit ihnen, sein militärisches Auftreten, wenn auch wegen seines enormen Bartes ein wenig grotesk, trugen nicht wenig zur Begeisterung seiner Soldaten für ihn bei. Ich habe keinen anderen General erlebt, der so geliebt wurde. Er war tapfer, aktiv und während eines geschäftigen Tages sah man ihn überall. Er war auch derjenige General, der unter seinen Truppen auf gute Disziplin am meisten Wert legte; und diesbezüglich war bei der Rheinarmee sein Nachwirken lange zu spüren. Er besaß große militärische Qualitäten, die einen guten General für die Republik versprochen hätten, …“ Andere Biographen des 19. Jahrhunderts, unabhängig ob republikanischer oder monarchistischer Richtung, lasteten ihm politisches Fehlverhalten und mehrfach falsche militärische Entscheidungen an, hielten aber seine Verurteilung und Hinrichtung für ungerecht.[6]

Seine Militärkarriere

In den Armeen Ludwigs XV. und XVI.

1748 war er mit der Armee des Maréchal de France Moritz von Sachsen, in den Niederlanden eingesetzt.[7][8] das er aber mit dem Régiment de Saintonge infanterie, das 1780 zur Einschiffung nach Amerika bestimmt war, vertauschte. In Amerika tat er sich als Brigadier unter dem Oberbefehl von Jean-Baptiste-Donatien de Vimeur, comte de Rochambeau besonders bei der Belagerung von Yorktown hervor. Er schenkte Martha und George Washington ein komplettes Tee-Service, das noch heute in Washingtons Landsitz Mount Vernon besichtigt werden kann. Auch ritt er eigens 1.000 km, um Thomas Jefferson in seinem Landsitz Monticello am 29. Dezember 1780 kennenzulernen.[9]

1783 nach Frankreich zurückgekehrt, wurde er zum Maréchal de camp und Gouverneur von Toulon ernannt. 1788 war er Generalinspekteur der Truppen in Flandern. Am 17. Februar 1791 folgte die Ernennung zum lieutenant-générale.

Im Ersten Revolutionskrieg

1789 wurde Custine Abgeordneter des lothringischen Adels in der Nationalversammlung, wo er sich entschieden auf die Seite der liberalen Partei stellte. Er vertrat die Auffassung, dass es für Frankreich notwendig sei, das linke Rheinufer zu erobern, mit dem Rhein als „natürliche Grenze“ Frankreichs. Er war dafür bekannt, preußischen Drill zu bewundern und strikten Gehorsam von seinen Soldaten zu fordern. Die Qualitäten des preußischen Militärs hatte er bei mehreren Manöverbesuchen in den Jahren 1783 bis 1786 schätzengelernt, wo er auch König Friedrich II. getroffen hatte. Während seiner Zeit in Amerika hatte er gleichzeitig gelernt, dass ein Vorgesetzter Vorbild für seine Untergeben sein muss. Deshalb war er den ganzen Weg bis Yorktown mit seinen Truppen zu Fuß marschiert. Trotz seiner Strenge war er dort und später bei der Revolutionsarmee von seinen Soldaten hoch geschätzt, auch wenn die Jakobiner ihn bei seinem Prozess 1793 mit Vorwürfen angeblicher Brutalität schwer belasten wollten. 1791 wurde er von der Nationalversammlung zum Lieutenenant générale befördert und erhielt 1792 ein Kommando am Oberrhein über die Vogesenarmee aus der Armee des Marschall Nicolas Luckner, mit der er die Festung Pruntrut eroberte. Er besetzte die Weißenburger Linien und traf am 12. August in Landau ein. Er drängte Luckners Nachfolger Armand-Louis de Gontaut, duc de Biron ihn mit den Einmarsch in die Pfalz zu betrauen, was die österreichischen und preußischen Koalitionäre völlig überraschte und dazu beitrug, die Französische Revolution nach der Kannonande von Valmy zu retten. Am 30. September nahm er Speyer, am 5. Oktober Worms, am 21. Oktober die größte deutsche Festung Mainz. Alle Städte (Mainz z. B. hatte zur Verteidigung nur 800 Österreicher und 2000 Mainzer) wurden nahezu widerstandslos eingenommen, da sich die preußisch-österreichischen Linientruppen bei der Invasionsarmee in der Champagne und den habsburgischen Niederlanden befanden. Custines Siegeszug machte ihn nicht nur in Frankreich populär, sondern fand auch in Deutschland Bewunderung: Johann Wolfgang v. Goethe hielt fest: „Custinens Handlungen schienen so kühn als vorsichtig; man dachte sich ihn, seine Gehilfen, seine Obern als weise, kräftige, konsequente Männer.“ Friedrich Schiller urteilte: „Ich hoffe viel für die Franzosen von dem glücklichen Erfolg ihres Krieges. Das Gefühl ihrer Stärke könnte ihnen einen neuen moralischen Schwung geben.“

Die kurpfälzische Festung Mannheim ließ er unbehelligt, denn der Kurfürst hatte sich in dem Konflikt mit Frankreich neutral verhalten. Die nahezu verlustfreien Eroberungen am Rhein begeisterten die französische Öffentlichkeit – und die Deutschen, die mit der Revolution sympathisierten, sahen in Custine den Befreier von absolutistischer Adelsherrschaft und Unterstützer eigener Demokratiebestrebungen. Im Oktober wurde er oberkommandierender General der vereinigten Mosel-, Rhein- und Vogesenarmeen. Eine Option nun war es die Festung Koblenz anzugreifen und sich dazu mit General François-Christophe Kellermann, der die Festung Luxemburg belagerte, und der Ardennenarmee von General Charles-François Dumouriez zu verbinden, um die Truppen des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig bei ihrem Rückzug nach der Kanonade bei Valmy endgültig auseinanderzutreiben.

Stattdessen entschied er sich, mit einer letztlich viel zu schwachen Armee über den Rhein zu gehen und besetzte am 27. Oktober 1792 mit hohen Kontributionsforderungen[10] „[…] die Handels- und freie Reichsstadt Frankfurt am Main, die sich in den verschiedenen Kriegen immer neutral gehalten hatte und für die Franzosen günstig gestimmt war […]“[11] Für weitere Plünderungen und Einnahmen aus Kontributionen ließ Custine seine Generäle Jean-Nicolas Houchard und Victor Neuwinger bis an die Lahn nach Limburg und in die Wetterau ziehen. Der wesentliche Grund für seine Entscheidung war, dass er aus Paris nicht genug Geld erhielt, um seine Armee unterhalten zu können. Im späteren Prozess vor dem Revolutionsgericht betonte er, dass obwohl ein Dekret bestimmt habe, „dass die Truppen auf feindlichem Gebiet in Geld zu entlohnen seien, habe ich nie einen Ecu gesehen. Ich beschloss also Frankfurt zu nehmen, um die Banquiers dieser Stadt zahlen zu lassen.“

Er wusste, dass seine Truppen zu schwach waren gegen das anrückende Heer der Preußen, Sachsen und Hessen. Da auch die Bewohner Frankfurts die französischen Besatzung angriffen, ordnete er am 2. Dezember den Rückzug aus Frankfurt an und plante für seine Truppen Winterquartiere im Hinterland von Mainz. Er selbst verlegte sein Hauptquartier nach Worms.

Die anrückenden preußischen und österreichischen Truppen waren deutlich stärker. Es folgten deshalb Niederlagen, für die Custine zum einen mangelnde Unterstützung aus Paris und Kommandeure verantwortlich machte, die sie Anfang 1793 aus schwachen Positionen heraus rund um Mainz erlitten. So im Januar am Untermain bei Hochheim am Main, im März im Hunsrück bei Stromberg, an der Nahe bei Bingen und Bad Kreuznach und in Rheinhessen bei Ober-Flörsheim.

Im späteren Prozess vor dem Revolutionsgericht wurde ihm vorgeworfen, die Festung Mainz zu spät und zu wenig mit Kriegsmaterial und Proviant für eine Belagerung ausgerüstet zu haben. Er wies diesen Vorwurf deutlich zurück. Zeugen betonten, dass es genügend Mehl in den Vorratsspeichern der Stadt gegeben habe. Für späteren Mangel trage Custine keine Verantwortung. Mangel habe es in Mainz bis zum Schluss nicht gegeben: „Brot und Wein haben bis zum Schluss gereicht, die Mühlen haben immer gearbeitet und nur drei davon sind zerstört worden.“

Die 20.000 Mann wurden am 10. April eingeschlossen und hatten nach drei Monaten keine Munition, die Stadt keine Lebensmittel mehr. Er hatte sich bereits am 31. März nach Landau zurückgezogen, da die Österreicher und die kleine Emigrantenarmée des Prinzen Condé unter Dagobert Sigmund von Wurmser Front gegen das Elsass machten. An der Lauter und der Queich wurden die Franzosen zurückgedrängt, die Weißenburger Linien wieder besetzt und die Festung Landau eingeschlossen.

Im April 1793 hatte er vom Nationalkonvent noch den Oberbefehl über die Nord- und Ardennenarmee an Stelle von Charles-François Dumouriez erhalten, der zu den Österreichern desertiert war. Wie sein Vorgänger opponierte Custine gegen Beschlüsse der Regierung und war ein Gegner der radikalrevolutionären Jakobiner.

Noch im Mai/Juni 1793 ließ er aus der Südpfalz heraus eine zur Entlastung der Mainzer Besatzung geplante Offensive gegen die Belagerer machen. Weit davor, an einer Linie Speyer-Kaiserslautern wurde sie zurückgeschlagen. Custine hatte zwischenzeitlich sein neues Kommando bei der Nordarmee in Westflandern übernommen. In dieser Zeit verloren die Franzosen dort die Festungen Condé und Valenciennes.

Anlässlich der Entgegennahme des Kommandos über die Nordarmee beim Kriegsministerium in Paris, wurde er auf Anschuldigungen von Jean Paul Marat und Jacques Nicolas Billaud-Varenne hin, vor den Wohlfahrtsausschuss geladen und in der Anklageakte vom 14. August 1793 beschuldigt, vorsätzlich die Würde eines Generals missbraucht, das Interesse der Republik verraten und Einverständnisse mit den Feinden Frankreichs unterhalten zu haben. Trotz seiner Verteidigung, mit der er die Anklagepunkte widerlegen konnte, wurde er am 27. August 1793 vom Revolutionstribunal in einem vorfabrizierten Urteil zum Tode verurteilt und am folgenden Tag guillotiniert. In Paris begann in diesen Tagen der Terreur der Jakobiner. Custine war der erste einer Reihe von guillotinierten Generälen, die ihrer aristokratischen Herkunft und ihres Dienstes in der Armee des Königs wegen unter Verdacht standen und für militärische Fehlschläge oder revolutionskritische Äußerungen angeklagt und verurteilt wurden.

Isaac Cruikshank - The Murder of Custine, French Gratitude or Republican Rewards for Past Services (from, Caricature - B1981.25.1267 - Yale Center for British Art)

Zu berücksichtigen ist, dass sich das revolutionäre Frankreich im Sommer 1793 in einer äußerst kritischen Situation befand. Die Finanzen, die Wirtschaft und die Versorgung der Bevölkerung waren praktisch zusammengebrochen. An allen Grenzen befanden sich seine Truppen in teilweise erbärmlichen Zustand und angegriffen von nahezu allen Fürsten Europas. In der Mehrzahl der Départements herrschten Aufruhr und bewaffneter Widerstand gegen die Zentralregierung, die schließlich die Verfassung außer Kraft setzte und brutal diktatorisch gegen ihre Feinde im Inneren und Äußeren vorging.

Der Prozess Custine (nach Adolphe Thiers)

Adam-Philippe de Custine, kolorierter Kupferstich von Christophe Guérin, 1793

Die Regierung, die seit Juni 1793 von den Jakobinern beherrscht war, sah sich einer Reihe von Truppenführern gegenüber, die eigenmächtig Außenpolitik betrieben, die Anordnungen von Paris nicht befolgten und ihr die Kompetenz zur Militär- und Kriegführung absprachen. Es wurde vermutet, Custine würde daher stellvertretend der Prozess gemacht, auch weil man Dumouriez nicht mehr wegen seiner Niederlage bei Neerwinden und seines Verrats belangen konnte. „[…] man war begierig, ein erhabenes Haupt zu treffen und dadurch zu erreichen, dass die Chefs der Armeen sich vor der Volksgewalt beugen mussten […]“ (Adolphe Thiers). Die Zeugen der Anklage des öffentlichen Prozesses bezichtigten Custine, sich nur mit aristokratischen Offizieren umgeben zu haben, „…Sie haben niemals gute Republikaner an ihrem Tisch gehabt!“ und Plünderer und Befehlsverweigerer ohne Gerichtsurteil exekutiert zu haben. Deutsche Zeugen führten an, er habe Mannheim, Koblenz, Darmstadt, Hanau usw. nicht besetzt, obwohl er von Bürgern darum gebeten worden war. Militärs beschuldigten ihn, seine Truppen in Stich gelassen zu haben.

Viele Anklagepunkte waren Denunziation und Racheakte. Endlich entscheidend für das Tribunal war vermutlich, dass man Custine mit dem „Verräter“ Dumouriez verglich, was „ihn vollends zu Grunde richtete“. Verrat an der Nation konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden, doch sein eigenmächtiges Verlassen der Operationslinie am Rhein, den Befehl zurückzukommen nicht befolgt zu haben und seine „furchtsame Untätigkeit während der Belagerung von Mainz“, ließen das Tribunal mit Mehrheit für seine Verurteilung stimmen.[12]

Anmerkungen

Maximilien de Robespierre kritisierte den zähen Verlauf des Verfahrens, „den Geist der Schikane und den Geschmack an Formalitäten, der sich des Tribunals bemächtigt habe.“[13]

Custines Tochter Adélaide-Philippine, eine bekannte Pariser Schauspielerin, versuchte während des Prozesses vergeblich Beistand und Entlastungszeugen für ihren Vater zu gewinnen.

Sein Wunsch, dass sein Sohn Renaud-Philippe de Custine (* 1768), der seinem Vater als Adjutant zu Seite stand, seine Ehrenrettung durch Herausgabe seines Briefwechsels bewirken möge, blieb unerfüllt, da dieser seinem Vater am 3. Januar 1794 auf das Schafott folgte. Zwei Jahre nach Adam-Philippe Custines Tod erschien anonym eine Biographie über ihn unter dem Titel Mémoires posthumes du géneral français comte de Custine, rédigés par un de ses aides de camp (deutsch, Berlin 1795, 2 Bände). Es wurde kolportiert, dass sie von einem seiner ehemaligen Adjutanten, dem späteren General Louis Baraguey d’Hilliers stammte. Ihr Inhalt stammt jedoch ausschließlich aus öffentlich zugänglichen Quellen, so dass bereits Arthur Chuquet die Urheberschaft einer ihm nahestehenden Person ausschloss.

Custines Enkel war der Schriftsteller Astolphe, Marquis de Custine.

Nach Custine wurden mehrere Wallanlagen benannt, wie zum Beispiel die Custine-Schanzen in Oberursel am Taunus, die Ende November 1792 am äußersten linken Flügel der Verteidigungslinie entlang von Urselbach und Nidda westlich von Frankfurt angelegt wurden, um den Vorstoß hessischer und preußischer Truppen Richtung Mainz zu unterbinden.

Ehrungen

Sein Name ist am Triumphbogen in Paris in der 3. Spalte eingetragen.

Anekdotisches

Nicht überall in Deutschland stieß der freiheitliche Geist auf begeisternde Zustimmung, der seinerzeit mit Custines Truppen durchs Rheinland zog. So berichtete die damalige Presse aus Mainz: „Die Mainzer sind mit der von Custine ihnen geschenkten Freyheit sehr unzufrieden; […] weil alle die, welche über 16. und unter 62. Jahr alt sind, die Waffen ergreifen sollen, um die Stadt zu vertheidigen. Sie verlangten: daß, wenn Custine sie frey machen wolle, er sie auch beschützen müsse.“[14]

Ausstellung

Aus Anlass des 225. Jahrestages der „Expedition Custine“, des Feldzugs Adam Philippe de Custine mit etwa 20.000 Mann von der französischen Festung Landau aus in das deutsche Reichsgebiet über Rheinpfalz, Rheinhessen und das Rhein-Main-Gebiet (22. September 1792 bis 23. Juli 1793) wurde von der Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789–1815 die Wanderausstellung „Expedition Custine – Rheinland-Pfalz, Hessen und die gescheiterte Freiheit 1792/93“ geschaffen. Start der Ausstellungsreihe war im September 2017 in Mainz, die Hauptausstellung fand vom 18. März (225. Jahrestag der Ausrufung der Mainzer Republik) bis zum 18. Mai 2018 im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt statt. Schirmherr war Bernhard Vogel.[15]

Siehe auch

Commons: Adam-Philippe de Custine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Arthur Chuquet: L’Expédition de Custine (= Les guerres de la Révolution 6). Cerf, Paris 1892.
  • Arthur Chuquet (1892), Mark Scheibe: Expedition Custine – Rheinland-Pfalz, Hessen und die gescheiterte Freiheit 1792/93. Begleitband zur Wanderausstellung der Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789–1815, Kelkheim 2019, www.stiftung-hkr.info
  • Marco Michael Wagner: Georg Forster versus Adam Philippe Custine – Zwei Revolutionäre in der Mainzer Republik? Grin, München 2008, ISBN 978-3-640-12343-8.
  • Axel Kuhn: Die Geschichte der Französischen Revolution, Reclam U. B. 17017, Stuttgart 1999, ISBN 978-3-15-017017-5
  • Alain Pigeard: Les étoiles de Napoléon, Editions Quatuor, Paris 1996
  • Adolphe Thiers: Geschichte der Französischen Revolution, übers. A. Walthner, 6 Bände, Mannheim 1844–1845
  • Abel Hugo: France militaire. Histoire des armées de terre et de mer 1792-1837, 5 Bände, Paris 1833–1838, http://gallica.bnf.fr
  • Johannes von Thadden: Adam Custine – A Fighter for American Independence and Reforms in France, in: The Journal of the American Revolution, May 2024, https://allthingsliberty.com/2024/05/adam-custine-a-fighter-for-american-independence-and-reforms-in-france/ (abgerufen am 1. Juni 2024)
  • Johannes von Thadden: Custine et Pouilly: Deux familles lorraines à l’époque de la Révolution, in: Au Pays de Sarrebourg, No. 39, 2025, S. 31–48
  • Johannes von Thadden: Adam Custine en Amérique: Un Lorrain façonne la politique mondiale, in: Au Pays de Sarrebourg, No. 39, 2025, S. 49–54

Einzelnachweise

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