Adam-Ries-Museum
Museum in Deutschland
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Das Adam-Ries-Museum ist ein Museum der Berg- und Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz. Sein Standort ist das Adam-Ries-Haus, das nach zwei Bränden wiederaufgebaute Wohnhaus von Adam Ries, in der Johannisgasse 23. Das Adam-Ries-Museum versteht sich als Personenmuseum. Es widmet sich dem Leben und Werk des im gesamten deutschen Sprachraum bekannten Rechenmeisters und sächsischen Bergbeamten Adam Ries (1492–1559), eingebettet in den Kontext seiner Zeit.

Die Museumsleitung liegt seit 2003 in den Händen von Diplomlehrerin Annegret Münch. Die Trägerschaft hat seit 1999 der Adam-Ries-Bund e.V. Die Immobilie ist Eigentum der Stadt Annaberg-Buchholz.[1]
Geschichte
Das Adam-Ries-Museum wurde am 30. März 1984 (anlässlich des 425. Todestages von Adam Ries) als Zweigstelle des Erzgebirgsmuseums eröffnet. Nach einer kompletten Neugestaltung wurde es am 18. April 2008 in der jetzigen Form neu eröffnet.
Frühere Museumsleiter waren:
- 1984 Marina Palm
- 1984–2001 Peter Rochhaus
- 2001–2002 Wolfgang Lorenz (ehrenamtlich)
Leitbild, Ausstellungen, Sammlungen
Die 2008 eröffnete Dauerausstellung präsentiert sich auf 193 m² unter Berücksichtigung der notwendigen konservatorischen und sicherheitstechnischen Anforderungen (Spezialvitrinen) wissenschaftlich fundiert, museumspädagogisch wertvoll, für alle Zielgruppen informativ, verständlich und anschaulich.
Die Räumlichkeiten im Erdgeschoss sind rollstuhlgerecht. Die Rechenschule (Raum für zusätzliche museumspädagogische Angebote) ist für Sehbehinderte und Blinde geeignet.
Das Sammlungskonzept setzt folgende Schwerpunkte:
- Quellen und Dokumente zu Leben und Wirken von Adam Ries und seiner Familie
- Quellen und Dokumente zu Leben und Wirken der Rechenmeister der frühen Neuzeit
- Rechenbücher und mathematische Schriften (vorrangig frühe Neuzeit)
- alte Maße und Gewichte (vorrangig Sachsen)
- Münzen mit Bezug zu Annaberg, dem Erzgebirge, Sachsen und dem Bergbau
- Rechenpfennige und mechanische Rechenhilfsmittel, historische Rechentechnik
Das Adam-Ries-Museum beherbergt als einzige Einrichtung weltweit in der „Schatzkammer der Rechenkunst“ originale Exemplare verschiedener Auflagen aller drei gedruckten Rechenbücher von Adam Ries, seiner Brotordnung sowie seine Coß, eine der bedeutendsten algebraischen Handschriften der frühen Neuzeit. Das Adam-Ries-Haus ist ein Objekt des Bestandteils Bergbaulandschaft Annaberg-Frohnau des UNESCO-Welterbes Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří.
Auszeichnungen
2006: Auszeichnung als ausgewählter Ort im Land der Ideen unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten[2]
2011: Verleihung eines Spezialpreises des Sächsischen Museumspreises „in Anerkennung langjähriger vorbildlicher Arbeit bei der Sammlung, Pflege, Bewahrung, Erforschung und Vermittlung des musealen kultur- und naturgeschichtlichen Erbes des Freistaates Sachsen“ durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
Publikationen
Das Adam-Ries-Museum gibt eine Publikationsreihe heraus:
- Der Rechenmeister
Weblinks
- Website des Adam-Ries-Museums
- Digitalisat der handschriftlichen Coß von Adam Ries auf sachsen.digital
- Digitalisate von Ausstellungsstücken des Adam-Ries-Museums auf sachsen.digital
- Adam-Ries-Haus auf der Website Montanregion Erzgebirge