Adam Horatio Casparini

deutscher Orgelbauer From Wikipedia, the free encyclopedia

Adam Horatio Casparini (auch Horatius, Orazio; * 29. Juli 1676 in Padua, Italien; † 11. August 1745 in Breslau, Niederschlesien) war ein bedeutender deutscher Orgelbauer in Schlesien.

Sonnenorgel in Görlitz

Leben

Engel in Hirschberg

Adam Horatio Casparini wurde 1676 in Padua geboren. Er war in Breslau ansässig. Sein Vater Eugenio Casparini und sein Sohn Adam Gottlob Casparini waren ebenfalls bedeutende Orgelbauer.

Werke

Erhalten sind die Orgeln in Wrocław (Breslau), jetzt Oratorium Marianum und Wołów (Wohlau), sowie Prospekte in Görlitz (Sonnenorgel), Jelenia Góra (Hirschberg) und Legnickie Pole (Wahlstatt), hier fettgedruckt.

In der fünften Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale, ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal. Die arabische Zahl in der vorletzten Spalte bezeichnet die Anzahl der klingenden Register.[1]

Weitere Informationen Jahr, Ort ...
JahrOrtGebäudeBildManualeRegisterBemerkungen
1697 Untermais bei Meran Wohl zusammen mit seinem Vater.
1703 Görlitz Pfarrkirche St. Peter und Paul (Görlitz)
III/P 57 Sonnenorgel, mit dem Vater, Prospekt erhalten, heute Orgel von Mathis Orgelbau mit IV/P/88.
1706 Hirschberg (Jelenia Góra) Kath: Pfarrkirche St. Erasmus und Pankratius
III/P 43 1703 von seinem Vater begonnen, vollendet durch Adam Horatio nach den Plänen seines Vaters. 1749 nach einem Brand in der Kirche durch Johann Meinert aus Lähn wieder aufgebaut. 1863 durch die Firma Schlag & Söhne instand gesetzt, 1905/1906 durch einen Neubau derselben Firma mit III/P/60 ersetzt. Dabei wurde der Casparini-Prospekt weiter verwendet, dieser ist bis heute erhalten.[2][3]


1709 Breslau (Wrocław) Bernhardinerkirche III/P 31 Heute Museum für Architektur, Orgel offensichtlich nicht erhalten.
1712 Ohlau (Oława) Stadtpfarrkirche II/P 22 Wahrscheinlich zerstört[4][5]
1715 Breslau (Wrocław) Kirche St. Christopherus I 14 Die Orgel ist nicht erhalten.
1716 Wohlau (Wołów) Lorenzkirche
II/P 20 Die Orgel ist weitgehend original erhalten. Die Disposition wurde im 19. Jahrhundert nur leicht verändert. Im Jahr 2001 wurde die Orgel durch die Werkstatt Chrobak aus Breslau restauriert.[6]
1716 Görlitz Dreifaltigkeitskirche II/P 16 Orgel nicht erhalten.[7]
1716 Groß Weigelsdorf Ev. Kirche I(/P?) 13 Orgel nicht erhalten.[8]
1718 Breslau (Wrocław) Elisabethkirche, jetzt Oratorium Marianum I 16 (14?) Orgelpositiv, zuletzt auf der südlichen Empore der Elisabethkirche kriegsbeschädigt aufbewahrt. Die Teile überlebten den Brand der Kirche im Jahr 1976. 1999 Restaurierung durch Richard Jacoby, Kassel, und Aufstellung im Oratorium Marianum, dem heutigen Konzert- und Festsaal der Universität Breslau.[9][10][11][12][13]
1718 Breslau (Wrocław) Dom St. Johannes, Chororgel I 10 Orgel nicht erhalten.
1721–1725 Tschenstochau (Częstochowa) Jasna Góra, Kapelle des Bildes unserer lieben Frau (Kaplicy obrazu Matki Bożej) I 9 Orgel nicht erhalten.[14][15]
1731 Wahlstatt (Legnickie Pole) Kirche St. Hedwig
II/P 24 Es ist mindestens das Gehäuse erhalten, eventuell stammen auch noch Teile der Orgel von Casparini.[16]
1735 Breslau (Wrocław) Elftausend-Jungfrauen-Kirche Im Jahr 1806 wurde die Kirche abgebrochen und dabei wahrscheinlich auch die Orgel entfernt.
1737 Breslau (Wrocław) Adalbertkirche II/P 22 Die Orgel ist nicht erhalten.
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Literatur

  • Douglas E. Bush: Casparini (Caspari). In: Douglas E. Bush, Richard Kassel (Hrsg.): The Organ. An Encyclopedia. Routledge, New York, London 2006, ISBN 0-415-94174-1, S. 96–97.
  • [Arrey] v. Dommer: Casparini (Caspar), Familie. In: Allgemeine Deutsche Biographie. Band 4. Berlin 1876, S. 55 f.
  • Julian Gembalski: Die Tätigkeit der Familie Casparini und ihr Beitrag zum Orgelbau in Schlesien. In: Musik des Ostens. Band 9, 1983, S. 147–167.
  • Salomon Kümmerle: Caspar, Caspari, Casparini, Familie. In: Encyklopädie der evangelischen Kirchenmusik. Band 1. Gütersloh 1888, S. 217 f.
  • Wiktor Z. Lyjak: Adam Orazio Casparini i jego Jasnogórskie dziela. In: Studia Claromontana. Band 20, 2002, S. 141–191.
  • Alfred Reichling, Jan Janca: Casparini, Familie. In: Musik in Geschichte und Gegenwart 2. Personenteil Band 4. Bärenreiter/Metzler, Kassel/Stuttgart 2000, Sp. 369–373.
  • Werner Renkewitz, Jan Janca und Hermann Fischer: Geschichte der Orgelbaukunst in Ost- und Westpreußen von 1333 bis 1944. II, 1: Mosengel, Caspari, Casparini. Pape Verlag, Berlin 2008.

Einzelnachweise

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