Adele Bertei

US-amerikanische Liedermacherin, Schriftstellerin, Regisseurin und Performerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Adele Bertei (* 1955 in Cleveland)[1] ist eine US-amerikanische Liedermacherin, Schriftstellerin, Regisseurin und Performerin, die als Mitglied der Contortions und als Gründerin der Bloods eine wichtige Vertreterin der New Yorker No-Wave-Szene ist.[2][3][4] Später verfasste sie autobiografische Bücher, darunter Twist: An American Girl und No New York: A Memoir of No Wave and the Women Who Shaped the Scene.[5][2]

Leben

Bertei wuchs in Cleveland in einem von Gewalt geprägten Umfeld auf; ihre Mutter litt an Schizophrenie, und Bertei verbrachte einen Teil ihrer Jugend in Pflegefamilien und Erziehungsanstalten.[2][4][6] Im Jahr 1967 wurden sie und ihre beiden jüngeren Brüder zu Mündeln des Staates Ohio; danach lebte sie in Einrichtungen im Raum Cleveland.[2][7] In der Anstalt Blossom Hill sang sie Gospel und bezeichnete diese Erfahrung später als entscheidend für ihre künstlerische Entwicklung.[2][8] Nachdem sie in Cleveland von Peter Laughner gefördert worden war, zog sie nach dessen Tod 1977 nach New York.[2][7]

Wirken

In New York schloss sich Bertei 1977 den Contortions an und wurde zu einer wichtigen Vertreterin der No-Wave-Szene; als Assistentin Brian Enos trug sie zudem dazu bei, dass er Konzerte der Szene besuchte und sie auf Schallplatte dokumentierte.[3] Anfang der 1980er-Jahre gründete sie mit Kathy Rey die Bloods, die als erste offen queere Frauenrockband gelten; die Gruppe tourte international, eröffnete Konzerte für Richard Hell, die Heartbreakers und The Clash und veröffentlichte 1981 die Single Button Up.[2][9][8] Danach arbeitete Bertei unter eigenem Namen weiter, nahm die von Thomas Dolby produzierte Single Build Me a Bridge auf und sang oder schrieb später für Musiker wie Tears for Fears, Culture Club, Sandra Bernhard, Matthew Sweet und die Pointer Sisters.[5][2][4] Sie arbeitete auch in der Film- und Literaturszene, las in New York Prosa und Lyrik zur Eröffnung für Schriftsteller wie William S. Burroughs, Allen Ginsberg und Kathy Acker und veröffentlichte mit Twist: An American Girl (2023) und No New York: A Memoir of No Wave and the Women Who Shaped the Scene (2026) zwei autobiografische Bücher.[2][5][9] Später lebte sie in Los Angeles, arbeitete dort als Regisseurin und Ghostwriterin und leitete musikalische Arbeitskreise für obdachlose Jugendliche und für Gefängnisinsassen.[2]

Einzelnachweise

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