Adelheid Hanselmann

Schweizer Künstlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Adelheid Hanselmann-Erne (* 13. September 1946 in Schönenwerd) ist eine Schweizer Künstlerin und Goldschmiedin. Sie arbeitet vor allem in den Bereichen Malerei, Skulptur und Schmuckkunst.

Adelheid Hanselmann: Armreif, 1989, Silber
Adelheid Hanselmann, 2008

Leben

Hanselmann-Erne wurde am 13. September 1946 in Schönenwerd geboren. Sie erlernte nach dem Besuch des Vorkurses an der Kunstgewerbeschule Basel Goldschmiedin. Nach der Berufslehre bildete sie sich unter Alfred Gruber, René Küng und Johannes Burla an der Kunstgewerbeschule Basel im dreidimensionalen Gestalten weiter. 1970–1978 arbeitete sie als Goldschmiedin und Künstlerin in Olten. 1978 zog sie nach Zürich, wo sie bis 2006 als Dozentin an der Kunstgewerbeschule (später umbenannt in „Hochschule für Gestaltung“ bzw. „Zürcher Hochschule der Künste“) lehrte. Während des Studienaufenthalts im Atelier des Kantons Zürich in der Cité Internationale des Arts Paris, 1981/1982, begann sie zu malen. Von 2002 bis 2009 absolvierte sie am Alfred Adler-Institut in Zürich eine Ausbildung als psychologische Beraterin und Malleiterin. Sie lebte von 2001 bis 2016 in Olten, danach in Almens GR. Von 1970 bis 1978 war sie mit dem Oltner Künstler Urs Hanselmann (* 1944) verheiratet. Danach war der Direktor des Kunstmuseum Olten, Peter Killer ihr Partner, der sie als Künstlerin massgeblich förderte.

Werk

Bis Mitte der 1990er-Jahre arbeitete Hanselmann-Erne als Goldschmiedin und freie Künstlerin. Die Goldschmiedearbeiten charakterisieren sich wie auch ihre Bilder und Plastiken durch ihren Phantasiereichtum und ihre Handwerklichkeit. Ihr Farbempfinden wird auch von Architekten[1] geschätzt, die sie gelegentlich für Farbberatungen und -gestaltungen beiziehen. Seit 1980 hat sie über dreissig künstlerische Beiträge zwei- und dreidimensionaler Art für öffentliche und halböffentliche Bauten geschaffen.

Bemalte Decke der Pausenhalle des Schulhauses Oberdorf in Oensingen. 1992–1994

«Die Künstlerin ist eine unermüdliche Schafferin, die die Stille ihres Ateliers liebt, nach innen lauscht und sich aber zugleich auch von aussen inspirieren lässt, die neue Wege sucht und findet.»[2]

Kunst am Bau (Auswahl)

  • 1980/83 Zürich: Universität Irchel, Lichthof, «Wasser Erde Luft Licht Verantwortung», rostfreier Stahl, Bronzegewebe, Stahl verzinkt, Aluminium, Glas, Wasser, Erde
  • 1981/82 Winterthur: Krankenheim Oberi in Oberwinterthur, Gartenanlage, 4 Plastiken, «Spiel», «Feuer», «Reife», «Reflexion», rostfreier Stahl, Corten-Stahl, Polyester
  • 1985/86 Hüttwilen TG: Arbeitserziehungsanstalt Kalchrain, Reliefs, Objekte, Spielfiguren und ein Gartenhäuschen
  • 1985/86 Frauenfeld: Postplatz, «Zentrum», Aluminium eloxiert, Granit
  • 1986/91 Zürich: Uni, Institutsgebäude Plattenstrasse 14, Gebäudedurchgang, «Konfliktraster», Aluminium eloxiert, eingefärbter Beton, Bodenbelag Granit, Porphyr
  • 1987/90 Biel: Wirtschaftsgymnasium Alpenstrasse, zwei Wendeltreppen
  • 1990/91 Bettlach: Alters- und Pflegeheim Baumgarten, 4 Wandbilder «Lebensweg», im Lichthof, 1. und 2. Obergeschoss, Dispersion
  • 1991 Wangen bei Olten: Gemeindekanzlei, Eingangshalle, «Die umsichtige Gemeinde/Lebensbaum», rostfreier Stahl, Acryllack
  • 1992/94 Oensingen: Primarschulhaus Oberdorf, Pausenhallen-Decke, Bemalung
  • 1993/94 Solothurn: Kantonale Psychiatrische Klinik, Beschäftigungsstätte, 22 Objekte, verschiedene Metalle und andere Materialien, Farbe
  • 1995/96 Bättwil: Kreisschule Leimental, Pausenplatz, «Sieben Dörfer», in Stahl gegossene Relief-Bodenplatten
  • 1997/98 Hofstetten: Kirche St. Niklaus, 52-teiliges Bilderfries im Altarbereich und 8-farbige Glaskörper in den Fensternischen
  • 1999 Luterbach: Turn- und Mehrzweckhalle, aussen: Stele aus rostfreiem Stahl, innen: Farbband
  • 2004 Buchs AG: Chocolat Frey, farbige Wandgestaltung in der Halle des neuen Betriebseingangs
  • 2005 Olten: Stadttheater, Farbkonzept

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

  • 2001 Kunstmuseum Olten, «wellen – frei – gang». Werke von 1980 bis 2001
  • 2009 und 2018 Galerie Rössli, Balsthal

Gruppenausstellungen

  • 1975 Biel: «6. Schweizerische Plastikausstellung»
  • 1976 Vira Gambarogno TI: «Nationale Plastikausstellung»
  • 1976 Lausanne: «2. Biennale der Schweizer Kunst»
  • 1978 Winterthur: «3. Biennale der Schweizer Kunst»
  • 1979 Pfäffikon SZ: Seedamm Kulturzentrum, «30 junge Schweizer Plastiker»
  • 1981 Olten: Kunstmuseum und Stadthaus, «Solothurner Kunst der Gegenwart»
  • 1986 Brig VS: Stockalper-Palast, «Repères/Merkzeichen»
  • 1989 Dietikon ZH: «Eisen 89 – Perspektiven Schweizer Eisenplastiker 1934-1989»
  • 1991 Luzern: Kunstzone im Hof, «Kunst im Gebiet der Kirche»
  • 1996 Kultur im äusseren Wasseramt: «Kunst-Linie». Eine Ausstellung auf einem stillgelegten Bahngeleise
  • 1998 Brig: Galerie Zur Matze, «Schweizer Bildhauer als Zeichner»
  • 2000 Im Wasseramt: www.containeronline.ch, «Waschcontainer», Gemeinschaftsarbeit mit Michelle DeFalque
  • 2003 Winterthur-Wülflingen: oxyd, Rauminstallation «Die Fahrhabe der Rosa Dornbusch»
  • 2009 Starrkirch-Wil: Kunsthalle auf Zeit, «Zeichnen Sie weiter!»
  • 2016 Alte Kirche Härkingen: «iBet», mit Michelle DeFalque
  • 2016 Olten: Stadthaus, «plötzlich all dieser freie Raum – Fokus Kunst im Hammer Olten».

Tafelbilder und Skulpturen in öffentlichem Besitz

  • Kunstsammlung für Angewandte Kunst der Schweizerischen Eidgenossenschaft
  • Kunstmuseum Olten[3]
  • Kunstsammlung des Kantons Solothurn
  • Kunstsammlung der Stadt Zürich
  • Collezione del Fondo Cotti, Lugano
  • Kunstsammlung des Seedamm Kulturzentrums Pfäffikon SZ

Bibliografie (Auswahl)

  • Hansruedi Autengruber: Wenn Besitzergreifen zum Begreifen wird. Zeitschrift der Gesellschaft Schweizer Maler, Bildhauer und Architekten GSMBA, Nr. 2, April 1976
  • Adelheid Hanselmann: Gedanken zu den Arbeiten. Faltblatt zur Einzelausstellung in der Galerie Lempen Zürich, 1978
  • Nino Weinstock: Ohne Titel. Faltblatt zur Einzelausstellung in der Galerie Feldberg 90, 1981.
  • Peter Killer: Ohne Titel. Im Katalog der Einzelausstellung im Kunsthauskeller Biel, 1984
  • Fabrizio Brentini: Ohne Titel. Im Katalog der Einzelausstellung in der Galerie im Rothenburgerhaus Luzern, 1989
  • Fabrizio Brentini: Begrenzter Raum. Im Katalog der Gruppenausstellung «Kunstzone» im Hof Luzern
  • Marianne Gerny-Schild: Adelheid Hanselmann – von Ort zu Ort. Im Katalog der Ausstellung: «Neu ausgedrückte Spiritualität – Drei zeitgenössische Kunstschaffende begegnen vergessenen religiösen Bildern aus dem Kunstmuseum Olten und Solothurn», Stadthaus Olten, 1996
  • Ronald Schenkel, Zürich: Ohne Titel. Im Katalog der Gruppenausstellung «Auf dem 47. Breitengrad». Zug und Solothurn, Herausgeber: Vereinigung Zuger Künstler und Künstlerhaus S11 Solothurn. 1997
  • Barbara Miesch-Müller: Wasser – Lachen. Im Katalog der Doppelausstellung Adelheid Hanselmann / Michelle DeFalque, Galerie Rössli Balsthal, 2000
  • Peter Killer: Adelheid Hanselmann – eine fleissige Träumerin und Schafferin. Im Katalog der Einzelausstellung im Kunstmuseum Olten «wellen – frei – gang. Werke 1980– 2001», 2001
  • Madeleine Schüpfer: Im Wechselspiel der inneren und äusseren Wirklichkeit — Porträt der Oltner Malerin und Plastikerin Adelheid Hanselmann. Oltner Neujahrsblätter 2003, Seite 38
  • Gabriele Bono: Vorwort. Kunstverein Olten: Im Katalog der Ausstellung «Zufall und Konstruktion» (mit Hansjörg Müller und Adrien Jutard), Stadthaus Olten, 2012
  • Maria Brehmer: Zufall und Konstruktion. Kunstverein Olten: Im Katalog der Ausstellung «Zufall und Konstruktion» (mit Hansjörg Müller und Adrien Jutard), Stadthaus Olten, 2012

Einzelnachweise

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