Adem Kastrati
Nordmazedonischen Malers
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Adem Kastrati (* 15. Januar 1933 in Karaçeva, Dardanë, Kosovo; † 24. September 2000 in Skopje, Nordmazedonien) war ein albanischer Maler. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der modernen albanischen Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg und lebte sowie arbeitete über vier Jahrzehnte in Nordmazedonien. Sein Werk, das rund 2000 Gemälde umfasst, wurde in zahlreichen Städten Europas und des Nahen Ostens ausgestellt.[1]

Leben
Kastrati wurde 1933 im Dorf Karaçeva in eine große, patriotische und bildungsorientierte Familie geboren. Schon in seiner Kindheit zeigte er künstlerisches Talent, indem er mit Tonplatten aus seiner Heimat Figuren und Skizzen modellierte. Während seiner Schulzeit fertigte er Gedichte, Musik, vor allem aber Zeichnungen an. Allerdings erhielt er im Fach Zeichnen nie die höchste Note von seiner Lehrerin, die der Meinung war, Kastrati habe Arbeiten von bekannten Malern kopiert. Nichtsdestotrotz setzte er seinen Weg als Künstler fort.[2][3]
Seine Malerei ist im Realismus verwurzelt und stellt direkt die menschliche Figur und die Tierwelt dar. Kastratis Werke verbinden die Darstellung der Realität mit symbolischen und metaphorischen Elementen. Sein reiches Kolorit, das sich im Laufe seiner Karriere verfeinerte, verleiht seinen Gemälden Intensität und Ausdruckskraft. Charakteristisch für seine Technik ist die Verwendung von eingravierten Linien, die der Textur zusätzliche Tiefe verleihen.[4]
Einige seiner bekanntesten Gemälde sind: „Die kleinen Zeichner“, „Mein Dorf im Nebel“, „Im Winter“, „Die Mühle“, „Das Dorf“, „Die Teestube“, „Die Wiege“, „Der Hirte“, „Die Bettlerin“, „Mutter mit Kind“, „Die Gastfreundschaft“, „Das Abendessen“, „Die Hochzeitsgäste“, „Das Männerzimmer“. Er fertigte auch viele Porträts albanischer Persönlichkeiten an. In seinen späten Arbeiten widmete er sich den Tragödien des Kosovo-Krieges (1998–1999) sowie Motiven aus albanischen Legenden wie „Die heilige Brücke“, „Die Schwester mit neun Brüdern“ oder „Die versteinerten Hochzeitsgäste“.[5]
Kastrati starb am 24. September 2000 in Skopje an einer schweren Krankheit. Sein Œuvre umfasst rund 2000 Gemälde, die weltweit verbreitet sind.[3]
Ausstellungen
Während seiner über vierzigjährigen Karriere stellte er in vielen Städten im In- und Ausland aus, darunter Skopje, Tetovo, Gostivar, Struga, Ferizaj, Prishtina, Beograd, Tirana, Gjilan, Gjakova, Berlin, Paris, Genf, München, Sarajevo, Damaskus, Amman, Ankara, Istanbul, Ljubljana, Zagreb, Dubrovnik, Subotica, Novi Sad und Palermo. Seine Werke wurden auch in zahlreichen Gruppenausstellungen gezeigt, u. a. in Ljubljana, Zagreb, Dubrovnik, Niš, Tirana, Paris und Arhus (Dänemark).[6]
Im Jahr 2018 wurde im Daut-Paşa-Hamam in Skopje die Retrospektivausstellung von Adem Kastrati eröffnet. Die Ausstellung umfasste ein breites Spektrum seines Lebens und Schaffens. Der deutsche Außenminister Heiko Maas besuchte im selben Jahr die Galerie und die Ausstellung.[4]
Weblinks / Quellen
- Adem Kastrati. (360°-Ansicht eines Ausstellungsraums mit interaktiven Punkten) In: lapsi360
- Shpresa Tolaj-Gjonbalaj: Technique, Thematic, Symbolism and Semiotics - Authentic Synthesis in Adem Kastrati’s Creativity. In: Academic Journal of Business, Administration, Law and Social Sciences. Band 1, Nr. 1. IIPCCL Publishing, März 2015, ISSN 2410-3918, S. 193–200 (englisch, iipccl.org [PDF; 855 kB]).
- Mixhait Pollozhani: Kastrati. Retrospektive Exhibition. Hrsg.: Ministry of Culture of the Republic of Macedonia. 19. Juni 2018 (englisch, mazedonisch, zaum.mk [PDF; 26,0 MB]).