Adolf Bahn
deutscher Übersetzer und Schriftsteller (Librettist)
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Herkunft und Familie
Seine Mutter Caroline (3. September 1781 – 11. August 1820) entstammte der jüdischen Berliner Kaufmannsfamilie Benda, die sich bereits im 18. Jahrhundert in der Stadt etablierte. Sie heiratete den Manufakturen Händler Sigismund Adolph Bahn (geb. 15. April 1778), mit dem sie vier Kinder hatte. Nach dem Tod der Mutter, heiratete der Vater am 12. April 1823 Philippine Meyer, die Nichte seiner Frau, mit der er einen weiteren Sohn hatte – sie starb in den 1850er Jahren. Daniel Alexander Benda und Siegmund Alexander Benda sind Onkel mütterlicherseits.[1]
Leben
Adolf Bahn stand zunächst als Schauspieler auf der Bühne. 1833 debütierte er am Hoftheater Dessau unter Direktor Julius Miller. Danach spielte er den jugendlichen Liebhaber in Altenburg und Coburg, bis er 1838 seine Schauspielerkarriere beendete. Stattdessen wurde er Bühnenschriftsteller und 1848 Inhaber der Bahnschen Buchdruckerei in Berlin.[2]
Bahn schrieb Possen (Eine Ehe auf zwei Stunden 1853, Ha, welch Lust ein Junggesell zu sein! 1855), Lustspiele in einem (Ein Recept für Neuvermählte 1870) und zwei (Die letzte Flitterwoche 1864) Akten sowie „Charakterbilder“ (Mercadet, der Börsen-Speculant 1852, Man sucht einen Erzieher 1870); er übersetzte Operetten von Jacques Offenbach und Fournier und bearbeitete viele französische Dramen für die deutschen Theaterbühnen.[3] Seit Anfang der 1860er Jahre lebte Bahn in Wiesbaden[4] und blieb unverheiratet.[1]
Übersetzungen (Auswahl)
- Ein Ehemann vor der Tür, Un Mari à la Porte französische Operette von Jacques Offenbach
- Die Zaubergeige, auch Martin, der Geiger (Berlin 1860)
Werke (Auswahl)
- Berlin’s Volks-Kampf, 1848
- Mercadat, Charakterbild in 3 Akten. 1852
- Bühnenspiele für das deutsche Theater (Ein Mann wie viele, Wenn einen der Schuh drückt, Ein seltenes Weib), 1854 bis 1858
- Cabinet particular, oder: Ein Stündchen im Pariser Keller, Felix Bloch Erben, 1855
- Wollenweber und Triesel, 1857
- Komiker und Soubrette. Quodlibet in 1 Akt. 1858
- Mamsell Uebermuth, 1860[5]
- Sein Freund Babolin, Lustspiel in 1 Akt, 1865
- Ein kleiner Dämon, Lustspiel in 3 Akten, 1866
- Eine Partie Piquet, Lustspiel in 1 Akt. 1866
- Flitterwochen! oder: Ein guter Rath für Neuvermählte, Lustspiel, Entsch, 1875
Literatur
- Bühnen-Almanach
- Bahn, Adolf. In: Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten von Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. 6. Auflage. Reclam, Leipzig 1913. Band 1, S. 107–108 (Digitalisat).
- Bahn, Adolf. In: Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon. Kleinmayr, Klagenfurt und Wien 1953. Band 1, S. 66.
- Bahn, Adolf. In: Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 1: A–Benc. Hrsg. vom Archiv Bibliographia Judaica. Saur, München 1992, ISBN 3-598-22681-0, S. 309–316.
- Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2. Auflage. Wiesbaden 1992. ISBN 3-922244-90-4, S. 28, Nr. 153.
Weblinks
- Werke von und über Adolf Bahn in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Bahn, Adolf. Hessische Biografie. (Stand: 21. Januar 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).