Wikiwand AI

Adolf Baumbach

deutscher Rechtswissenschaftler From Wikipedia, the free encyclopedia

Adolf Baumbach (* 15. Mai 1874 in Homburg vor der Höhe; † 25. März 1945 in Bernau am Chiemsee) war ein deutscher Jurist.

Leben

Baumbach studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Leipzig, Marburg und Rostock. 1898 promovierte er mit einer Schrift zum Recht des Gemeingebrauchs und wurde schließlich Landgerichtsrat in Berlin. Schließlich wechselte er während des Ersten Weltkrieges in das Kriegsministerium und wurde dort als Sparkommissar eingesetzt. In der Weimarer Republik wurde er u. a. Senatspräsident am Kammergericht. 1927 schied Baumbach aus der Justiz aus und widmete sich fortan insbesondere der rechtswissenschaftlichen Tätigkeit. 1933/1934 zog er auf einen Landsitz in Bernau am Chiemsee, wo er eine umfangreiche Privatbibliothek unterhielt und als freier Autor tätig war.[1]

Schon 1924 erschien der von ihm verfasste Kommentar zur Zivilprozessordnung in erster Auflage. Zahlreiche weitere Werke des Prozess- und Handelsrecht kamen hinzu (Kommentierungen des Reichskostengesetzes, des Handelsgesetzbuches, des Arbeitsgerichtsgesetzes, des Schiedsverfahrens, des GmbH-Gesetzes, des Aktiengesetzes und des Wechsel- und Scheckgesetzes). Seine Werke erschienen im Verlag Otto Liebmann. Mit der Übernahme des Verlags durch C.H. Beck kam es zum Übergang. Im neuen Verlag begründete Baumbach die Reihe der "Beck'schen Kurz-Kommentare".[2]

Im Juli 2021 gab der Verlag C.H. Beck bekannt, „Werke seines Verlagsprogramms umzubenennen, auf denen als Herausgeber oder Autoren noch Namen von Juristen genannt sind, die während der nationalsozialistischen Diktatur eine aktive Rolle eingenommen haben.“[3] In diesem Rahmen wurde u. a. auch der Kommentar zum Handelsgesetzbuch von „Baumbach/Hopt“ in „Hopt“ umbenannt.[4]

Baumbach wurde auch bekannt durch die Entwicklung der Baumbachschen Kostenformel zur Berechnung der Gerichtskosten bei Streitgenossen.

Kommentar

  • mit Wolfgang Lauterbach et al. (Hrsg.): Zivilprozessordnung. 70. Auflage. Beck, München 2013. Aufgrund einer vom Verlag Beck, München, breit angelegten Überarbeitung aller von Adolf Baumbach begründeten Werke erscheint der Kommentar seit der 80. Aufl. 2022 unter dem Namen der neuen Herausgeber Anders/Gehle.

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks